DIY Bienenwachs-Tücher als Ersatz für Frischhalte- und Alufolie

Wenn man etwas angeschnitten hat, was man in dem Moment nicht zu Ende verbraucht, dann landet es meist in Frischhalte- oder Alufolie eingepackt im Kühlschrank. Auch Schulbrote sind häufig in Folie eingepackt. Darin sind wir Deutschen sogar Weltmeister: 31,6 Kilogramm Aluminium werden pro Kopf und Jahr in Deutschland verbraucht. Damit liegen wir noch vor den USA. Zugegeben, es ist praktisch. Aber: es geht auch anders!

Die Alternativen

Zu Omas Zeiten war die Pastik-/Alufolie längst nicht so verbreitet wie heute. Trotzdem gab es auch da schon Essensreste und Schulbrote und die wurden ebenfalls geschützt aufbewahrt und transportiert. Anstelle von Frischhalte- und Alufolien nutze man Wachstücher. Also Stoff, welcher mit Wachs umhüllt ist. Der Stoff lässt sich trotz Wachs durch die Wärme der Hände leicht formen. So weit so gut, das kann Alufolie auch. Der große Vorteil dieser Wachstücher ist ein anderer: Sie sind mehrfach verwendbar, weil man sie leicht reinigen kann. Durch Erhitzen kann man den Wachs auch ausbessern, sollte er brüchig werden. Eine langlebige Geschichte also! Als ich zum ersten Mal von dieser Alternative zu Alu-/Frischhaltefolien gehört habe, musste ich erstmal googlen, was es mit den Tüchern so auf sich hat. Man kann die Tücher fertig eingewachst online kaufen – zum Beispiel von Bees Wrap – aber ich muss sagen: mir war das einfach zu teuer. Ein Tuch – je nach Anbieter so zwischen 15-20×15-20cm in der mittleren Größe – kostet um die zehn Euro. Aus diesem Grund habe ich dann angefangen, mich mit der Herstellung der Tücher zu beschäftigen. Alles was man dafür braucht ist:

Wachstuch vorher
Alles was man zur Herstellung der Wachstücher braucht: Bienenwachs, Stoff und ein Pinsel
  • Bienenwachs oder ein vergleichbares, veganes Wachs (z.B. Carnaubawachs)
  • Stoffzuschnitte (ich habe meine von einem sehr freundlichen Verkäufer in einem Stoffladen hier in Leipzig geschenkt bekommen, weil sie über waren! Fragen lohnt sich!)
  • Einen Pinsel
  • Wäscheleine
  • alte Pfanne

Das Wachs bringt man in der Pfanne zum schmelzen (für ein Tuch, ca. 20x20cm braucht man 2-3 EL Bienenwachs). Sobald alles geschmolzen ist, nimmt man die Pfanne von der Platte und legt den Stoffzuschnitt in das Wachs. Der Stoff saugt sich sehr schnell mit dem Wachs voll – falls nicht alle Stellen erreicht wurden, unbedingt noch vereinzelt Wachs dazugeben. Wenn das ganze Tuch sich dann vollgesaugt hat, wird das Tuch einfach zum Trocknen aufgehängt (unbedingt etwas drunter legen, eine alte Zeitschrift oder so). Das geht sehr schnell – und voila – ist das selbstgemachte Wachstuch fertig!

Wachstuch nachher
So sehen die fertigen Wachstücher aus! (Oben links gefaltet)

Ich weiß, normalerweise soll man das im Ofen machen. Ich hatte aber absolut keine Form, die groß genug gewesen wäre und hitzebeständig ist. Deshalb habe ich mich für die Pfanne entschieden. Nehmt da bitte wirklich eine, auf die ihr nicht soo viel Wert legt, das Wachs geht echt schlecht wieder ab!

Ich habe für meine drei Wachstücher weniger als drei Euro gezahlt und es hat wirklich Spaß gemacht, die Tücher anzufertigen. Ich kann mir gut vorstellen, die Tücher als Verpackungen für Geschenke zu nutzen 🙂 Die ersten sind jetzt natürlich nicht perfekt geworden, aber ich finde sie schön und sie erfüllen ihren Zweck!

wachstuch in action
Das Wachstuch in Action: Toll, um Schüsseln abzudecken oder Schulbrote zu verpacken

Habt ihr euch schon selbst Wachstücher gemacht? Habt ihr noch irgendwelche Tipps, wie man das weiter optimieren kann?

Ahoi! Marisa

 

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11 thoughts

  1. Liebe Maria, jetzt meldet sich das schlechte Gewissen… ich habe schon letztes Jahr Wachstücher hergestellt und den Beitrag noch nicht gepostet… ich habe sie mit Backpapier als Schutz auf dem Bügelbrett mit der Hitze des Bügeleisens gemacht. Dies schien mir die einfachste Variante mit der geringsten „Sauerei-Gefahr“. Eine andere Möglichkeit habe ich nie ausprobiert, da ich von dieser schnellen Variante sehr begeistert bin… LG, ica

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    1. Huhu! Ich glaube beim nächsten Mal greife ich dann auf deine Variante zurück 😀 Vielleicht kannst du ja in einem Post erläutern, wie dus gemacht hast? 😀
      Liebste Grüße, Marisa

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  2. Hej 🙂
    Bisher kannte ich gewachste Tücher nur in Form von abwischbaren Tischdecken bei meinen Großeltern. Ich wusste gar nicht, dass man sie so leicht herstellen und so vielfältig verwenden kann!
    Wenn ich das nächste Mal etwas im Backofen mache und vorher dazu gekommen bin, Stoffreste und Wachs aufzutreiben, werde ich das DIY mal ausprobieren 🙂
    Liebe Grüße und danke für die Inspiration!
    Finnja

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    1. Ja stimmt, die Tischdecken gabs auch 😀 ist ja auch wirklich praktisch: man kanns abwischen und verformen! Cool, du kannst ja gerne mal Bescheid geben, wies lief 🙂
      Danke für deinen Kommentar und schön, dass dir der Beitrag gefallen hat! Liebe Grüße Marisa

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  3. Hallo Marisa,
    toller Artikel! Mich würde es trotzdem interessieren, wie man die Tücher im Backofen herstellen kann? Das wäre toll, wenn du das auch noch beschreiben könntest .

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    1. Na klar 🙂 Man nimmt sich zum Beispiel eine Auflaufform (also irgendein hitzebestaendiges Gefaeß, welches groß genug für das Stoffteil ist) und stellt den Ofen an (Bienenwachs fängt schon bei weit unter 100 Grad an, zu schmelzen). Das Gefaeß kommt dann in den Ofen mit 2-3 EL Wachs pro Tuch. Wenn das Wachs vollstaendig geschmolzen ist, entnimmst du das Gefäß und legst das Tuch in den Wachs. Sollten noch Stellen ungewachst sein, leg einfach noch ein bisschen Wachs auf die Stellen und schieb das Gefaeß samt Tuch in den Ofen 🙂 das Schmelzen geht ganz schnell! Dann das Tuch an eine Wäscheleine hängen 🙂 hoffe, das holft dir weiter, LG Marisa

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