Wie können wir unser Geld zukunftsfähig anlegen?

Warum wir darauf achten sollten, wem wir unser Geld anvertrauen

Ohne Konto geht in unserer Gesellschaft nichts, nicht einmal Sozialhilfe bekommt man, ohne Kunde bei einer Bank zu sein. Kurzum, quasi jeder hat und braucht ein Konto, was viele Kunden für unsere Banken bedeutet und damit auch Geld, mit dem sie arbeiten können. Was die Banken damit machen, das variiert sehr stark: Von der Förderung erneuerbarer Energien bis hin zu Waffenexporten und der Finanzierung von Kriegen wird alles von unserer Banken-Landschaft abgedeckt. Grund genug, sich Gedanken darüber zu machen, ob man weiterhin Kunde bei der aktuellen Bank bleiben will. Denn gerade die großen, bekannten Banken lassen sich nicht lumpen, wenn es um das Sponsoring fragwürdiger Projekte geht.

Inwiefern unser Geld dazu genutzt wird, Kriege zu finanzieren, das hat vor rund einem Jahr die Studie „Dirty Profits“ der Menschenrechtsorganisationen Facing Finance und Urgewald untersucht. Diese ergab, dass vor allem der Krieg im Jemen maßgeblich mit deutschem Geld finanziert wird, weil deutsche Banken den Rüstungsfirmen das Geld zur Finanzierung der Waffen bereitwillig zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden auch Kredite an Unternehmen vergeben, die Menschenrechte verletzen, wie beispielsweise auch die Tabakindustrie.

Banken finden, die es anders machen

Es gibt aber eine ganze Reihe an Banken, die es anders machen. Einen guten Überblick über die größten Banken in Deutschland und ihre Fairness liefert dabei der Fair Finance Guide. Die Initiative ist Teil der Fair Finance Guide International. Dabei handelt es sich um eine Koalition von Organisationen, die eine Bewertungsmethodik für die Kredit- und Anlagepolitik von Banken entwickelt hat. Auf der Website der deutschen Ausgabe findet man viele Informationen und Links zur Investitions- und Finanzierungspolitik der einzelnen Banken sowie deren Bewertung durch den Fair Finance Guide Deutschland.

Die Ergebnisse des Fair Finance Guide Deutschland auf einen Blick: GLS, EthikBank und Triodos liegen vorne in Sachen Nachhaltigkeit und Fairness. Screenshot: Fair Finance Guide Deutschland

Unterschiede zwischen den öko-fairen Banken

Insgesamt liegen vier der untersuchten Banken im grünen Bereich, nämlich die GLS Bank (96%), die Ethik Bank (95%), die Triodos Bank (87%) und die KD-Bank ( 82%). All diese Banken unterstützen mit ihrem Geld weder Rüstungsexporte noch andere kritische Vorhaben und Unternehmen mit dem Geld, was die Kunden bei Ihnen anlegen. Sie investieren ausschließlich in friedliche, umweltfreundliche Projekte. Aber welche ist die ethische Bank, die am ehesten zu einem passt?

GLS Ethik Bank
SchwerpunktDie GLS ist die erste
sozial-ökologische
Bank der Welt und
wirtschaftet nach demGrundsatz, dass das
Geld für die Menschenda ist
Im Zentrum steht
sozialökologische
Anlagepolitik; es gibt
einen Ethik-Kompass
der regelt, wer Kreditebekommt
Kosten (Girokonto + Karte/Monat)5,05 €9,75 €
BesonderheitenMan kann sich
aussuchen, worein daseigene Geld fließen
soll
Will sich von
konventionellen
Banken vor allem
durch den Grundsatz der „gläsernen Bank“
unterscheiden:
Kreditvolumen und
-orte werden
veröffentlicht
TriodosKD-Bank
SchwerpunktFördert nachhaltige Entwicklung,
Menschenrechte und
nimmt Rücksicht auf
die Umwelt
Kirchenbank, die
soziale Verantwortungübernehmen will.
Kosten (Girokonto + Karte/Monat)5,75 €5,30 €
BesonderheitenHat sich den
UN-Prinzipien für
nachhaltiges
Investieren
verschrieben
Setzt auf christliche
Werte

Die Konditionen bei einem ganz normalen Girokonto sind bei allen Banken inklusive einer Karte zum Geld abheben sehr ähnlich, lediglich die Ethik Bank ist etwas teuerer. Die GLS ist im Vergleich nicht nur die günstigste Bank, sondern hat auch die meisten Geldautomaten, nämlich 18.000 in ganz Deutschland, weil sie an dieser Stelle mit den Volks- und Raiffeisenbanken zusammen arbeitet.

Ein Kontowechsel ist vor allem für all diejenigen sinnvoll, die nicht weiter dabei zusehen möchten, wie durch unsere Banken Kriege finanziert werden. Ein Kontowechsel dauert nicht einmal eine halbe Stunde und einige Banken (wie beispielsweise die GLS) bieten auch einen Kontowechsel-Service an, sodass man sich nicht selbst darum kümmern muss, alle Lastschriftaufträge zu übertragen. Einmal gewechselt, ist man bei diesen vier Banken auf jeden Fall langfristig auf der sicheren und ökologischen Seite.

Das faire Banking von morgen?

Relativ neu auf dem Markt der nachhaltigen Banken und sehr viel diskutiert ist die Tomorrow Bank, die zu ihrem Launch mit einer sehr präsenten und großen Kampagne aufwartete. Die Bank gibt an, weder in Rüstung, noch in Kohlekraftwerke oder Gentechnik zu investieren. Kreditanträge werden außerdem anhand der UN-Klimaziele bewertet. Weil die Tomorrow Bank noch so neu ist, wurde sie bislang nicht vom Fair Finance Guide bewertet. Das besondere an der Tomorrow Bank ist, dass sie – im Gegensatz zu den anderen genannten Banken – quasi eine Smartphone-Bank ist. Sprich: Man kann alles über eine App steuern, sogar die PIN wird auf diese Art und Weise geändert.

Bislang gibt es im Portfolio der Bank lediglich ein Girokonto. Dieses ist kostenlos, allerdings muss man für einzelne Dienstleistungen bezahlen. So wird beispielsweise ab dem vierten Mal Geld abheben ein Servicebetrag fällig. Das App-Konzept punktet aber bei den Nutzer*Innen, rund 1000 Neukunden verzeichnet die Bank jeden Monat. Im Laufe des Jahres soll das Angebot an Konten außerdem um eine Premium-Variante erweitert werden.


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