Die Zero Waste Dusche der anderen Art

Ein Stück Seife für den Körper, ein festes Shampoo für den Kopf: So sieht es wahrscheinlich in vielen Duschkabinen von Zero Wastelern aus, die den Plastikflaschen den Kampf angesagt haben. Das ist ein Schritt aus der eigenen Komfortzone, auch, wenn man selbst das unter Umständen nicht so wahr nimmt – denn die meisten haben vorher konventionelles Duschgel bzw. Shampoos aus der Flasche benutzt und diese sind auch heute noch in der breiten Bevölkerung sehr beliebt. Trotzdem hört man gelegentlich auch von Überzeugungstätern, dass sie nicht so gut damit klar kommen, dass sich die Haut nach dem Duschen mit fester Seife anders anfühlt, als mit klassischem Duschgel.

Für dieses Problem könnte es bald eine Lösung geben: nada – simply care. Ein 2 in 1 Produkt, das Duschgel und Shampoo vereint und dabei flüssig, aber trotzdem plastikfrei ist. Wie das funktioniert, darüber hat EKOLOGISKA mit Melissa Spoden gesprochen. nada ist ihr Herzensprojekt, weshalb sie jetzt mithilfe von Crowdfunding versucht, ihr Projekt zu realisieren.

EKOLOGISKA: Was verbirgt sich denn hinter nada?

MELISSA: nada ist das aller erste flüssige Duschshampoo, das komplett ohne Plastikmüll aus kommt. Das funktioniert, indem wir das Duschshampoo auf die wesentlichen Inhaltsstoffe reduziert haben. Da mussten wir uns ziemlich beschränken, weil wir nur Inhaltsstoffe mit aufnehmen konnten, die in einer pulvrigen Form vorliegen. Dadurch sind die Inhaltsstoffe auch sehr übersichtlich, was für den Kunden auch von Vorteil ist.

EKOLOGISKA: Und wie siehts mit der Verpackung aus, wenn ihr kein Plastik verwendet?

MELISSA: Das Pulver ist in einem Beutel aus Maisstärke verpackt. Das Material ist biologisch abbaubar, eigentlich dürfte es auch auf den Kompost Zuhause. Aber das dürfen wir offiziell so nicht sagen, weil wir dafür noch keine Zertifizierung haben. Die sind aber ziemlich langwierig und teuer, das heißt das können wir wahrscheinlich erst nächstes Jahr machen. Also, wenn alles gut läuft. Wenn man Nada anwenden möchte, dann muss man die Pyramide aus Maisstärke aufreißen und kann sie auf eine Flasche stecken und das Pulver rieselt in die Flasche. Man kann eine eigene Flasche nehmen oder die, die wir anbieten. Diese ist aus recyceltem Plastik. Jetzt muss man die Flasche nur noch mit 200ml warmem Wasser auffüllen und schon hat man Duschshampoo.

Das Pulver wird aus der Pyramide in eine Flasche gekippt und kann dann mit Wasser gemischt als Duschshampoo verwendet werden. Foto: Melissa Spoden

EKOLOGISKA: Klassischerweise benutzt man ja – zumindest bei Zero Waste – eine Seife für den Körper und ein festes Shampoo für die Haare. Beide Produkte haben ja unterschiedliche Inhaltsstoffe. Wie habt ihr das gelöst?

MELISSA: Eigentlich ganz klassisch, so wie es immer bei 2 in 1 Produkten ist: Man trifft sich in der Mitte! Also eigentlich ist er Unterschied zwischen Shampoo und Duschgel nur der Anteil der waschaktiven Substanzen, das sind immer zwischen 10-20 Prozent, bei uns sind es 13 Prozent. Es hängt auch immer ein bisschen davon ab, wie viel Wasser man dazu gibt. Deshalb bieten wir auch eine passende Flasche mit an, damit man den optimalen Anteil ganz einfach mischen kann. Das reicht komplett aus, um auch fettige Haare zu waschen. Daneben sind auch pflegende Komponenten enthalten, wie Protein aus Weizen. Das erhält die Feuchtigkeit von Haut und Haaren. Oder auch ein Pflegeextrakt aus der Guarbohne, was die Haare besonders leicht kammbar macht und auch eine antistatische Wirkung hat.

EKOLOGISKA: Tenside können ja durchaus auch schädlich für die Umwelt sein. Welche Tenside verwendet ihr für euer Duschshampoo?

MELISSA: Als Tenside verwenden wir Sodium Cocoyl Glutamate und Sodium Coco-Sulfat, diese sind beide nachhaltig in der Herstellung, biologisch abbaubar und als Naturkosmetik zertifiziert. Auch alle anderen Inhaltsstoffe entsprechen den Richtlinien der BDIH Cosmos Naturkosmetik Zertifizierung, dh sie müssen nachhaltig und ressourcenschonen produziert sein und sehr gut biologisch abbaubar.

EKOLOGISKA: Wie kamst du denn auf die Idee, nada zu entwickeln?

MELISSA: Das war ein ganz schön langer Weg. Ursprünglich hatten meine Eltern in den 80er/90er Jahren Nachfüllsysteme für ihre eigene Naturkosmetikserie entwickelt. Das kam erst gut an, konnte sich dann aber nicht wirklich etablieren, weil die Leute damals eben noch ganz anders unterwegs waren. Ich fand es total schade, dass das nicht funktioniert hat und habe das immer im Hinterkopf gehabt und eben überlegt, wie man das heutzutage etwas komfortabler umsetzen könnte, sodass es eben viel mehr Leute erreicht, als die, die extra in den Unverpackt Laden fahren und schon aktiv sind. Das war so ungefähr vor 3-4 Jahren. Da fing ich dann an zu schauen, ob es Möglichkeiten gibt, flüssiges Duschgel in diese kompostierbaren Plastikflaschen zu füllen und habe da wirklich super viel telefoniert mit dem Fazit, dass das einfach nicht funktioniert. Denn ab dem Moment, in welchem man Wasser mit diesem kompostierbaren Plastik in Kontakt bringt, fängt es an, sich aufzulösen. Und jetzt in der Zwischenzeit bin ich auch froh, dass ich das nicht weiter verfolgt habe, weil das Bio-Plastik jetzt auch zunehmend in der Kritik steht, weil das alles doch nicht so funktioniert, wie damals gedacht.

Danach war ich erstmal deprimiert und habe das schleifen lassen. Ich dachte, das funktioniert einfach nicht, bis ich mit meiner Schwester gemeinsam auf die Idee gekommen bin, dass das ja nur relevant ist, wenn man das Wasser im Produkt hat. Zwischendrin hatte ich noch diverse andere Ideen. Und über tausend Umwege sind wir dann auf die Idee gekommen, dass man ja die Inhaltsstoffe einfach auf das reduzieren kann, was man in Pulverform bekommen kann und was sich Zuhause super gut in Wasser lösen kann, denn viele Inhaltsstoffe von Shampoos sind öl-basiert, lösen sich nur in Alkohol.


Zur Crowdfunding-Kampagne von nada kommt ihr hier.

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