Haare waschen ohne Shampoo: Erste Erfahrungen

Vor rund zwei Wochen war es endlich so weit: Ich habe alle Shampoo Vorräte aufgebraucht! Schon vorher habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich dann mit meinen Haaren mache. Für mich standen festes Shampoo, Aleppo-Seife oder Roggenmehl zur Auswahl, wobei ich festem Shampoo als letztes eine Chance geben wollte, weil ich gerne etwas sehr natürliches benutzen wollte. Festes Shampoo hat zwar keine Verpackung, zum Teil aber so viele Inhaltsstoffe, dass man den Überblick verliert. Das wollte ich nicht mehr, wenn ich schon auf Shampoo verzichte. Ich habe dann viel experimentiert und bei jeder Haarwäsche ein bisschen variiert. Ich möchte euch hier + jetzt gerne erzählen, wie ich die Haarwäsche mit Roggenmehl und Aleppo-Seife erlebt habe!

Versuch #1: Aleppo-Seife Pur

Zunächst einmal: Die Aleppo-Seife, für die ich mich entschieden habe, besteht aus 100 Prozent Olivenöl und ist von Finigrana. Sie kostet rund fünf Euro für 200g und ich habe den Eindruck, als sei sie sehr ergiebig! Ich habe mir von der Seife ein kleines Stück abgeschnitten, damit ich nicht mit diesem riesen Klotz in der Dusche rumturnen muss, und bin mit der Handhabe sehr zufrieden. Beim Haare waschen habe ich alle Haarpartien an der Kopfhaut eingeschäumt und dann kalt (!) ausgewaschen, das ist ganz wichtig! Dann produzieren die Drüsen auf der Kopfhaut nämlich weniger Sebum. Gerade wenn man vorher mit Shampoo gewaschen hat, welches die Kopfhaut tendenziell eher abtötet als belebt, ist die Umstellung auf Olivenöl-Seife echt krass. Meine Haare haben so sehr am Kopf geklebt, dass ich nur noch Pferdeschwänze getragen habe. Ich dachte, nach ein paar Haarwäschen würde sich das ändern. Hat es aber nicht beziehungsweise vielleicht hätte es das, aber ich wollte nicht ewig mit fettigen Haaren rumlaufen. Deshalb habe ich diesen Plan erstmal verworfen!

Versuch #2: Roggenmehl + saure Rinse

Ja, es klingt erstmal komisch, seine Haare mit Mehl zu waschen. Aber tatsächlich sind im Mehl pflegende Stoffe enthalten und solche, die das Sebum von der Kopfhaut aufsaugen. Ich habe rund drei gehäufte Löffel Roggenmehl mit 150ml lauwarmen Wasser vermengt und die Paste dann eine Stunde ruhen lassen. Parallel habe ich mir eine saure Rinse vorbereitet: dafür habe ich auf einen Liter Wasser einen Esslöffel Apfelessig gegeben und einen Tropfen ätherisches Öl, damit meine Haare nicht nach Essig riechen. Die Roggenmehlpaste habe ich unter der Dusche einzeln auf alle Haarpartien gegeben, das war sehr aufwändig, ich denke aber, wenn man das regelmäßig macht, geht das irgendwann schnell. Außerdem hat es eine riesige Sauerei verursacht! Das Rausspülen hat ewig (!) gedauert, was ich nicht zwangsläufig dem Mehl zuschreiben möchte, es könnte auch daran liegen, dass ich darin einfach echt gar keine Übung habe. Ich habe auf jeden Fall noch nie so viel Wasser beim Haare waschen verbraucht. Am Ende mit der sauren Rinse gespült und Voila: die Haare haben gut gerochen und sich nass auch super angefühlt. Trocken kam dann die Ernüchterung: Der Hinterkopf war wieder ein Trauerspiel. Und gelegentlich habe ich in meinen Haaren auch noch kleine Mehlklümpchen gefunden. Da ich mir den Apfelessig ursprünglich ohnehin zur Anwendung mit der Aleppo-Seife zugelegt habe und nicht zufrieden mit dem Ergebnis war, wollte ich der Seife noch eine Chance geben!

Versuch #3: Aleppo-Seife + saure Rinse

Ich glaube, wenn das nicht funktioniert hätte, wäre ich tatsächlich auf festes Shampoo umgestiegen. Die Rinse wie oben beschrieben vorbereitet bin ich gestern unter die Dusche gestiegen, um einen letzten Versuch zu wagen. Haare eingeschäumt, ausgespült, Rinse drüber, wieder gespült, Haare getrocknet. Und die Überraschung: Gar nicht fettig, gut riechend, gut kämmbar und gut glänzend. Ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind an Weihnachten! Diese Methode ist einfach so simpel und gut! Der Aufwand zur Vorbereitung ist minimal, die Investition in die Seife in Ordnung und Apfelessig haben die meisten eh daheim 🙂 Und: ich weiß ganz genau, was ich mir da in die Haare schmiere, das ist besonders wichtig für mich. Die Haare sind im Anschluss natürlich nicht über parfümiert und man wird bestimmt auch keine Duftwolken im Vorbeigehen erzeugen, aber sie riechen gut und fühlen sich gepflegt an! Ich bin alles in allem sehr zufrieden. Und das zum Experimentieren gekaufte Roggenmehl kann ich zum Backen weiterverwenden!

Wie ist das bei euch: Wie wascht ihr eure Haare? 🙂

Alles Liebe, Marisa

8 thoughts

  1. Ich habe auch eine Haarseife und habe auch eine Weile mit Apfelessig gewaschen… was ich mal wieder machen sollte. Und danke, dass mal endlich jemand schreibt, dass es mit Mehl auch daneben gehen kann^^

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  2. Ja das ging wirklich in die Hose, ich hab mich ziemlich doof gefuehlt, weil alle meinten, dass das bei ihnen so gut klappt 😀 was benutzt du aktuell?:)

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  3. Guten Abend 🙂 ich habe jetzt zwei Wäschen mit Roggenmehl hinter mir. Die erste am Wochenende, da hab ich auch ewig unterm Wasserhahn gehangen. Und nachher hing mir der Geruch vom Apfelessig total in der Nase. Heute Morgen dann der zweite Versuch ohne Rinse, der Geruch war viel besser aber gedauert hat es trotzdem. Und dabei hab ich nur kinnlange Haare. Mal schauen, ob das mit der Übung besser wird 😀 Falls ich mich mit dem Essiggeruch mal anfreunden kann (oder eine andere Rinse finde, die für mich funktioniert), werde ich auch mal Alepposeife testen. Bis dahin hoffe ich auf das Mehl 😉

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    1. Ich fand das Roggenmehl irgendwie auch nicht soo gut, Aleppo Seife fand ich aber toll mit Rinse (habe ich ja auch geschrieben)! 😀 Vielleicht versuchst dus echt mal damit, aber Haare sind ja sehr unterschiedlich. Ich habe viele ganz feine Haare, da hat die Kombi aus Seife und Rinse bei mir besser funktioniert 🙂 Hast du die Rinse ausgespült? Du kannst da auch ätherisches Öl rein machen 🙂 Ganz liebe Grüße, Marisa

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      1. Ausgespült ja, aber der Geruch war trotzdem sehr… puh. Aber da bin ich auch einfach überempfindlich 😀 Früher oder später werd ich mir eh mal so ein Stück Seife besorgen und dann auch mal testen. Na, schauen wir mal wo uns das beide hinführt 😉

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    1. Natron hatte ich noch nicht, aber die saure Rinse fand ich genial! Wie ist die Haarseife so? Überlege auch, was ich mal testen mag!

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