Teilen statt besitzen: Carsharing

Mehr als die Hälfte der Deutschen besitzt ein Auto. Dabei stehen Autos hierzulande statistisch gesehen 23 Stunden am Tag nur rum. Dazu kommt: Die meisten fahren alleine in ihrem Auto rum, obwohl ein Auto – in den meisten Fällen – 4 bis 5 Sitzplätze bietet. Der Besetzungsgrad lag in Deutschland im Jahr 2008 bei 1,5 Personen pro Fahrt. Das ist ganz schön wenig, vor allem, wenn man bedenkt, wie viel weniger Autos rumfahren müssten, wenn alle Autos voll besetzt wären. Und: Autos sind unglaublich teuer. Nach der Anschaffung kommen noch Versicherungen, Reparaturen, Benzinkosten und TÜV dazu. Eigentlich viele Argumente, die gegen die Anschaffung eines eigenen Autos sprechen, sofern man es nicht dringend braucht, wenn man zum Beispiel zur Arbeit pendeln muss. Das muss ich nicht. Und genau deshalb ist es für mich auch keine Option, ein Auto zu besitzen. Ich nutze teilAuto.

Autos vor dem Fenster
Kein schöner Anblick: Autos, so weit das Auge reicht

Das Teilen von Autos hat für mich persönlich viele Vorteile. Zum Beispiel, dass ich mich um nichts kümmern muss. Ich muss mir keine Sorgen darum machen, ob ich den TÜV vergesse oder meine Versicherung nicht bezahlen kann. Ich muss mir keinen Stellplatz kaufen oder mieten. Und trotzdem kann ich immer dann fahren, wenn ich ein Auto brauche. Zum Beispiel für Umzüge oder mal einen größeren Ausflug am Wochenende. Und das zu günstigen Preisen.

Wie funktionierts?

Vor allem als Student kommt man bei teilAuto relativ gut weg. Ich zahle 4,50 Euro im Monat und dann eben pro Fahrt noch was dazu. Der Preis für die Fahrt setzt sich zusammen aus einer stündlichen Miete von circa 2,20 Euro (je nach Modell) und dazu kommen nochmal rund 20 cent pro Kilometer. Der Tank ist bei dem Fahrtgeld schon mit einberechnet. Wenn ich doch mal tanken muss, gibt es im Auto eine Tankkarte. Die Fahrten buche ich mir über eine App. Ich gebe meinen Standort ein und kann gezielt nach freien Fahrzeugen im Umfeld suchen. Dann wähle ich eine Zeit aus und das Auto ist gebucht. Mit meiner Kundenkarte kann ich das Auto dann öffnen, der Schlüssel liegt im Handschuhfach.

Was für mich auch sehr wichtig war: Ich bin absoluter Fahranfänger. Ich habe erst seit April meinen Führerschein und war echt froh, dass ich bei teilAuto trotzdem einen Vertrag machen konnte. Manchmal ist es ja so, dass man mindestens 21 sein muss oder seit Zeitpunkt X seinen Führerschein haben muss. Ich wollte aber von Anfang an in Übung bleiben – mir trotzdem kein eigenes Auto zulegen. Das könnte ich finanziell gar nicht stemmen. Zumal ein Auto für mich ziemlich unnötig wäre, weil ich so ziemlich alle Fahrten mit dem Fahrrad zurücklege.

In meinem Freundeskreis bin ich trotzdem fast die einzige, die Carsharing nutzt. Man muss aber auch sagen, dass die meisten meiner Freunde kein Auto besitzen. Das ist eher eine Ausnahme. Wir leben ja in einer Großstadt, wir brauchen einfach alle kein Auto, weil alles relativ schnell mit dem Rad oder zu Fuß erreichbar ist. Trotzdem ist hier alles voll mit Autos.  Ich nutze Carsharing rund 3-4 Mal im Monat. Und ich wage zu behaupten: Wenn man ein eigenes Auto besitzt tendiert man dazu, häufiger mit dem Auto zu fahren, weil es ja ohnehin vor der Tür steht. Das erlebe ich auch bei Bekannten, wenn die mir erzählen, dass sie mit dem Auto zum Supermarkt fahren, der fünf Minuten zu Fuß entfernt ist. Eine Belastung für die Umwelt, die sich nun wirklich vermeiden ließe.

Carsharing ist schon auf dem Vormarsch. Rund eine Millionen Deutsche haben inzwischen einen Carsharing Vertrag. Was sich ändern würde, wenn immer mehr Leute teilen statt besitzen würden? Das Straßenbild wäre definitiv schöner. Man hätte mehr Platz, die Parkplätze könnten anders genutzt werden (darauf will übrigens auch der Parking Day aufmerksam machen!). Außerdem wäre die Luft besser und der Umwelt würde das auch zu Gute kommen. Schließlich sind Autos ziemliche Dreckschleudern.

Nutzt ihr Carsharing? Oder ist das für euch keine Option?

Bis zum nächsten Mal, Marisa