Schluss mit Schrankleichen: Kleidung einfach mieten statt kaufen

Photo by Ylanite Koppens from Pexels

Vierundsechzig Prozent der Befragten einer Greenpeace Studie gaben an, dass sie Kleidung aussortieren, die ihnen nicht mehr gefällt. Sprich: Der eigene Geschmack oder Stil zu hat sich verändert. Manchmal geht sowas zugegebenermaßen schneller, als gedacht. Trotzdem ist es Wahnsinn, wie viel wir Deutschen aussortieren. Viele Second Hand Shops nehmen schon seit Wochen keine Ware mehr an, weil es schlichtweg zu viele Altkleider gibt. Auch gemeinwohlorientierte Altkleidersammlungen sind zunehmend überfüllt und haben keinerlei Verwendung für die Masse an ausgedienten Klamotten, die wir guten Gewissens spenden. Was aber wirklich passiert ist, dass die Kleidung kommerziell weiter vermarktet wird, beispielsweise nach Osteuropa oder in afrikanische Länder. Vor allem in letzteren sorgen die Altkleider wegen ihres günstigen Preises dafür, dass die lokale Textilindustrie ausstirbt. Grund genug also sich darüber Gedanken zu machen, wie wir Altkleider verhindern oder zumindest verringern können.

Statement-Teile einfach mieten

Eine Möglichkeit, Altkleider zu umgehen ist, dass man Trendteile erst gar nicht in den eigenen Kleiderschrank einziehen lässt. Stattdessen kann man besondere Teile einfach mieten. So minimiert man in jedem Fall das Risiko dafür, ein Teil zu kaufen, welches nur kurze Zeit getragen wird und dann als Schrankleiche endet.

Kleidung mieten geht im Laden wie auch online. Lokale Händler bieten häufig Kleidung für besondere Anlässe wie Hochzeitskleider an. In Köln gibt es aber mit der Kleiderei auch ein Geschäft, in welchem man sich im Alltag Kleidung leihen kann. Für 25 Euro im Monat wird man Mitglied und kann sich damit neue Outfits zusammen stellen. Die Kleiderei in ihrer Online-Version war auch bis zu ihrer Insolvenz Vorreiter auf dem Gebiet der überregionalen Kleider-Leihe. Heute gibt es nur noch den Laden in Köln, eine der Frauen hat allerdings mit stay awhile an das Konzept der online-Kleiderei angeknüpft.

Vier neue Teile pro Monat

Bei stay awhile kann man grundsätzlich zwischen zwei Modelle wählen: Entweder das Outfit wird vom Team der Seite für dich ausgewählt oder du kannst dir dein Outfit selbst zusammen stellen. Dabei hast du die Wahl zwischen vielen fairen Marken: Von Armed Angels über People Tree bis hin zu Living Crafts, die Auswahl ist wirklich groß. Jeden Monat darf man vier Teile leihen, das kostet dann 59 Euro (bei einem 3-Monats-Abo). Wenn man sich in ein Teil so richtig verliebt, dann kann man es dem Verleih auch abkaufen und bekommt Rabatt auf das neue Lieblingsteil.

Zwar nicht nachhaltig, aber trotzdem zum Mieten ist die Kleidung bei myonbelle. Hier wird auf große Namen statt eine faire Produktion gesetzt: Versace, Pacco Rabanne, Burberry – die Liste mit Namen von großen, teuren Labels ist lang. Beim Luxus-Verleih kann man zwischen drei Flatrates wählen: S, M und L, wobei die Flatrate S bei 39 Euro pro Monat liegt, L bei 59 Euro im Monat. Man bekommt im kleinsten Abo zwei Kleidungsstücke zugeschickt, die man im laufenden Monat so häufig wie man das will austauschen kann.

Chic by Choice hat sich auf den Kurzzeit-Verleih von Mode für besondere Anlässe spezialisiert. Das Kleid der Wahl wird dann geliefert, wenn es gebraucht wird und kann für vier oder acht Tage gemietet werden. Dann holt der Postbote das Paket wieder bei einem ab. Die Reinigung übernimmt der Verleih. Der Preis für vier Tage Kleid startet bei um die 60 Euro, wobei es auch Kleider gibt, die deutlich teurer sind. Ziemlich ähnlich ist die Seite Dresscoded – auch hier bekommt man Abendkleider, aber auch Abiballkleider und Dirndl. Auch hier starten Kleider bei um die 60 Euro.

Wenn sich der Körper schnell verändert: Kleidung mieten speziell für Schwangere & Kinder

Schwangere brauchen ihre Kleidung immer nur eine ganz kurze Zeit – schließlich wächst der Bauch sehr schnell und ist dann auch früher als erwartet wieder Baby-los. Die Körper von Kindern verändern sich ebenfalls mit rasanter Geschwindigkeit. Kaum ist die Garderobe in der richtigen Größe perfekt aufeinander abgestimmt, ist das Kind quasi schon wieder raus gewachsen. Wie gut, dass es auch hierfür mit dem Mieten von Kleidung eine Lösung gibt.

Bei Kilenda gibt es Kleidung für Mama und Kinder, aber auch Tragehilfen und Spielzeug, die man gegen eine gewisse Gebühr mieten kann. Wie lange man die Produkte mietet, das kann man selbst entscheiden und ist dabei auch flexibel. Eine Tragehilfe gibt es ab circa 20 Euro pro Monat, Kleider für Kinder ab drei Euro. Besonders cool: Die Sachen sind versichert. Wenn also mal etwas kaputt geht, ist das kein Problem. Es gibt auch das sogenannte Klub-Abo: Hier bekommt man eine Box mit sieben Kindersachen, die man entweder jeden Monat oder saisonal austauscht. Das ABo beginnt ab circa 30 Euro pro Monat.

Ebenfalls für Mama und Kind verleiht Tchibo Kleidung. Die Preise sind deutlich moderater als bei den anderen Anbietern, was sicher auch an der Größe des Unternehmens liegt. Eine Hose für Frauen gibt es bereits ab vier Euro pro Monat. Auch hier gibt es eine Versicherung für die Kleidung („Rundum-Sorglos-Garantie“) und es wird auf den Tag genau abgerechnet, bis wann man die Kleidung behalten hat.

Bei Räubersachen gibt es ökologische Kleidung für Babies und Kleinkinder. Wie lange du die Stücke mietest, das bleibt dir überlassen, ebenso, in welchem Zustand du die Sachen mieten magst. Abgerechnet wird auch hier tageweise. Wer sich in ein Stück verliebt hat, dem wird der bisherige Mietpreis auf den Kaufpreis angerechnet. Bodies gibt es ab circa drei Euro.

Die Vorteile nochmal auf einen Blick

Kleidung mieten bedeutet, dass wir uns einen anderen Konsum angewöhnen müssen. Das braucht unter Umständen Zeit, lohnt sich aber definitiv, denn:

  • Man vermeidet Schrankleichen
  • Das Leihen spart Ressourcen
  • Man kann Geld sparen (je nach vorherigem Kaufverhalten)
  • Es ist immer Abwechslung im Schrank
  • Gerade Kleidung für Schwangere und Kinder wird nur kurz getragen, deshalb spart man hier einiges an Geld und Ressourcen, wenn man leiht statt kauft
  • Weniger Besitz entschlackt den Geist

Habt ihr schon mal Kleidung geliehen? Falls ja: Wie waren eure Erfahrungen?

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