Plastikfrei einkaufen

IMG_2740
Meine Freundin Anna hat mich heute in den Unverpackt Laden begleitet – dieses Konzept macht es einem einfach, plastikfrei einzukaufen

Nachhaltig einkaufen bedeutet meist, auf Umverpackungen aus Plastik zu verzichten, frei nach dem Zero Waste Grundsatz. Wenn man in einen konventionellen Supermarkt geht, dann ist quasi alles extra verpackt. Sogar solche Dinge, bei denen die Verpackung vollkommen überflüssig ist. Zum Beispiel Gurken. Warum müssen Gurken in Plastik verpackt werden? Ein anderes Beispiel sind Limetten, die häufig im Viererpack abgepackt werden. Ein Nachteil daran ist, dass man die Packungsgröße nicht frei wählen kann – ein anderer ist der unnötige Müll, der dadurch verursacht wird. Zum einen, weil man eben eine Umverpackung hat, zum anderen aber auch, weil man vielleicht keine vier Limetten, sondern nur eine braucht und der Rest dann schlecht wird. Wenn man die Verpackung weglässt, produziert man keinen Müll – also Zero Waste.

Aber warum ist das so wichtig? Besonders Umverpackungen aus Plastik sind das Problem und stehen häufig in der Kritik. Plastik kann biologisch nicht abgebaut werden bzw. würde das unendlich lange dauern. Vor allem die Tütchen, in die man das gewogene Obst packt (das kennt man ja) landen häufig über Umwege im Ozean, zerstören das Ökosystem und kosten viele Tiere das Leben, weil sie das Plastik mit Nahrung verwechseln und daran ersticken. In vielen Supermärkten lassen sich Plastikverpackungen aber nicht umgehen, zum Beispiel beim Kauf von Nudeln oder Müsli. Sie bieten einem keine andere Möglichkeit, weil es für die Konzerne logistisch leichter zu koordinieren ist, wenn die Packungen fertig abgepackt sind. Unverpackt Läden möchten das ändern – deshalb habe ich mich heute in den Unverpackt Laden in der Kochstraße aufgemacht, um dort einkaufen zu gehen.

IMG_2733
Muss immer mit: Alte Gläser, Papiertüten und andere Verpackungen

Im Gegensatz zu normalen Supermärkten muss bzw. sollte man den Einkauf im Unverpackt Laden planen. In solchen Läden bringt man nämlich die Umverpackungen für seine Einkäufe selbst mit. Dafür eignen sich vor allem Vorratsgläser aus Glas, aber man kann für Waschmittel und Co auch alte Plastikverpackungen benutzen – das ist auf jeden Fall besser, als sie in den Müll zu donnern! Im Laden selbst kann man sich aber meistens auch Gläser zum Abfüllen der Produkte kaufen – das war bislang in jedem der Unverpackt Läden, die ich besucht habe, so. Manchmal gibt es auch kostenfreie, gespendete Behältnisse. Für Obst und Gemüse eignen sich auch kleine Tüten aus Papier.

Das Sortiment umfasst Müsli, Gewürze, Nudeln, Reis, Backzutaten, verpackungsfreie Hygieneartikel, Aufstriche, Getränke (auch in Glasflaschen) und (meist regionales) Obst und Gemüse. Man findet aber auch viel Zubehör, sowas wie Brotboxen und Flaschen. Häufig ist auch ein Café angeschlossen –  und alle Produkte sind in Bio-Qualität. Auf meiner Einkaufsliste heute standen Spülmaschinensalz, Zahnpasta und Glasreiniger. Ich habe für echt gute Mengen rund 3,50 für alle Produkte zusammen ausgegeben, das finde ich vollkommen im Rahmen. Ein Beispiel: 100g Glasreiniger von Sonett haben 12 cent gekostet, eine Tablette Zahnpaste 4 cent bzw. 100g 1,13 Euro. Ganz wichtig: Alles wird nach Gewicht berechnet. Deshalb muss man die Gefäße vorher wiegen!

Das Einkaufen in einem Unverpackt Laden macht viel mehr Spaß als in einem normalen Supermarkt, weil man sich mehr mit den Produkten auseinandersetzt und es sich einfach gut anfühlt, ohne schlechtes Gewissen einkaufen zu gehen! Auf eine große Auswahl an Produkten muss man übrigens nicht verzichten. Es gibt zwar nur ein Weizen-, Roggen- und Maismehl, aber es gibt eine große Auswahl an Produkten, die man so im Supermarkt nicht findet. Außerdem ist man zum Beispiel frei, was die Zusammenstellung des Müslis betrifft. Und man weiß, was drinne steckt: das ist vor allem gut für Allergiker. Weiterer Pluspunkt: Die Läden sehen immer super schön aus. Seht selbst!

IMG_2738
Unverpackt Läden sind meist sehr liebevoll eingerichtet

Falls kein Unverpackt Laden in der Nähe ist: Auch in normalen Supermärkten kann man Plastik sparen, zum Beispiel indem man sich Beutel aus Baumwolle mitnimmt, in welchen man das Obst transportiert oder einfach ganz auf eine Umverpackung verzichtet. Ob ein Unverpackt Laden in der Nähe ist, kannst du unter anderem hier herausfinden!

Geht ihr auch im Unverpackt Laden einkaufen? Wie sind die Läden andernorts so? Erzählt mir gerne davon!

Bis bald, Marisa