Zero Waste Schminktisch #2: Deo

Als ich angefangen habe, mir über das Thema Zero Waste Gedanken zu machen, stand für mich fest, dass ich irgendwann auch einen Bereich umstellen muss, bei dem es mir besonders schwer fallen wird: dekorative Kosmetik und alles drum herum. Ich schminke mich wirklich gerne und mit allem, was dazu gehören kann; Foundation, Lidschatten, Blush, Highlighter, Puder, Bronzer, Concealer, Lipbalm, Lippenstift, Eyeliner etc. Und alles, wirklich alles ist in Plastik verpackt und enthält irgendwelche Stoffe, die ich mir definitiv nicht auf die Haut klatschen will – deshalb will ich langsam aber sicher versuchen, meinen Schminktisch umzustellen.

Obwohl Deo nicht direkt in die Kategorie dekorative Kosmetik gehört, steht es bei mir Zuhause auf dem Schminktisch. Deo gehört bei (fast) allen Menschen zum täglichen Hygiene-Wohlfühl-Programm und sollte deshalb nicht unerwähnt bleiben. Die meisten Deodorants enthalten Aluminium und/oder Alkohol, um die Schweißproduktion einzudämmen. Die Aluminiumpartikel stehen seit einigen Jahren im Verdacht, Krebs zu erregen und Alzheimer zu bedingen, weshalb es schon viele Deos ohne Aluminiumsalze gibt. Trotzdem enthalten zum Beispiel Deos von Nivea noch Stoffe wie Methylparabene, die in Tierversuchen wie Hormone gewirkt haben. Ein Stoff, den ich mir definitiv nicht täglich unter die Arme schmieren will! Bei konventionellen Sprühdeos spielt auch die Verpackung eine Rolle – die kommt meist nicht ohne Plastik aus und kann in den meisten Fällen nicht noch einmal benutzt werden (Ausnahmen sind zum Beispiel die Deos von Weleda und Alverde). Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mir Deo schlichtweg selbst herzustellen. Wie, das will ich euch jetzt zeigen!

DEO_Zutaten
Zwei auf einen Streich: Aus diesen Zutaten kann man zwei verschiedene Deos machen!

Zunächst möchte ich eine Deo-Praline herstellen. Die sehen im Bad/auf dem Schminktisch gut aus, sind aber auch im Alltag in einer Dose leicht in der Handtasche mitzunehmen. Außerdem machen sie als Geschenk ordentlich was her und sind ganz leicht selbst herzustellen. Alles was ihr dafür braucht sind:

2 EL Kokosöl

1 EL Sheabutter

1 EL Kakaobutter (oder wie bei mir ein Teil vom Barren, also rund 10g)

50 g Natron (kann man auch mit Heilerde mischen)

Ein paar Tropfen ätherisches Öl

Muffinförmchen

Rosenblätter zur Deko

Kokosöl, Sheabutter und Kakaobutter werden im Wasserbad geschmolzen. Anschließend wird das Natron dazu gegeben, sobald keine Klümpchen mehr vorhanden sind, können dann noch ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzu gegeben werden. Dann muss man die Masse prinzipiell nur noch in die Förmchen abfüllen und mit den Rosenbättern dekorieren – Voila! Und fertig sind die Deo Pralinen. Ich habe sie danach noch in den Kühlschrank gestellt, weil ich sehr ungeduldig bin. Sie riechen super lecker und sehen toll aus – das kann ich mir echt toll als Geschenk vorstellen! Die Wirkweise ist übrigens die gleiche wie bei anderen festen Deos, wie zum Beispiel von Lamazuna. Auch hier ist der Hauptbestandteil Natron, allerdings kostet das Deo rund 13 Euro, das Selbstgemachte kommt nicht mal auf ein Viertel des Preises.

DEO_IN der mache
Kurz nach der Abfüllung: Das Deo ist dekoriert, muss aber noch aushärten!

Eine Form des Deos, welcher man in Unverpackt Läden immer häufiger über den Weg läuft, sind Deocremes. Diese kommen ohne Plastikverpackung aus und sind ähnlich leicht anzuwenden wie konventionelle Deos: Man nimmt ungefähr eine erbsengroße Menge der Creme und schmiert sie unter die Arme, kurz antrocknen lassen, fertig. Fast genauso leicht ist es, sie selber zu machen. Man braucht dafür:

3 TL Kokosöl

2 EL Natron

2 EL Maisstärke

Ein paar Tropfen ätherisches Öl

Das Kokosöl wird im Wasserbad geschmolzen, anschließend werden die trockenen Zutaten hinzu gegeben und alles zu einer cremeartigen, körnigen Masse vermischt. Dann einfach ein paar Tropfen ätherisches Öl hinzu geben und schon ist die Creme fertig! Ich habe mir die Creme in ein Apothekertöpfchen gefüllt, aber natürlich sind auch andere Döschen denkbar, ganz nach dem eigenen Geschmack! In einer schönen Dose oder einem Weckglas kann ich mir die Deocreme ebenfalls als schönes Geschenk vorstellen. 🙂

Zur Wirkweise: Stinknormales Kaisernatron neutralisiert Geruchsstoffe, weshalb sich der Stoff gut als Inhaltsstoff für Deos eignet, denn Gerüche zu neutralisieren ist ja bekanntlich ihr Hauptgeschäft! Aber: Achtung bei Allergien und Unverträglichkeiten.

Habt ihr schon einmal Deo selbst gemacht? Wenn ja, welches Rezept habt ihr benutzt?

Liebe Grüße, Marisa

 

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6 thoughts

  1. Ich fidne deine Rezepte immer wirklich toll und denke jetzt über die Deo-Praline nach. Ich bin vor einiger Zeit auf Naturkosmetik-Deos umgestiegen, kam damit aber überhaupt nicht klar. Auf der Not heraus habe ich dann das Deo erstmal weg gelassen (hatte allergisch reagiert auf die Naturdeos) und merke, dass es auch ohne geht (auch für meine Mitmenschen). Wenn ich mich anstrenge oder so, benutze ich noch Deo, aber meistens halt nicht. Ist aber sicherlich auch eine individuelle Geschichte… (Jetzt fühle ich mich irgendwie wie ein Schmuddel nach dem Outing ^^“)

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    1. Erstmal vielen Dank 🙂
      Oh, warum kamst du denn mit den Naturkosmetik-Deos nicht klar? Hast du vielleicht eine Unverträglichkeit? :/
      Also wie ein Schmuddel fühlen muss man sich nicht, ich vergesse gelegentlich auch einfach Deo zu benutzen, wenn ich im Stress bin oder so! Das ist doch mega menschlich!
      Wenn du die Pralinen testest, kannst du ja mal von deinen Erfahrungen berichten, würde mich freuen! Liebe Grüße :))

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      1. Ich kann es dir nicht sagen, woran es lag, vielleicht auch nur an der speziellen Marke. Ich habe sogar dadurch mehr geschwitzt. Vielleicht war es aber auch die Umstellung, wenn man auf Zusatzstoffe verzichtet.

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  2. Ja, das kann sein! In vielen Naturdeos sind keine Stoffe wie Aluminium enthalten, die die Schweißbildung unterbinden, sondern bloß Stoffe, die den Geruch verhindern! Das ist aber auch bei den Pralinen so 😦 Aber du kannst Limetten- oder Salbeiöl hinzugeben, das stoppt die Transpiration!

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