Drei einfache, plastikfreie Rezepte fürs Haar

Viele unserer liebsten Haarstyling-Produkte kommen in feschen Flaschen daher: Haarspray, Salzspray, Haargel, Trockenshampoo und so weiter und so fort. Die Produkte kosten außerdem verhältnismäßig viel Geld (vor allem die gehypten Markenprodukte sind oft nichts für den kleinen Geldbeutel). Für ein gutes Trockenshampoo von Batiste zahlt man um die fünf Euro, für Haarspray kann man alles von einem bis zu zwanzig Euro zahlen. Dabei geht es doch viel günstiger – und umweltverträglicher. Mal ehrlich: Wer hat eine Haarspray Dose nach dem Gebrauch schon weiter genutzt? Ich muss zugeben, bei mir sind sie immer im Müll gelandet. Ausnahmslos. Das muss nicht sein. Deshalb will ich Euch heute zeigen, wie Ihr die gängigsten Haarstylingprodukte ganz einfach selbst herstellen könnt: plastikfrei und mit Sachen, die wahrscheinlich schon bei euch im Schrank liegen!

1. Trockenshampoo

Was ist in den Produkten aus der Drogerie drin? Der Hauptbestandteil von Trockenshampoos, zum Beispiel von Batiste, ist Stärke. Stärke absorbiert das Sebum, welches unsere Talgdrüsen auf dem Kopf produzieren. Deshalb eignet es sich gut als Bestandteil von Trockenshampoos, die genau das bewirken sollen: Fettige Ansätze weniger fettig aussehen lassen! Die Flaschen stehen aber unter Druck. Damit das Trockenshampoo aus der Flasche heraus befördert werden kann, werden Stoffe wie Isobutan und Propan eingesetzt. Bislang nicht noch nicht abschließend geklärt, ob diese Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich sind. Es wird aber mit einem hohen Gesundheitsrisiko gerechnet. Aber nicht nur die Inhaltsstoffe sind bedenklich, auch die Verpackung stellt ein Problem dar: Zum einen, weil es sich um einen Wegwerfartikel handelt. Ist das Produkt aufgebraucht, wandert es in den Müll. Zum anderen gehören diese Behälter eigentlich Aerosoldosenfässer, landen in den meisten Fällen aber im einfachen Hausmüll. Das erleichtert die Entsorgung und vor allem die Wiederverwertung nicht unbedingt.

Das könnt ihr aber ganz einfach selbst herstellen! Alles, was ihr dafür braucht, ist:

Maisstärke (oder wahlweise eine andere Sorte)

Kakao (ich habe Backkakao benutzt)

Kurkuma oder andere Gewürze, die eurer Haarfarbe nahe kommen, zum Beispiel Rote-Beete-Pulver

ein leerer Gewürzstreuer

Als Basis dient die Stärke, weshalb ich erstmal ungefähr ein Drittel meines Gewürzstreuers mit Stärke gefüllt habe. Danach habe ich immer mehr Kakao hinzugefügt und kräftig umgerührt, bis ich der gewünschten Farbe nahe kam. Ich habe dann für ein paar wärmere Noten Kurkuma hinzugegeben, bis die Farbe für mich gepasst hat. Dann braucht ihr quasi nur noch den Deckel wieder auf das Gefäß schrauben und schon könnt ihr durch die Streuöffnung das Trockenshampoo direkt am Ansatz auftragen. Das Rezeot ist super einfach, es geht unglaublich schnell und ist total günstig. Was will man mehr?

2. Haarspray

Was ist in den Produkten aus der Drogerie drin? In Haarsprays sind einige bekannte, unbedenkliche Inhaltsstoffe wie Wasser und Alkohol enthalten, aber auch Acrylates/T-butylacrylamide Copolymer, der wikrungsgebende Inhaltsstoff von Haarsprays, ist gut verträglich. Allerdings haben sich beim Haarspray neben den Treibstoffen, die das Spray  aus der Flasche befördern, noch andere, sehr bedenkliche Stoffe eingeschlichen. Einer davon ist PEG-12 Dimethicone. Er sorgt dafür, dass das Haar geschmeidig und kämmbar bleibt, zerstört aber die natürliche Schutzbarriere der Haut. In einem Haarspray von Wella, welches ich mir beispielhaft angesehen habe, ist außerdem der Stoff Butylphenyl Methylpropional enthalten. Dabei handelt es sich um einen Duftstoff, der in Tierversuchen die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflusst hat. Das muss man sich nun wirklich nicht in die Haare schmieren, oder?

Selbst herstellen geht super schnell! Alles, was ihr dafür braucht, sind:

2 EL Zucker

100ml Wasser 

Sprühflasche (gibts zum Beispiel bei Spinnrad)

Behältnisse zum Mischen

Kocht zunächst das Wasser ab und lasst es wieder kühl werden. Dann braucht ihr nur noch den Zucker unterrühren, bis er sich im Wasser gelöst hat. Wenn ihr einen noch größeren Halt wollt: gebt einfach noch einen EL Zucker hinzu. Anschließend füllt ihr das Zuckerwasser in die Sprühflasche ab. Das wars auch schon. Ich habe zwar eine dunkle verwendet, würde aber aus praktischen Gründen zu einer durchsichtigen raten, damit ihr Veränderungen in der Konsistenz frühzeitig erkennen und das Haarspray dann neu anmischen könnt 🙂

3. Haargel (-wachs)

Was ist in den Produkten aus der Drogerie drin? Neben vielen unbedenklichen Stoffen, die für die Wirksamkeit der Produkts verantwortlich sind, enthalten die Produkte viel unnötigen Müll. Zum Beipiel Benzophenone-4, ein Stoff, der als UV-Filter dient, aber hormonell wirken soll. Außerdem enthät ein handelsübliches Haargel, ähnlich wie Haarspray, unter Umständen Butylphenyl Methylpropional. Dieser Stoff hat – wie oben schon beschrieben – in Tierversuchen die Fortpflanzungsfähigkeit eingeschränkt. Außerdem sind viele Stoffe enthalten, die die Schutzbarriere der Haut zerstören.

Aus diesem Grund lohnt es sich, darüber nachzudenken, sein eigenes Haargel bzw. Haarwachs herzustellen. Auch hierfür braucht ihr nur einige, wenige Zutaten:

2 EL Kokosöl

1 EL Wachs (zum Beispiel Bienenwachs, Carnaubawachs,…)

evtl. ätherische Öle

Bringt das Kokosöl und den Wachs im Wasserbad zum schmelzen. Wenn alles gut miteinander vermengt ist, gebt optional ein paar Tropfen ätherisches Öl für den Duft dazu. Anschließend füllt ihr die Mischung in ein geeignetes Gefäß. Wichtig: Je nach Jahreszeit braucht ihr mehr oder weniger Wachs. Im Winter ist das Kokosöl meist fest, im Sommer eher flüssig. Probiert es einfach ein bisschen mit der Konsistenz. Wenn ihr merkt, dass euch das Haarwachs noch zu fest ist, schmelzt alles nochmal ein und gebt mehr Fett hinzu, ist es euch zu flüssig mehr Wachs.

4. „Beach Wave“ Salzspray

Was ist in den Produkten aus der Drogerie drin? Die Inhaltsstoffe von Salzsprays sind meist relativ unbedenklich. Bei einigen kommt aber wieder der Aerosolbehälter hinzu und natürlich ist alles chemisch hergestellt – Und für das, was eigentlich nur rein muss, viel zu teuer.

Deshalb lohnt es sich auch hier, selbst Hand an zu legen und sich das eigene Spray ganz einfach selbst zusammenzumischen! All you need is:

1 Tasse abgekochtes Wasser

1,5 TL selbstgemachtes Haargel

2 TL Meersalz

eine Sprühflasche

Vermengt alles in der Tasse miteinander, bis die Lösung relativ homogen aussieht. Dann wird das Spray nur noch in die Flasche umgefüllt. Ganz wichtig: Am besten auch hier eine durchsichtige verwenden, um Strukturveränderungen direkt zu sehen. Außerdem solltet ihr vor jedem Benutzen die Mischung ordentlich schütteln!

Allgemeines: Die Informationen über die Inhaltsstoffe der Produkte stammen von Codecheck. Das ist eine tolle Website, mit der ihr checken könnt, was in euren Produkten drinne steckt! Ihr müsst außerdem nicht immer neue Umverpackungen kaufen. Alte Deoflaschen mit Sprühkopf eignen sich hervorragend als Haar- und Salzsprayflaschen, ausgediente Haargeldosen für euer Selbstgemachtes. Was ihr außerdem beachten solltet: Das sind Rezepte, die für mich gut funktioniert haben und insgesamt aus Inhaltsstoffen bestehen, die unbedenklich sind. Falls ihr eine Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe habt: Finger weg! Und: benutzt natürlich immer die Produkte, die ihr noch Zuhause habt, bis zum bitteren Ende. Ich weiß, dass man alles immer ganz schnell weghaben will, aber die guten Produkte wegzuwerfen, kommt der Umwelt auch nicht zu Gute 🙂

 

 

 

 

 

2 thoughts

  1. Danke für die Anregung zum Trockenshampoo, das kommt auf meine ToDo Liste 😀 Aber eine Frage hab ich doch: Wozu braucht man denn Salz Spray? Das hab ich bis jetzt noch nie gehört 🙂

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    1. Salz Spray benutzt man, um so natürliche Wellen ins Haar zu zaubern – wie nach dem Baden im salzigen Meerwasser :)) viel spaß beim Nachmachen!:)

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