Nachhaltig heiraten – Teil 1: Die Location

Im Sommer 2020 will Redakteurin Marisa ‚Ja‘ sagen. Die Hochzeit soll möglichst nachhaltig sein: Von der Location, über das Catering bis hin zum Kleid und anderen Details wird alles möglichst umweltfreundlich gestaltet. So zumindest der Plan. Bei EKOLOGISKA dokumentiert sie ihren Weg zur Öko Hochzeit und zeigt, dass es gar nicht so schwer ist, bei der Hochzeitsplanung an die Umwelt zu denken. Teil 1 des Dossiers zum nachhaltigen Heiraten widmet sich der Suche nach einer passenden Location. 

Die Crux: Allen Anforderungen gerecht werden

Die Suche nach einer passenden Location für eine Hochzeit ist auch ohne den Nachhaltigkeitsanspruch schon schwierig genug: Sie muss beiden gefallen, zum auserwählten Datum verfügbar sein, im finanziellen Rahmen liegen und ggf. noch andere, spezifische Anforderungen erfüllen (bspw. Barrierefreiheit). Je nachdem, wie man die eigene Trauung gestalten will, kommen dann noch weitere Standortfaktoren hinzu, die beachtet werden müssen. Schließlich will niemand vom Standesamt oder der Kirche Ewigkeiten bis zur Location brauchen. Bei diesen ganzen Kriterien scheint es schier unmöglich, noch weitere Faktoren in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Aber so viel kann ich schon vorweg nehmen: es geht! Man muss nur die Muße dazu haben.

Aber was bedeutet es eigentlich, eine nachhaltige Location zu wählen? Worauf kann man dabei achten? Einer der wichtigsten (wenn nicht sogar der wichtigste) Punkt ist, dass man die Location nach den Anfahrtswegen aller Beteiligten auswählt. Damit meine ich zwar in erster Linie die Gäste, aber eben auch Dienstleister wie Caterer, Musiker und möglicherweise auch einen Fotografen.

In meinem Fall ist es so, dass mein Verlobter und ich in Leipzig leben, meine Familie aber aus Hessen stammt, während (fast) seine gesamte Familie sowie unsere Freunde auch bei Leipzig wohnen. Deshalb haben wir uns für eine Hochzeit bei Leipzig entschieden. Die „kurzen“ Anfahrtswege kann ich mir also abschminken, weil es eben nicht anders geht. Irgendwer müsste immer fahren. Im Optimalfall für die Umwelt leben beide Familien bereits in einer Stadt und man kann eine Location aussuchen, die für alle zu Fuß oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. An dieser Stelle kommt wiederum ein ganz anderer Faktor ins Spiel, nämlich das Geld. Eine Location in einer guten Lage kostet. Wir hatten neulich ein Gespräch mit einer Location in der Kleinstadt, in die wir im Sommer ziehen, die uns mit allem drum und dran knapp 10.000 Euro gekostet hätte. Als Studentin wirklich absolut unmöglich. Zum Zeitpunkt unserer Hochzeit habe ich zwar eigentlich mein Studium bereits abgeschlossen, aber bei einem solchen Betrag müsste ich jetzt so viel sparen, dass ich keine Lebensmittel mehr kaufen könnte. Ich finde das sehr schade, weil diese Location wirklich Vieles geboten hätte: Schlafmöglichkeiten vor Ort, Bio-Catering, Spielmöglichkeiten für Kinder und ganz viel grün. Aber das basteln wir uns jetzt anders zusammen.

Eine Hochzeit auf dem Land kann auch seine Vorteile haben

Heiraten in der Stadt ist von der Infrastruktur her betrachtet am nachhaltigsten, weil man alles mit der Bahn oder ggf. dem Bus erreichen kann. Wenn man sich dafür entscheidet dem Budget zuliebe etwas aus der Stadt raus zu gehen, kann das aber auch einige Vorteile mit sich bringen. Denn wenn man beispielsweise in einer Kleinstadt standesamtlich heiratet und vor Ort eine gute Location findet, kann man meist einfach zu Fuß den Ort wechseln und braucht nicht mit dem Autokorso durch die Innenstadt fahren oder sich in eine überfüllte U-Bahn zu quetschen. Zudem finden sich in ländlicheren Gegenden ohne viel Aufwand schöne, grüne Oasen, an denen man wunderbar Erinnerungsfotos schießen kann. Und man kann seine Verwandten kostengünstiger unterbringen. Sie müssen dann auch nicht mit dem Auto zur Location kommen, denn man kann alle Wege erlaufen. Vor allem aber findet man dann Caterer, die bestenfalls noch Kontakte zum Landwirt am anderen Ende des Dorfes pflegen und deshalb super lokales Essen anbieten können.

adult-blur-bouquet-1630860
Auf dem Land muss man für schöne, naturnahe Erinnerungsfotos meist nicht weit fahren. Foto: Trung Nguyen | Pixels.com

So beziehungsweise so ähnlich haben wir es geplant: Wir haben eine Location außerhalb gefunden, eine alte Brauerei mit Grünfläche, in der wir feiern wollen. Vor Ort kann man alle Verwandten unterbringen, die Trauung durchführen und Fotos schießen – all in one quasi. Sobald wir die Location sicher haben, werden wir die Dienstleister auswählen. Dabei werden wir darauf achten, dass unsere Anforderungen an die Dienstleister erfüllt werden, die Distanz aber möglichst gering ist. Besonders gut für die Umwelt ist es, wenn gar nichts groß transportiert werden muss, sondern die Infrastruktur für ein Buffet beispielsweise schon vorhanden ist, wie es bei einem Bio-Hotel der Fall ist. Sowas geht aber schnell ins Geld und deshalb kann ich es sehr gut nachvollziehen, wenn man sich das lieber selbst zusammen basteln oder ggf. sogar selbst machen will. Dazu aber mehr in Teil 2 der Reihe.

Nachhaltig sozial: Das Geld für die Location gut investiert wissen

Eine kleine feine Rolle spielt aus meiner Sicht auch, wem man sein Geld gibt. Beispielsweise vermieten auch einige caritative Einrichtungen oder tolle Vereine, die sich für die Umwelt einsetzten, gegebenenfalls ihre Räumlichkeiten für Hochzeiten und andere Feierlichkeiten. Da liegt es meiner Ansicht nach besser, als bei einem großen Unternehmen oder einer dubiosen Studentenverbindung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Halte Ausschau nach einer Location, die für alle gut erreichbar ist
  • Achte darauf, ob und wie viel Infrastruktur bei der Location bereits vorhanden ist, um Transportwege für Technik & Co. zu vermeiden
  • Wenn es nicht anders geht und Gäste anreisen müssen: Reserviere Kontingente in Hotels beziehungsweise Pensionen in unmittelbarer Nähe zur Location
  • Achte darauf, dass du möglichst viele Programmpunkte an einem Ort unterbringen kannst
  • Vorteil Stadt: Guter ÖPNV
  • Vorteil Land & Kleinstadt: Alles liegt nahe beieinander, sodass man kein Auto benötigt

Weiterlesen im Dossier…

Teil 1 – Die Location

Teil 2 – Das Catering für deine Hochzeit

Teil 3 – Das Kleid

Teil 4 – Details

Spezial – Nachhaltige Hochzeitsfotografie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s