Warum ich Vegetarierin bin

Ich lebe nun seit zwei Jahren vegetarisch. Ich hatte mir schon länger vorgenommen, kein Fleisch mehr zu essen, wenn ich mal einen eigenen Haushalt führe. Ich habe also meine Ernährung von einem Tag auf den anderen umgestellt. Und ich muss sagen – schwer gefallen ist es mir nicht. Für mich hat diese Ernährungsweise einige Vorteile und ist deutlich nachhaltiger als Fleischkonsum. Warum, das erzähle ich euch jetzt.

Veggie_Essen
Schmeckt mir viel besser: Essen ohne Fleisch

Umwelt

Schon jetzt verursacht die Viehzucht mehr Treibhausgas-Emissionen als der Weltverkehr. Die Flächen, die in der gesamten Welt für die Viehzucht verwendet werden, entsprechen laut dem kanadischen Wissensportal Asapscience der Fläche von Afrika. All diese Tiere stoßen massenweise Methan aus. Ein Gas, das ähnlich wie CO2 wirkt und den Klimawandel beschleunigt. Wenn wir weiter so viele Tiere essen, sieht es außerdem düster aus mit der Welternährung. In ein Kilogramm Rindsfleisch fließen 25kg pflanzliches Futter  – Pflanzen, die wir selbst essen und davon satt werden könnten. Mit einer steigenden Bevölkerungszahl auf der Welt werden die Probleme größer – auf Fleisch zu verzichten hilft. Ein weiterer Vorteil: Es wird viel weniger Wasser verbraucht, welches zum Anbau von Pflanzen verwendet werden könnte. Tierfäkalien verschmutzen außerdem noch das Grundwasser.

Müll

Fleisch wird meist in Plastikverpackungen zu Dumping-Preisen verkauft. Die Plastikverpackungen verursachen einen unglaublichen Berg an Müll. Zudem Plastik ohnehin ein fragwürdiges Verpackungsmaterial ist, da es unter Umständen Bisphenol A oder Phthalate an das darin befindliche Essen abgibt. Beide Stoffe wirken ähnlich wie Hormone und sorgen dafür, dass vor allem kleine Jungs feminisieren und eventuell zeugungsunfähig werden. Aber es können noch größere Probleme auftreten: Hodenkrebs und Brustkrebs werden mit den Stoffen in Verbindung gebracht. Dazu kommt der ganze organische Müll aus den Tierabfällen.

Gesundheit

Nicht nur die Verpackung des Fleischs hat einen Einfluss auf unsere Gesundheit, sondern auch das Fleisch selbst. Die Tiere, deren Fleisch als Hack für 1,99 Euro im Supermarkt landet, leben auf engstem Raum zusammen, damit der Landwirt das Fleisch so günstig anbieten kann. Damit sich die Tiere nicht mit Krankheiten anstecken, werden sie vollgepumt mit Antibiotika – die bekommt man natürlich mit auf den Teller. Tiere werden außerdem mit genverändertem Getreide, das ordentlich mit Herbiziden bespritzt wurde, gefüttert. Auch davon finden sich Rückstände Fleisch. Eine fleischreiche Ernährung wird außerdem mit Übergewicht und einer Fettleber in Verbindung gebracht.

Gewissen

Ich selbst fand es schon immer ekelhaft, Fleisch zu essen, das nach Tier aussieht (klingt dümmer, als es vielleicht ist). Würstchen oder Aufschnitt waren in Ordnung. Sowas wie Steaks, Schnitzel oder Chicken Wings habe ich aber nie runterbekommen. Deshalb dachte ich mir: lass es einfach sein. Hinzu kommt: Die Tiere, deren Fleisch ich mir leisten könnte, leben unter schrecklichen Bedingungen. Auf einem m² leben in einem Hühnerstall bis zu 25 Tiere. Das Gesetz schreibt nicht mal vor, dass die Tiere Auslauf haben müssen. Das ist nur bei ökologischer Landwirtschaft der Fall. Und selbst da kann man sich nicht sicher sein, wie die Zustände im Stall sind. Das hat unter anderem der letzte Aldi-Bio-Eier-Skandal gezeigt. Außerdem gibt es immer noch Fälle, in denen die Betäubung der Tiere vor der Schlachtung nicht ausreichend funktioniert. Die Tiere leiden unheimlich, um 5 Minuten auf unserem Teller zu liegen. Wer starke Nerven hat, kann sich die Zustände in einem Schlachthaus gerne mal hier ansehen.

Für mich sind und waren das die Gründe zu sagen: Ich möchte aufhören. Aufhören, den Tieren wie auch mir selbst und unserer Umwelt selbst etwas Schlechtes zu tun. Ich will niemanden bekehren, aber ich möchte indem ich das teile zum Nachdenken anregen. Muss es jedes Mal der Döner mit Fleisch sein? Könnte Falafel nicht auch eine Alternative sein? Braucht man jede Woche drei Mal Schnitzel?

Wie haltet ihr das mit der Ernährung? Falls ihr vegetarisch/vegan lebt: Warum habt ihr euch dazu entschieden?

Liebe Grüße, Marisa

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2 thoughts

  1. Sehr schöner Beitrag. Und ich kann dir da auch nur in den von dir aufgezählten Punkten zustimmen.
    Ich lebe seit etwas mehr als 3,5 Jahren vegan. Die Umstellung ging auch praktisch von heute auf morgen und der ausschlaggebende Grund dafür war im Endeffekt der, dass ich mich mit den Produktionsverfahren von Tierprodukten beschäftigt hatte und das was ich dabei heraus fand einfach nur noch für falsch hielt und nicht mehr weiter unterstützen wollte.

    DIese Entscheidung habe ich seitdem auch kein einziges Mal bereut. Im Gegenteil, ich kann mir heute nicht mehr vorstellen Tierprodukte zu essen. Mir geht es gut mit dieser Ernährungsweise :).

    Lg

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    1. Danke dir für die Antwort! 🙂 Vegan von heut auf morgen? Da weiß ich nicht, ob ich das geschafft hätte! Aber ich versuche auch Schritt für Schritt immer mehr vegane Gerichte auf meinem Speiseplan einzubauen! Die sind auch alle echt gut, aber momentan bin ich noch an dem Punkt, an dem ab und an etwas Käse „sein muss“! Liebe Grüße!!:-)

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