Wie wir durchs Grillen dem Regenwald schaden

Ein Grillabend mit Freunden hat auf den ersten Blick erst einmal nichts mit der fortschreitenden Zerstörung des Regenwaldes zu tun. Das eine passiert hier, das andere rund um den Äquator und sowieso, was soll am Grillen schon schlimm für den Regenwald sein? Es sind vor allem zwei Dinge: Das Grillgut und die -kohle. Also die Herzstücke eines Grillabends. Aber warum sind sie so schlecht für den Regenwald und damit das Weltklima? Und was sind die Alternativen?

Warum Holzkohle den Regenwald zerstört

Allein in Deutschland wurden im Jahr 2018 um die 233.000 Tonnen Holzkohle verkauft. Laut einer aktuellen Untersuchung der Stiftung Warentest ist davon auszugehen, dass für jede dritte verkaufte Holzkohle-Tüte Tropenholz verarbeitet wurde. Die Tester der Stiftung kauften insgesamt 17 Säcke mit Holzkohle ein, in fünf von ihnen befand sich laut der Auswertung im Labor Holz aus den Tropen oder Subtropen. Dabei fand sich lediglich auf einer der Packungen überhaupt ein Hinweis des Herstellers zum Ursprungsland. Auf einer weiteren Packung befand sich fälschlicherweise ein FSC-Siegel. Das steht für nachhaltige, heimische Holzwirtschaft. Das Holz, welches in der Packung steckte, kam allerdings aus den Tropen.

Die Testergebnisse unterstreichen einmal mehr, warum es Verbraucher*Innen nicht unbedingt bekannt ist, dass Grillkohle einen Einfluss auf den Regenwald hat oder ihn gar zerstört. Denn die Hersteller vermeiden es, Hinweise auf diese Verbindung zu geben. Und das, obwohl oder gerade weil allein in Deutschland 2.000 Fußballfelder Regenwald vergrillt werden. Das ist eine ganz schöne Menge. Vor allem vor dem Hintergrund, dass wir alle auf den Regenwald als grüne Lunge der Welt angewiesen sind. Denn die Bäume und Torfmoore speichern viel CO2, welches bei der Abholzung freigesetzt wird und somit den Klimawandel befeuert.

Was ist die Alternative?

Es gibt einige Alternativen zum herkömmlichen Holzkohle-Grill, beispielsweise einen Elektro- oder Gasgrill. Vor allem der Elektrogrill kann komplett mit Ökostrom betrieben werden und ist damit eine sehr faire Variante. Wer trotzdem am klassischen Grill-Erleben festhalten will, für den gibt es eine Reihe an alternativen Brennstoffen:

  • Grillkohle gibt es beispielsweise auch aus Weinreben, Abfällen der Olivenöl-Produktion oder Maiskolben. Diese fallen als Abfallprodukt in der Landwirtschaft an und sind lokal verfügbar.
  • Es gibt auch Briketts aus Kokosnussschalen, diese haben allerdings einen langen Weg hinter sich, bis sie bei uns im Grill liegen. Wie bei allen Importprodukten sollte man gut überlegen, ob es nicht gleichwertige, heimische Alternativen gibt.
  • NERO Grillkohle ist die einzige Kohle, die garantiert frei von Tropenholz ist (Naturland zertifiziert)

Bei Abenteuer Regenwald gibt es zu genau dieser Problematik aktuell eine Petition. Das Ziel ist es, Grillkohle mit Tropen- und Subtropenholz zu verbieten.

Klimakiller Fleisch: Das Grillgut machts

Dass Fleischkonsum schlecht fürs Klima ist, das ist eigentlich bekannt: Sie stoßen extrem viel Methan aus (allein in Deutschland 2,5 Milliarden Liter Methan pro Tag), was den Klimawandel befördert. Wir füttern die Tiere außerdem mit pflanzlicher Nahrung, die wir selbst essen könnten. Für ein Kilo Rindfleisch werden beispielsweise 25 Kilo pflanzliche Nahrung benötigt. Gleichzeitig hungern weltweit 800 Millionen Menschen – ein Zustand, der nicht sein muss, denn wir produzieren für weit mehr Menschen Nahrung, als aktuell auf diesem Planeten leben.

Vor allem aber ist die landwirtschaftliche Nutztierhaltung für 91% der abgeholzten Amazons-Fläche verantwortlich. Weltweit werden immerhin 6.000 Quadratmeter Regenwald pro Sekunde gerodet (ein Fußballfeld hat 7.140 Quadratmeter, zum Vergleich). Und daran ist zu großen Teilen auch die Fleischproduktion Schuld. Denn für den weltweit wachsenden Hunger auf Fleisch müssen neue Flächen her. Sowohl, um die Tiere zu halten, als auch, um das Futter zu produzieren. Und so geht auch der Konsum von Fleisch mit einem Verlust der Artenvielfalt in den betroffenen Regionen, Landraub und Klimabelastung einher.

Gemüse statt Fleisch: Alternativen gibt es viele

Grillen geht auch ohne Fleisch und das sogar oftmals einfacher, als mit fleischiger Komponente. Zudem ist Grillen mit Gemüse und anderen „Ersatzprodukten“ wie Jackfruit extrem vielseitig. Online gibt es viele gute Anlaufstellen mit Grillrezepten speziell für Veganer*Innen. Wir haben drei ziemlich gute für euch heraus gesucht:

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