Umweltfreundliche Schreibtisch-Alternativen

Seinen Schreibtisch umzustellen gehört sicher nicht zu den ersten Baustellen, die man eröffnet, wenn man sich dazu entscheidet, sein Leben nachhaltiger zu gestalten. Trotzdem kommt für viele von uns – vor allem Büromenschen, Studenten, Eltern von schulpflichtigen Kindern – irgendwann der Punkt, an dem wir merken: Wegwerf-Kullis bringen es nicht und passen auch nicht mehr zu unserem Lebensstil. Ich habe deshalb einige Alternativen zu Schreibtisch-Klassikern gesammelt und auch einige Online Shops rausgesucht, die viele der empfohlenen Artikel führen – schließlich hat nicht jeder die Möglichkeit, die Sachen vor Ort zu kaufen.

Der Inhalt der Federmappe, der schnell verbraucht wird

Fangen wir bei dem an, das wahrscheinlich die meisten in irgendeiner Form besitzen: Ein Mäppchen, in dem Stifte, ein Lineal und andere Kleinigkeiten aufbewahrt werden. Der wichtigste Bestandteil ist idR der Kugelschreiber oder Füller. Das Problem: Bei Kugelschreibern fällt regelmäßig die Miene (wenn nicht sogar er gesamte Stift) als Müll an, bei Füllern ist es immerhin nur die Patrone. Es gibt aber eine ganz tolle Möglichkeit, sich an dieser Stelle den Müll zu sparen, nämlich Konverter-Mienen. Diese kann man mit Hilfe eines Tintenfasses immer wieder auffüllen und für seinen Füller verwenden. Einige Unverpackt Läden (z.B. Tante Olga in Köln) bieten auch einen Tintenfass-Refill-Service an.

Eine weitere Müllquelle im Mäppchen sind Textmarker. Besonders, wenn man mal vergisst, den Deckel drauf zu packen. Für dieses Problem gibt es prinzipiell zwei Lösungen: Es gibt einmal „normale“ Trockenmarker, die aussehen wie Buntstifte. Diese bekommt man in jedem Schreibwarengeschäft in allen gängigen Textmarker-Farben. Die Luxus-Variante wäre ein Textmarker mit Fallmine. Dieser ist ebenfalls trocken und man muss nur die Mine nachkaufen. Für Bleistifte, die einfach zu kurz sind, kann man sich einen Verlängerer anschaffen. So kann man Bunt- und Bleistifte, die fast an ihrem Lebensende angekommen sind, wirklich bis ganz zum Schluss verwenden. Apropos: Achtet beim Kauf am besten darauf, dass ihr unlackierte Stifte kauft. Hintergrund: Es sind oft Stoffe wie Weichmacher oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Vor allem bei Kindern (oder auch Erwachsenen), die gerne auf ihren Stiften rum kauen, würde ich darauf eher verzichten.

Radiergummis bestehen oft aus PVC und Weichmachern (Phthalate). Für den schulischen oder Hobby-Bedarf reichen deshalb Radierer aus Natur- oder Synthetik-Kautschuk vollkommen aus. Oft finden sich keine genauen Angaben über die Stoffzusammensetzung auf dem Radiergummi, dafür findet man oft „free from“-Angaben. Hier sollte man also darauf achten, dass kein PVC und keine Phthalate enthalten sind. Ist das nicht der Fall, werben die Hersteller idR auf dem Produkt damit.

Eine weitere, sehr große Baustelle sind Filzstifte. Sie trocknen oft aus, machen Flecken und landen dann im Müll samt Plaste-Hülle. Eine Alternative können Filzstifte sein, die man mit Wasser nachfüllen kann (sog. Aqua Pens). Allerdings sollen die laut Erfahrungsberichten nicht soo gut sein. Andere Variante: Darauf verzichten und stattdessen Buntstifte verwenden.

Dinge, die niemals kaputt gehen (und wenn doch, dann findet man super Alternativen)

Es gibt aus meiner Sicht einige Produkte, die quasi unkaputtbar sind. Dazu gehören für mich Locher, Tacker, Büroklammern, Lineal, Spitzer und Scheren. Ich werde keines dieser Produkte ersetzen, bevor sie nicht kaputt gehen. Und zugegebenermaßen habe ich auch immer noch meine Schere aus der Grundschule – es ist also wirklich sehr robust alles. Aber vielleicht war meine Grundschulzeit auch noch vor dem Zeitalter der geplanten Obsoleszenz. Falls mal etwas kaputt geht oder verloren wird: Es gibt für wirklich alles nachhaltige, plastikfreie Alternativen. Zum Beispiel Spitzer aus Pappe, Locher und Tacker aus Metall und Holz, Büroklammern kann man auch umbeschichtet bekommen, Lineale gibt es aus Holz und Scheren gibt es auch mit Metallgriff.

Klebstoffe

Klebstoff ist aus meiner Sicht ein heikles Thema. Oft werden nämlich bedenkliche Stoffe als Lösemittel benutzt, zum Beispiel Alkohole, Aromatische Kohlenwasserstoffe, Ester oder Ketone. Eine tolle Flüssigkleber-Alternative ist aus meiner Sicht deshalb der Gutenberg Gummierstift. Er besteht aus in Wasser gelöstem Baumharz („Gummi arabicum“), außerdem kann man Nachfüllkleber in größeren Gebinden kaufen und die „Hauptflasche“ besteht aus Glas. Auch die Einzelteile kann man nachkaufen. Es ist also kein Problem, wenn einmal etwas verloren geht. Diesen Kleber habe ich auch selbst schon getestet bei flüchtigen Buchrücken und ich muss sagen: Es hält bombenfest.

Einen weiteren Kleber dieser Art habe ich neulich in München entdeckt: Cocconia. Den Kleber gibt es flüssig in einer Blechdose (ein kleiner Pinsel ist im inneren der Dose zum Auftragen des Klebers enthalten) und auch als Stift (dann allerdings in Plaste). Der Kleber ist frei von Lösungsmitteln und auf Kartoffelstärke-Basis. Besonders positiv: Wenn er einmal austrocknen sollte, dann kann man ihn einfach mit Wasser wieder reaktiveren.

Zu einem Schreibtisch gehört aber auch Klebeband bzw. Test (was ja oft synonym verwendet wird). Meine Alternative dazu Papierklebeband. Das gibt es sowohl in Tesa-Roller-kompatiblen Größen, als auch in XL.

Schulausrüstung

Ordner & Heftumschläge

Schulen verlangen Umschläge um Hefte und Bücher, um sie zu schützen. Viele greifen dann auf passende Umschläge aus Plastik zurück. Das muss aber nicht sein: Man kann einfach altes Geschenk- oder Zeitungspapier nehmen, um die Bücher und Hefte einzubinden. Damit sorgt man nicht nur dafür, dass man selbst oder die eigenen Kinder nicht so häufig mit Plastik in Berührung kommen, sondern verwendet den eigenen Müll auch noch wieder.

Wasserfarben

Wasserfarben sind auch eine Sache, die einen eigentlich die ganze Schulzeit über begleiten. Deshalb lohnt es sich hier, auf einen Kasten zu setzen, der ein Metallgehäuse hat, weil es einfach viel stabiler ist, als ein Plaste-Kasten. Die haben oft auch den Vorteil, dass man die leeren Farben einzeln nachkaufen kann. Außerdem gibt es Wasserfarben, die aus Pflanzenkonzentraten und Lebensmittelfarbe bestehen.

Blöcke & Schreibhefte

An Schulen ist es selten akzeptiert, wenn man von den Vorgaben abweicht. Ich erinnere mich noch daran, dass wir bis zur 4. Klasse immer perfekt genormte Hefte kaufen mussten, damit wir die Buchstaben und Schreibstift besser lernen konnten. Es macht zwar irgendwo Sinn, aber…naja. Wenn man solche Hefte kaufen muss, dann sollte man darauf achten, dass die Bäume FSC zertifiziert waren oder das ganze Heft aus Recyclingpapier besteht! Wenn die heiße Schreibschrift-Phase überwunden ist, dann kann man auch aus Altpapier in vielen Copy-Shops Blöcke binden lassen. Vorteil: Man verwendet Altpapier wieder UND gibt seinem Kind (oder sich selbst) die Möglichkeit, auf den Rückseiten kreativ zu sein.

Die besten Bezugsquellen für nachhaltigen Schul- und Bürobedarf

Aus meiner Sicht findet man auf den folgenden Seiten eine gute, solide Auswahl an nachhaltigem Schul- und Bürobedarf, weshalb ich sie euch ohne Auftrag empfehle:

  • Memo.de: Hier gibt es einfach alles. Von Ordern, über Hefte, Blöcke, Radiergummies bis hin zu einem ganz großartigen Wasserfarbkasten kann man hier eigentlich alles kaufen, was ich in meinem Beitrag angesprochen habe.
  • zerowasteladen.de: Hier findet man einige der Produkte, die es auch bei memo gibt. Wenn man hier alles findet, was man sucht, empfehle ich die Bestellung hier. Denn bei Selbstständigen wird sich noch richtig über eine Bestellung gefreut.
  • manufactum.de: Hier findet man beispielsweise den Cocconia Kleber und Papierklebeband auf großen Rollen. Der Vorteil: Manufaktur hat auch viele Filialen in ganz Deutschland, man muss also nicht alles bestellen.

 

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