Summa summarum KW24 – Der nachhaltige Wochenrückblick

Bild von congerdesign auf Pixabay

Nachhaltigkeit ist nicht erst seit gestern ein Thema. Nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in Forschung, Politik und Unternehmen ist es längst angekommen, dass sich etwas ändern muss. Oft bleibt am Ende einer Woche aber nur das Gefühl, dass noch nicht genug getan wird. Aber wöchentlich gibt es neue Erkenntnisse, Forderungen und Veränderungen, die in der Masse an Nachrichten untergehen. Deshalb fassen wir jeden Sonntag für euch zusammen, was in den vergangenen sieben Tagen Interessantes, Spannendes und Schönes für die Umwelt passiert ist. Für mehr Informationen zu den Themen haben wir euch Artikel und Beiträge verlinkt.

Obsttüten kosten bei Aldi künftig Geld

Die meisten Menschen haben sie schon benutzt, alle anderen haben sie schon gesehen: Die sogenannten Hemdchentaschen, die in fast jedem Supermarkt in der Obst- und Gemüseabteilung kostenlos zur Verfügung stehen. Der Discounter Aldi hat entschieden, dass Kunden dafür in Zukunft einen symbolischen Cent bezahlen müssen. Der Grund dafür ist ganz einfach. Aldi beobachtet, dass Kunden weniger Plastiktaschen verwenden, wenn diese Geld kosten. Das war seit 2016 aber nur bei den großen Tragetaschen der Fall, die an den Kassen ausliegen. Seitdem ist laut dem Bundesumweltministerium der Verbrauch der kleinen Tüten aber im Schnitt auf 37 Stück pro Kunde gestiegen. Der Gedanke von Aldi ist also begrüßenswert. Dennoch stellt sich die Frage, ob der eine Cent ausreicht und ob die Tüten nicht lieber ganz aus den Supermärkten verschwinden sollten. Die Umwelthilfe sieht das Ganze kritisch. Sie fordert mindestens 22 Cent pro Tüte. Erst dann kann die massenhafte Verwendung gestoppt werden.

Gretas Einfluss auf Unternehmen

Greta Thunberg ist für jeden, der sich mit dem Thema Klimaerwärmung und Umweltprobleme beschäftigt, fast so etwas wie eine Heldin. Ganz besonders für die tausenden Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt, die jeden Freitag für eine nachhaltige und umweltfreundliche Zukunft auf die Straße gehen. Aber inzwischen ist auch klar, dass der sogenannte Greta-Effekt noch ganz andere Kreise zieht. Das Handelsblatt hat in dieser Woche das zusammengefasst, was wir uns alle gewünscht haben: Auch große Unternehmen schrecken nicht mehr davor zurück, Nachhaltigkeit in einem gewissen Maße zu leben. Nicht nur Aldi hat einen Schritt in diese Richtung gemacht, sondern auch Firmen wie Bosch, die Otto Group oder der Senf- und Feinkosthersteller Develey. Natürlich gibt es ganz viele Unternehmen, die schon länger noch viel mehr tun. Aber man kann sich doch trotzdem über die kleinen Schritte der großen Unternehmen freuen.

Grüne fordern: Keine Retouren-Vernichtung bei Onlineshops

Im Internet zu bestellen, ist ein schneller und einfacher Weg, um an eine Vielzahl von Waren zu kommen. Vor allem, weil man das Meiste wieder zurückschicken kann, wenn es doch nicht gefällt, nicht funktioniert oder nicht passt. Und das alles von der Couch aus. In Deutschland werden jedes Jahr etwa 280 Millionen Pakete zurückgeschickt. Es wird geschätzt, dass rund elf Millionen davon einfach entsorgt werden, auch wenn sie neuwertig, ohne Schäden und verwendbar sind. Für die Händler ist das meistens der günstigere Weg. Die Grünen wollen diese Wegwerfkultur jetzt stoppen. Die Fraktionschefin der Grünen Katrin Göring-Eckardt hat dafür einen Drei-Punkte-Plan vorgeschlagen: Vernichtung verbieten, Retouren verschenken, Rohstoffe zurück in den Wertstoffkreislauf bringen. Amazon teilte mit, dass der „überwiegende Teil der retournierten Waren“ bei ihnen schon weiterverkauft, an Hersteller zurückgegeben oder an gemeinnützige Organisationen gespendet werde.

Aber ist der drei Punkte-Plan wirklich sinnvoll? Es haben sich schon neue Anbieter auf den Umgang mit Retouren spezialisiert, etwa liquidation.com oder der niedersächsische Anbieter Avides. Diese kaufen Waren auf, die bei Online-Versandhändlern zurückgegangen sind, und vermarkten sie weiter. Es gibt also schon Lösungsansätze, die sinnvoll und unterstützenswert sind. Außerdem könnte das Problem auch von anderer Seite behoben werden. Denn Sachspenden werden von den Finanzbehörden häufig wie Umsatz berechnet, auf den damit auch Umsatzsteuer anfällt. Ein vernichtetes Produkt gilt aber als wertlos und ist damit für die Unternehmen günstiger. Hier kann also auch der Staat die Möglichkeit, an den Stellschrauben für eine weniger verschwenderische Retouren-Politik zu drehen.

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