Zero Waste Menstruation

Die Menstruation ist ein Thema, das (fast) alle Frauen* im Laufe ihres Lebens betrifft. Im Durchschnitt menstruiert eine Frau* in ihrem Leben auf einen Zeitraum von rund vierzig Jahren gerechnet acht volle Monate. Klassischerweise werden dafür Tampons und/oder Binden benutzt. Und zwar ungefähr 17.000 Stück, was eine ganz schöne Menge ist. In die Produktion der Binden und Tampons fließt viel Energie. Und das, obwohl es sich um ein Wegwerf-Produkt handelt. Allein deshalb lohnt es sich, mal die Alternativen in Betracht zu ziehen. Aber es gibt noch einige weitere Gründe, denn viele wissen gar nicht, was sie da eigentlich in sich einführen.

Warum wir für Tampons und Binden eine Alternative brauchen

Tampons bestehen aus Zellwolle, Viskose und/oder Baumwolle. Darüber hinaus werden Tampons von einer Kunststoffschicht ummantelt, damit man sie besser einführen kann. In der Regel wird bei der Produktion auf konventionelle Baumwolle zurück gegriffen. Der Anbau von Baumwolle ist schon länger im Fokus der Nachhaltigkeit-Community, weil oftmals Massen an Pestiziden eingesetzt werden, der Abbau am anderen Ende der Welt unter furchtbaren Bedingungen stattfindet und die Aufbereitung einen sehr hohen Wassereinsatz erfordert. Wenn man auf konventionelle Tampons nicht verzichten will, sollte man also zumindest darauf achten, dass es sich um Bio-Baumwolle handelt. Das ist keine perfekte Lösung, aber ich will mir nicht anmaßen darüber zu urteilen, ob es nicht Frauen* gibt, die nichts anderes als Tampons verwenden können. Übrigens reduziert sich durch die Verwendung von Bio-Tampons auch das Risiko, am Toxischen Schocksyndrom zu erkranken. Das sagt zumindest eine Studie der New York School of Medicine.

Ein weiterer Grund, weshalb es sich lohnt, nach einer Alternative für Tampons und Binden zu schauen, ist der Kostenfaktor. Rechnen wir einmal nach (ich nutze exemplarisch den Preis der bekanntesten Tampon-Marke): Wenn eine Frau* 17.000 Tampons in ihrem Leben verbraucht, dann entspricht das bei einer Packungsgröße von 56 Tampons insgesamt 304 Packungen, die man im Laufe seines Lebens „verblutet“. Aktuell kostet eine Packung im Handel 4,25 Euro. Das macht 1290 Euro, die eine Frau für ein Leben als menstruierender Mensch zahlt. Wahnsinn, oder? Bei Binden kommt man über den gleichen Rechnungsweg (Annahme: Packung eines großen Herstellers enthält 12 Binden zu 2,75 Euro) sogar auf knapp 3900 Euro, die eine Frau ausgeben müsste. Ohne zu viel vorweg nehmen zu wollen: Das geht deutlich günstiger.

Welche Alternativen gibt es?

Um einen möglichst umfassenden und hilfreichen Überblick über die (gängigsten) Alternativen zu Tampons und Binden zu geben, habe ich mich dazu entschlossen, sie in verschiedenen Kategorien zu „bewerten“. Zunächst bekommt ihr einmal das Produkt vorgestellt sowie die Stärken und Schwächen der jeweiligen Produkte aufgezeigt. Das kann beispielsweise die Handhabe sein oder auch die Sicherheit. Danach folgt – sofern vorhanden – meine persönliche Erfahrung mit dieser Möglichkeit, zu menstruieren. Weil ich persönlich es sinnlos finde, seine mögliche Kaufentscheidung von der Stimme einer Person abhängig zu machen, habe ich mich dazu entschieden, ein paar weitere Frauen und Mädels mit ins Boot zu holen, die mir etwas zu den Produkten erzählen, die sie bereits getestet und für gut oder nicht gut befunden haben. Ich hoffe, dass wir euch so einen umfassenden Überblick über die Alternativen geben können!

Menstruationstasse

Die Menstruationstasse ist wohl die bekannteste Alternative zu Tampons. Sie besteht in der Regel aus medizinischem Silikon. Es handelt sich dabei um eine Art Auffangbehälter, den man zusammen gefaltet in seine Scheide einführt. In der Scheide entfaltet sich die Tasse dann und durch die becherartige Form wird das Blut aufgefangen. Nach ein paar Stunden wird die Tasse entleert, in dem man sie, noch in der Scheide steckend, zusammen drückt. Dann kann man die Tasse heraus nehmen, das Blut in die Toilette geben und die Tasse ausspülen. Anschließend wird sie wieder eingeführt. Vor und nach jeder Periode sollte man seine Tasse auskochen. Kostenfaktor: Die Tassen sind extrem langlebig, sodass man sie 8-10 Jahre verwenden kann. Eine durchschnittliche Frau wird also vier bis maximal fünf Menstruationstassen im Laufe ihres Lebens benötigen. Der Preis für eine Tasse variiert dabei sehr stark. Wenn wir von einem mittleren Preis von rund 25 Euro ausgehen, ist man mit rund 100 Euro für seine gesamte Periode dabei.

Vorteile: Sehr günstig, langlebig und keine bedenklichen Inhaltsstoffe. Außerdem muss man sich während seiner Periode nicht daran erinnern, eventuell noch was einzupacken für den Fall der Fälle. Weil es eine gängige Methode ist, findet man online in vielen Foren Hilfe, wenn man Fragen hat. Man kann auch damit schwimmen gehen ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob das Rückholbändchen aus dem Bikini quetscht.

Nachteile: Für viele ist es wahrscheinlich ungewöhnlich, eine Tasse einzuführen oder ihr Blut so genau zu betrachten.  Das Einführen wird anfangs von vielen als schmerzhaft beschrieben.

Das sind meine Erfahrungen mit der Menstruationstasse

Ich persönlich benutze die Menstruationstasse jetzt seit anderthalb Jahren. Anfangs ist es mir sehr schwer gefallen, die richtige Größe zu finden, weshalb ich bei meinem ersten Kauf total ins Klo gegriffen habe: Die Tasse war einfach viel zu groß! Umtauschen war natürlich nicht, also musste eine neue Tasse her. Das Positive: Weil an der Tasse nichts dran ist, kann ich sie einfach aufbewahren und dann benutzen, wenn sie passt, beispielsweise nach einer eventuell in der Zukunft anstehenden Geburt.

Falls ihr eine Anlaufstelle zur Größenberatung sucht: Ich bin durch eine Kooperation mit Me Luna auf ihre Online-Beratung zum Thema Menstruationstasse aufmerksam geworden. Die Mädels hatten mir nämlich geraten, mich vorher online von ihnen beraten zu lassen. Gesagt, getan. Als ich dann meine Test-Tasse erhalten habe, hat sie perfekt gepasst. Ich kann diesen Service wirklich wärmstens empfehlen. Wie übrigens auch die gesamte Firma. Es handelt sich um einen kleinen Betrieb, der bereits 2009 anfing, die Tassen zu produzieren. Als es noch nicht en vogue war, eine zu haben. Und: Die Firma wurde von Frauen für Frauen gegründet. Denn 2009 gab es in Deutschland nicht wirklich Cups zu kaufen. Und wenn, dann nur online und sehr teuer. Die Frauen wollten eine bezahlbare Tasse und haben sie sich selbst geschaffen – das finde ich klasse! (Hinweis an dieser Stelle: Die Werbung in diesem Artikel ist weder bezahlt, noch abgesprochen. Ich finde das einfach wirklich toll!)

Falls ihr Probleme beim Einführen habt, kann ich euch Gleitgel als Helfer ans Herz legen. Ich persönlich empfinde es dadurch als wesentlich angenehmer! Vor allem aber weiß ich an meiner Menstruationstasse zu schätzen, dass ich nicht mehr daran denken muss, Ersatztampons einzupacken. Das hat mir nämlich immer unheimliche Probleme und die ein oder andere versaute Hose bereitet. Charlott von thehappyyears.de empfiehlt, einfach Wasser zu nehmen!

Das sagen die Mädels zur Menstruationstasse

„Meine Begeisterung für die Menstruationstasse entdecke ich erst nach einigen Verzweiflungen. Bei meinen ersten Trageversuchen während der Periode ging nämlich leider noch ziemlich viel Blut daneben. Das meine Menstruationstasse damals zu klein für mich war, erkannte ich erst nachdem ich mich verstärkt auf meinen Körper und meine Monatsblutung konzentrierte.
Inzwischen habe ich mir eine Menstruationstasse mit einem größeren Fassungsvolumen gekauft, die auch stärkere Seitenwände hat und so stabiler sitzt.“ – Tati, incapitalletters.de
 
 
 
„War für mich in der Zeit in der ich noch die Pille genommen habe DER Game Changer schlechthin! Ich und meine Tasse, wir waren ein eingespieltes Team und ich misse sie mittlerweile ganz schön. Denn seitdem ich die Pille abgesetzt, den Kupferball bekommen und mit Poledance angefangen habe wollte sie nicht mehr dicht halten. War ihr wohl zu viel Veränderung auf kurze Zeit, deshalb habe ich mich noch mit anderen Alternativen versucht.“ – Inga, Zero Waste Deutschland
 
 
 
„Das Gefühl mit der Tasse ist ein Ähnliches [wie bei der Free Bleeding Methode]. Man spürt sie im besten Fall nicht und man muss erstmal lernen damit umzugehen. Aber auch damit muss ich mich noch mehr auseinandersetzen. Und vielleicht nochmal eine andere Tassengröße testen.“ – Anna, Enge Freundin + Mutmacherin

 

„Man wird ja immer noch ein bisschen schief angeguckt, wenn man sagt, dass man eine Menstruationstasse verwendet. Da kommen dann direkt so Fragen wie ‚Ach du verwendest das Teil wieder?‘ oder ‚Und wie machst du das, wenn du auf öffentlichen Toiletten bist?‘. Trotzdem sage ich das mittlerweile sehr gerne und voller Selbstbewusstsein! Ja, manchmal ist es etwas eklig, die Tasse auf einer öffentlichen Toilette zu leeren, aber die Vorteile von dem Ding überwiegen einfach mal doppelt und dreifach. Eines der besten Sachen an der Tasse ist ja, dass man sie auch nachts tragen kann, ohne sich Gedanken machen zu müssen – Sie ist nämlich wesentlich hygienischer als beispielsweise Tampons. Und mein Lieblingsvorteil: Wenn ich die Tasse benutze, habe ich tatsächlich keine so krassen Menstruationsschmerzen!“ – Peggy, enge Freundin + Herzensmensch

 

Stoffbinden

Stoffbinden kann man quasi Äquivalent zu ihren Wegwerf-Schwestern nutzen: Ab damit in die Unterhose und gut ist! Es gibt wie bei konventionellen Binden sowohl stärkere, als auch schwächere Modelle, große und kleine Binden und sogar welche für Strings. Die Stoffbinden halten allerdings nicht durch einen Klebstreifen, sondern durch Druckknöpfe, mit welchen man die Flügel der Binde schließt. Nach dem Tragen könnt ihr die Binden entweder in einer Wetbag aufbewahren und dann gemeinsam waschen oder direkt in die Waschmaschine geben (einige nehmen auch eine Vorwäscht mit der Hand vor). Kostenfaktor: Hängt sehr stark davon ab, wie ihr’s macht. Ihr könnt die Binden nämlich auch selbst machen. Wenn man die Binden nur als zusätzliche Absicherung für starke Tage nimmt (so mache ich das), dann reichen drei Stück vollkommen aus. Wenn ihr nur Binden tragt, dann braucht ihr sicher 10 Stück. Eine Binde kostet so im Schnitt 5-8 Euro. Da seid ihr also mit 80 Euro dabei. Kaputt gehen kann dabei an sich nichts. Aber man wechselt sie trotzdem alle paar Jahre mal aus, schätze ich. Wahrscheinlich landet man damit in seinem gesamten Menstruations-Leben bei rund 200 Euro, wenn man fertige Binden kauft.

Vorteile: Kostengünstig, wenn man sie selbst herstellt, und eigentlich unkaputtbar. Sehr gut für leichte Tage.

Nachteile: Man sitzt wie bei normalen Binden auch in seinem Blut, das mögen viele nicht. Außerdem empfinden es einige als komisch, die blutigen Binden in die Wäsche zu geben. Auch die Druckknöpfe können stören. Sie bieten weniger Halt als konventionelle Binden.

Das sind meine Erfahrungen mit Stoffbinden

Ich persönlich besitze drei Stoffbinden von Imse Vimse, die ich nur als Backup an starken Tagen, oder am letzten Tag der Periode, wenn fast nichts mehr kommt, trage. Dafür finde ich sie super, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich es mir nicht vorstellen könnte, mich die ganze Periode über nur auf (Soff-)Binden zu verlassen. Ich mag das Gefühl einfach nicht, in meinem eigenen Saft zu sitzen. Das fühlt sich für mich nicht gut an. Auch, weil ich eine sehr starke Periode habe. Beim Fahrradfahren nerven mich die Druckknöpfe manchmal, weil sie sehr einschneiden. Und die Tatsache, dass ich Stoffbinden für Strings gekauft habe, hat sich auch gerächt: Weil der Halt, der sonst von der Länge der Binden her rührt, fehlt, tanzen mir meine Stoffbinden manchmal ganz schön auf der Nase rum, wenn sie einfach so rum rutschen, wie sie lustig sind.

Das sagen die Mädels zu Stoffbinden

„Zusätzlich zu meiner Menstruationstasse trage ich gerne Stoffbinden, mit denen ich mich noch sicherer fühle, auch wenn inzwischen nichts mehr daneben geht. Gerade für die Nacht bieten die Stoffbinden aber bei einer starken Blutung einen zusätzlichen Schutz. Damit die Stoffbinden optimal in Form, Länge und Dicke an meinem Körper angepasst sind, nähe ich sie einfach aus Baumwoll – sowie Moltonstoff selber.“ – Tati, incapitalletters.de

„Waren die nächste Lösung für mich. Super easy anzuwenden und, für mich, viel angenehmer zu tragen als die Wegwerfbinden. Auch unangenehme Gerüche entstehen überhaupt nicht!
Durch die oben genannten Veränderungen hat sich meine Periode leider in ihrer Intensität auch sehr verstärkt. Weshalb ich nicht nur auf Binden zurückgreifen kann sondern mittlerweile eine Mischung aus Binden und Menstruationsschwämmchen verwende. Da sie in ihrer Anschaffung (in der Menge die ich brauche) doch recht teuer sind habe ich für mich mittlerweile auch das ein oder andere Handtuch umgenäht und, ja das geht auch, manchmal müssen auch einzelne, saubere Socken herhalten, wenn eben wirklich mal alles in der Wäsche ist #notmachterfinderisch. ;)“ – Inga, Zero Waste Deutschland

 

Wiederverwendbare Tampons

Bei wiederverwendbaren Tampons ist es ähnlich wie mit den Binden: Sie bestehen aus Stoff und sind quasi das Äquivalent zu Wegwerf-Tampons. Ich habe sie bislang nur bei Imse Vimse gesehen. Die Firma hatte mir die Tampons dann vor rund einem Jahr zum testen zugeschickt. Bevor man sie benutzt, muss man den Stoff zusammen rollen, sodass ein Tampon entsteht und es dann mit dem Rückholbändchen fixieren. Anschließend werden sie wie die Stoffbinden behandelt: Ab ins Wetbag, dann wird gewaschen. Kostenfaktor: 8 Tampons kosten 22 Euro. Die Kosten richten sich dann danach, wie viele Tampons man während seiner Periode verbraucht. Ich schätze mit 16 Tampons sollte man ganz gut ausgestattet sein. Die werden dann immer mal erneuert. Da landen wir vielleicht bei 200-250 Euro?

Vorteile: Geringere Kosten als bei Wegwerf-Tampons. Die Tampons vom Imse Simse sind frei von Giftstoffen und Bio.

Nachteile: Der Stoff trocknet die Scheide aus und das Einführen ist mühsam.

Das sind meine Erfahrungen mit Stofftampons

Ich muss leider wirklich sagen: Nach einem anfänglichen Hype hat sich bei mir schnell Ernüchterung eingestellt. Denn sie sind genau so, wie herkömmliche Tampons auch (und  weisen damit alle Eigenschaften auf, die mich dazu gebracht haben, keine Tampons mehr zu tragen). Für meinen Geschmack trocknen die Tampons die Scheide zu sehr aus. Weil das Material so trocken ist, ist das Einführen auch schwierig. Vor allem, weil der Stoff viel ‚biegsamer‘ ist als der von konventionellen Tampons. Außerdem finde ich dieses Rückholbändchen total widerlich! Die Reinigung hat mir allerdings keine Probleme bereitet. Das ist wirklich total easy! Ich habe jetzt immer welche dabei, falls ich mal Zwischenblutungen habe und meine Tasse nicht im Rucksack ist.

Das sagen die Mädels zu Stofftampons

Ich habe bisher leider niemanden gefunden, der die Stofftampons außer mir getestet hat und mir etwas dazu erzählen wollte. Falls du die Tampons getestet hast und mir etwas dazu erzählen willst, dann schreib mir gerne eine Nachricht bei Instagram. Ich freue mich, von dir zu lesen! Das gilt übrigens auch für alle anderen hier vorgestellten Alternativen!

 

Menstruationsschwämmchen

Die Schwämmchen werden wie der Großteil der anderen Varianten auch in die Scheide eingeführt. Dafür muss man das Schwämmchen anfeuchten und anschließend gut ausdrücken. Dann wird es mit zwei Fingern eingeführt und fängt das Blut auf, welches man bei der Periode verliert. Um es zu entfernen muss man mit seinem Beckenboden arbeiten und es langsam aus der Scheide raus pressen. Sobald man mit den Fingern nach ihm greifen kann, kann man den Vorgang beschleunigen. Danach sollte man das Schwämmchen unter kaltem Wasser auswaschen. Dann kannst du es wieder einführen. Von Zeit zu Zeit sollte man die Schwämmchen auch ausgiebiger reinigen. Tipps dazu findet ihr hier. Kostenfaktor: Ich habe online leider nichts zur Nutzungsdauer von den Schwämmchen gefunden. Allerdings kann man sie wohl im Endeffekt so lange wiederverwenden, bis sie porös werden. Ein Schwamm kostet zwischen 4-7 Euro und man braucht im Endeffekt ja nur einen davon.

Vorteile: Hoher Tragekomfort, sehr weich und deshalb gut für junge Mädchen geeignet, spart Geld und Müll, trocknet die Scheide nicht aus, auch beim Sex tragbar. Außerdem kann man die Größe des Schwamms selbst bestimmen, weil man ihn zuschneiden kann.

Nachteile: Es handelt sich um ein Naturprodukt, welches an der levantinischen Küste gepflückt wird. Es kann sein, dass es dadurch zu Schaden an der Natur kommt.

Meine Erfahrungen mit Menstruationsschwämmchen

Bisher habe ich noch keine Schwämmchen genutzt, aber beim Schreiben habe ich echt Lust darauf bekommen!

Das sagen die Mädels zu Menstruationsschwämmchen

„Sind 1a für leichte Tage! Da halten sie einige Stunden durch und nachdem man sie mit kaltem Wasser ausgewaschen hat sehen sie auch wieder aus wie neu. Ich finde sie super angenehm, denn sie halten, was sie versprechen: Im Gegensatz zu Tampons trocknen sie die Scheide überhaupt nicht aus! Für stärkere Tage sind sie allerdings leider nicht zu empfehlen, hier macht eine Kombi mit waschbaren Binden Sinn. (So handhabe ich es mittlerweile für mich).“ – Inga, Zero Waste Deutschland

 

Menstruationsunterwäsche

Menstruationsunterwäsche ist gerade total im Kommen. Es gibt immer mehr Firmen, die den Markt erobern und die Periode nachhaltiger gestalten wollen, indem sie ihre wiederverwendbaren Pantys anbieten. Menstruationsunterwäsche trägt man zunächst genau so, wie normale Unterwäsche auch. Mit dem Unterschied, dass ein Saugkern enthalten ist, der das Blut auffängt. Dieser besteht in der Regel aus drei Schichten: Eine, die an deinen Schleimhäuten anliegt und das Blut ins innere leitet. Diese Schicht fühlt sich nicht feucht an und soll so für ein gutes Tragegefühl sorgen. Die Mittlere Schicht ist antibakteriell und absorbierend, sie saugt das Blut also auf. Die Dritte sorgt dafür, dass nichts daneben geht. Sie lässt keine Flüssigkeiten nach außen dringen. Nach dem Tragen wird die Hose gewaschen. Die Zusammensetzung des Saugkerns variiert von Unternehmen zu Unternehmen, teilweise sind aber auch Kunstfasern enthalten (Vorsicht, diese können beim Waschen als Mikrofasern ins Abwasser gelangen!).  Kostenfaktor: Der Hersteller ooshi gibt an, dass man für eine Periode im Durchschnitt 5 Hosen braucht und diese rund zwei Jahre halten. Im Durchschnitt kostet eine Menstruationsunterhose um die 30 Euro, fünf Stück entsprechend 150 Euro. Wenn jede Ausstattung rund zwei Jahre hält, dann brauchen wir insgesamt 20 Mal eine neue Ausstattung. Das macht rund 3000 Euro, wenn man ausschließlich mit Menstruationsunterhosen in seine Menstruation starten will.

Vorteile: Für Frauen, die Tampons, Cups & Co. als störend empfinden gut geeignet, nach einer Entbindung als Ersatz für die Binde entspannter zu tragen.

Nachteile: Kostenfaktor! Je nach Hersteller und Modell kann es sich anfühlen, als würde man eine Windel tragen.

Meine Erfahrungen mit Menstruationsunterwäsche

…habe ich leider (noch) nicht gesammelt.

Das sagen die Mädels zur Menstruationsunterwäsche

„Für mich persönlich waren Period Pants eine sehr eigene Erfahrung. Als ich zum ersten Mal davon gehört habe, fand ich die Idee ziemlich cool. Und obwohl ich ein bisschen skeptisch war und mit meiner Tasse seit Ewigkeiten zufrieden bin, habe ich mir eine bestellt und getestet. Überzeugen konnten sie mich aber leider nicht. Ich persönlich mag das Tragegefühl, besonders tagsüber, gar nicht. Ich finde die Pants rascheln in der Hose und ich fühle mich immer ein bisschen als hätte ich eine Windel an. Nachts als Backup zur Tasse geht es schon. Inzwischen trage ich die Parts tatsächlich gar nicht mehr.“ – Charlott, thehappyyears.de

 

„Nicht nass, nicht eklig, absolut nicht wie eine Binde oder Windel – gängige Sorgen zu Menstruationsunterwäsche haben sich  bei mir null bewahrheitet. Ich habe mir vor ein paar Monaten eine Ooshi bestellt und bin bisher zufrieden. Meine Tage sind besonders am Anfang immer extrem stark. Nachts trage ich also zu Beginn zusätzlich zur Menstruationstasse die Perioden-Unterhose und finde es total angenehm. Dann wasche ich die Panty, ziehe sie gegen Ende meiner Tage wieder an und kann die Menstruationstasse weglassen. Eine Unterhose reicht mir auf Dauer aber nicht; ich denke, ein Set von drei bis vier Perioden-Hosen wäre für mich sinnvoll.“ – Sarah, Freundin + Wahl-Berlinerin

Free flow, Free bleeding, Freie Menstruation

Die Freie Menstruation ist ein Trend, der aus den feministischen Bewegungen aus den USA zu uns rüber geschwappt ist. Die Idee dahinter: Anstatt sich und seine Periode zu verstecken, indem man Periodenprodukte nutzt, soll man es einfach laufen lassen. Was vielen unter Umständen nicht bewusst ist, ist dass die Menstruation in anderen Teilen der Welt nicht nur durch Tampons kaschiert wird, sondern Frauen in dieser Zeit teils ihre Dörfer verlassen und in einsamen Hütten leben müssen, weil sie als unrein gelten. Genau dagegen will sich die Bewegung positionieren. Außerdem, so argumentieren sie weiter, schleusten Menstruationsprodukte Bakterien in die Vagina, welche dann Entzündungen auslösen können. Natürlich soll auch bei dieser Methode nicht alles in der Hose landen und man selbst sich unwohl fühlen. Vielmehr geht es darum, seinen eigenen Körper kennen zu lernen und dann, wenn es im Unterleib zieht und ein Stoß Menstruationsblut kommt, auf Toilette zu gehen. Durch Entspannung des Beckenbodens, ein Hin und Her Wippen oder eine Massage des Unterleibs soll das Blut dann in einem Schwall raus kommen. Kostenfaktor: Null.

Vorteile: Keine Kosten, wenns gut läuft auch keine Flecken und auf jeden Fall kein Müll.

Nachteile: Die Übung kostet einen sicher einige Zeit und die Methode ist nicht für Frauen* mit unregelmäßigem Zyklus geeignet, weil das wirklich Training erfordert.

Meine Erfahrungen mit der Free Flow Methode

Ich habe mich da bislang ehrlich gesagt nicht ran getraut!

Das sagen die Mädels zum Free Flow

„Meine Periode war schon immer sehr stark. Vor allem in den ersten Tagen. Nachdem ich Jahre lang immer nur Tampons verwendet habe und eine Zeit lang auch nur Binden verwendet habe, wollte ich etwas Neues probieren. Vor allem auch, weil ich Tampons immer als störend empfunden habe. Wirklich informiert hatte ich mich über die free bleeding Methode nicht. Ich hab es einfach ausprobiert, da ich keine Alternative fand. Wirklich Überwindung gekostet hat es mich anfangs nicht. Man merkt sehr gut, wann das Blut kommt und wann nicht.  Und das Bewusstsein dafür wird auch immer besser. Ich habe versucht möglichst immer eine Toilette in der Nähe zu haben und nur schwarze Hosen zu tragen. Wenn ich es nicht rechtzeitig geschafft habe eine Toilette aufzusuchen, dann war das halt so. Das Gefühl war dann aber meistens sehr unangenehm. Alles ist nass und ich hatte immer das Gefühl, dass jeder merkt, dass ich meine Periode habe. Grundsätzlich kann ich sagen, dass es körperlich die bisher angenehmste Methode war mit meiner Periode umzugehen. Mein Unterkörper war entspannter und ich hatte nicht mehr so starke Krämpfe bzw. das unangenehme Gefühl eine Fremdkörpers in mir. Am Ende war das unangenehme Gefühl und die Scham davor, dass es jemand merken könnte dann doch größer. Zuerst habe ich wieder auf Tampons gewechselt, bis ich zur Menstruationstasse gekommen bin.“ – Anna, Enge Freundin + Mutmacherin

Falls ihr eine der Methoden getestet habt und gerne eure Meinung dazu hier lesen wollt, dann schreibt mir (@mysustainableme) eine Nachricht bei Instagram. Viele differenzierte Erfahrungen helfen unter Umständen mehr, eine fundierte Kauf(-Entscheidung) zu treffen. Denn wie ihr gelesen habt: Menstruation kann ziemlich teuer werden!

 

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