E-Tretroller: Unnötiges Gadget oder sinnvolle Alternative zum Auto?

Photo by Denniz Futalan from Pexels

E-Tretroller sind aktuell in aller Munde. Der Grund dafür ist ein jüngst verabschiedetes Gesetz, welches den Weg für die E-Tretroller in Deutschland frei macht. Damit folgt die Bundesrepublik dem Vorbild anderer Länder, in welchen die Tretroller als Verkehrsmittel längt angekommen sind. Skepsis herrscht an der ein oder anderen Stelle allerdings immer noch. Deshalb hat EKOLOGISKA sich die Macher des Blogs scooterexperten.de an die Seite geholt und mit ihnen über das aktuell wohl meist diskutierte Verkehrsmittel Deutschlands gesprochen.

EKOLOGISKA: E-Tretroller haben in den letzten Wochen die Berichterstattung zur E-Mobilität dominiert. Aber mal ganz ehrlich: Warum brauchen wir die elektrischen Tretroller überhaupt? Es besitzt schließlich (fast) jeder ein Fahrrad!

SCOOTEREXPERTEN: Zum einen erlauben E-Tretroller einem im Sommer, nicht verschwitzt auf die Arbeit zu kommen. Sie sind aber auch leichter und kompakter im ÖPNV oder auch im Auto zu transportieren als Fahrräder. Hinzu kommt, dass der Mensch von sich aus ‚bequem‘ ist, was man auch am Erfolg der Tretroller in anderen Ländern sieht. Man steht während der Fahrt einfach auf seinem Board und kann die Fahrt und die Umwelt genießen. Außerdem ist es weniger anstrengend und man ist (gefühlt) mit dem E-Tretroller auch schneller am Start als mit dem Rad.

EKOLOGISKA: Was für Vorteile bieten E-Tretroller aus eurer Sicht sonst noch?

SCOOTEREXPERTEN: Die Tretroller nehmen im Vergleich zum Auto nur wenig Platz in Anspruch. Außerdem sind sie leicht anwendbar. Ab 14 Jahren darf man einfach aufsteigen und losfahren – Führerschein und ein Helm sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Obwohl wir immer empfehlen würden, einen Fahrradhelm zu tragen. Zusätzlich ersparen sie einem die Parkplatzsuche wie auch die Parkgebühren. Und: Die Wartungs- sowie auch Betriebskosten sind sehr gering!

EKOLOGISKA: Ihr beschäftigt euch ja sehr viel mit diesem Thema, widmet den Tretrollern sogar eine Instagram-Seite. Warum ist euch das Thema so wichtig?

SCOOTEREXPERTEN: Aufgrund der Unwissenheit der Bürger und der draus resultierenden teilweisen Skepsis, wollen wir aktiv Aufklärung betreiben und Menschen informieren. Da wir hier einen großen Bedarf sehen, haben wir nicht nur die Instagram-Seite scooterexperten.de sondern auch den gleichnamigen Blog aufgebaut, um über E-Roller, also E-Scooter/Tretroller und E-City-Roller zu informieren.

EKOLOGISKA: Was haltet ihr von dem Gesetz, das in Deutschland zum Führen von E-Rollern verabschiedet wurde? Es gibt ja auch Kritiker, die sagen, dass durch die neuen „Fahrzeuge“ die Zahl der Unfälle – ähnlich wie in Frankreich – steigen wird. 

SCOOTEREXPERTEN: Der deutsche Gesetzgeber hat von den anderen europäischen Ländern gelernt – so ist das Fahren auf Gehwegen sinnvollerweise während des Gesetzgebungsprozesses gestrichen worden. Da die E-Tretroller in Deutschland nur max. 20km/h und nur auf Straße und Radwegen fahren dürfen, sind Unfallstatistiken von anderen europäischen Ländern, auf denen das Fahren von E-Tretrollern auf Gehwegen und Fußgängerzonen erlaubt ist/war auf Deutschland nicht einfach übertragbar. Schon eher relevant wären die Unfallstatistiken von E-Bikes – unseres Wissens gibt es keine dedizierte Unfallstatistik für E-Bikes, sondern nur für Fahrräder allgemein: So ist in Deutschland die Zahl der Radfahrerunfälle (E-Bikes eingeschlossen) 77.793 im Jahr 2015 auf 88.435 im Jahr 2018 hochgeschnellt. Die Städte sollten die Infrastruktur für E-Roller, E-Bikes und Fahrräder verbessern – insbesondere in Städten mit starker Umweltbelastung und Fahrverboten.

EKOLOGISKA: Haben wir nicht wichtigere Themen im Bereich der E-Mobilität, denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken sollten? Mir würde da spontan der Ausbau der Ladesäulen-Infrastruktur für E-Autos einfallen! 

SCOOTEREXPERTEN: Eine Studie von McKinsey sagt, dass 60 % aller Autofahrten unter 8 km liegen – umwelttechnisch und verkehrstechnisch wäre es großartig, wenn wir es schaffen würden, dass Menschen für diese Fahrten den E-Roller nutzen. In Deutschland fahren viele Menschen alleine in einem Auto. Wenn wir diese Menschen von E-Rollern (E-Tretroller, E-City-Roller) überzeugen und diese die Autos Zuhause stehen lassen, können wir die Straßen deutlich entlasten. Viele Menschen fahren mit dem Auto, da der Weg zur nächsten Bahn- oder Bushaltestelle zu weit ist, um ihn zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen. Diese Strecke von ca. 4-6 Kilometern nennt man „letzte Meile“. Wir wollen den Menschen aufzeigen, dass Sie diese Strecken mit einem E-Tretroller schnell und bequem zurücklegen können. Eine sinnvolle Alternative zur Autos entsteht dadurch, dass die
meisten ÖPNV die Mitnahme kostenlos gestatten. Welche ÖPNVs das sind, erfahrt ihr auf unserem Blog. So hoffen wir, viele Berufspendler von der Straße „auf die Schiene“ zu bringen und davon zu überzeugen, mehr öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Mit dem Kauf und der Nutzung von E-Rollern kann jeder Einzelne einen Beitrag zu einer emissionsfreien Mobilität leisten. Wichtig dabei ist, dass die Akkus mit Ökostrom aufgeladen werden. Nichtsdestotrotz sehen wir auch eine Investition für den Aufbau der Ladesäulen-Infrastruktur als sehr wichtig an – dies löst Umweltprobleme (vor allem, wenn das E-Auto mit grünem Strom geladen wird), E-Autos lösen aber nicht die Verkehrsprobleme in den Städten.


Auf den Blog der Scooter Experten kommt ihr hier.

One thought

  1. Da ich als Motorrollerfahrer schon einmal von einem Fahrradfahrer angefahren und verletzt wurde und auch als Autofahrer erlebe, das die „Gesetzlosen“ im Straßenverkehr wie Querschläger oft Unschuldige treffen und ihre Vergehen nicht geandet werden können, finde ich müßten Radfahrer und E-Roller auf jeden Fall regristriert sein und ihre Fahrzeuge gekennzeichnet sein, da sollte der Gesetzgeber die Rowdys zur Verantwortung ziehen können.
    Ansonsten ist jede Verkehrsentlastung zu begrüßen und die leichten E-Roller sind auf jeden Fall eine große Hilfe, wo immer das öffentliche Netz nicht ausgebaut ist und sollte wie Car Sharing verfügbar gemacht werden. Wer den einzigen Bus aus einem Vorort verpasst hat und sich kein Taxi leisten kann oder schlecht zu Fuß ist, dem wäre damit geholfen.

    Liken

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