How To: Nachhaltige Baby-Erstausstattung

Bild von thedanw auf Pixabay

Ganz ohne, dass man neue Dinge mit in den eigenen Haushalt aufnehmen muss, wird es wohl nicht gehen, wenn ein Baby einzieht. Wie auch, schließlich muss das Kleine ja gekleidet, sicher transportiert und ggf. auch altersgerecht gefüttert werden. Aber als Eltern hat man definitiv einen großen Spielraum, was die Nachhaltigkeit der Baby-Erstausstattung betrifft. Denn neu muss nicht immer neu sein. Und wenn, dann öko und fair. Oder aber man nutzt Dinge, die man ohnehin schon daheim hat. Wo was Sinn macht, das erklären wir Euch in unserem How To.

Es gilt: Second Hand siegt

Bevor wir auf die einzelnen Bereiche eingehen, sollte eins klar gestellt werden: Egal wie öko und fair etwas ist, Second Hand ist immer besser. Denn es ist theoretisch ohnehin schon da und jede weitere Verwendung verbessert die Ökobilanz eines Produktes enorm. Und gerade bei Kindersachen, die in der Regel nur sehr kurz in Gebrauch sind, bevor sie ausgesondert werden, lohnt es sich, nach Alternativen aus zweiter Hand zu schauen. Denn die Teile sind aufgrund der kurzen Tragedauer in der Regel noch sehr gut in Schuss und auch deutlich günstiger als neue Teile.

Große Anschaffungen: Kinderwagen, Maxi Cosi & Co.

Ein Kinderwagen wird bei einem Neukauf sehr schnell sehr teuer und auch für die Umwelt ist es wünschenswert, dass Kinderwägen nicht nach einem Kind, das darin gesessen hat, weggeworfen werden. Das sollte übrigens beim lokalen Wertstoffhof geschehen: Hier landet er im Sperrmüll oder im Metallschrott, wo er entweder aufwändig recycelt oder aber schlichtweg verbrannt wird. Aus diesen Gründen lohnt es sich, nach einem gebrauchten Modell Ausschau zu halten. Wir empfehlen Flohmarkt-Plattformen wie Ebay Kleinanzeigen, weil man hier Angebote aus der Region angezeigt bekommt. So kann man den Kinderwagen vor dem Kauf besichtigen. Eine andere Variante wären Kinderbasare.

Ähnlich wie beim Kinderwagen sieht es bei der Autoschale beziehungsweise dem Maxi Cosi aus. Mit einem gebrauchten Modell spart man nicht nur Geld, sondern tut auch der Umwelt etwas Gutes.

Badewannen für Kinder bestehen meistens aus Plastik. Diese bekommt man sehr gut und günstig gebraucht auf eBay Kleinanzeigen. Allerdings ist nicht immer ganz nachvollziehbar, woher die Wannen stammen und aus welchem Material sie gefertigt sind. Wem der Kontakt mit Plastik nicht geheuer ist, der kann beispielsweise sein Wasch- oder Spülbecken umfunktionieren, einen großen Emaille Topf, eine Zinkwanne oder einen Holzkübel nehmen. Die bekommt man auch ganz gut gebraucht im Internet oder auf Flohmärkten.

Eine Wickelkommode ist essentieller Bestandteil der Erstausstattung. Aber heutzutage muss das kein eigenständiges Möbelstück sein, welches danach keinen anderen Zweck mehr erfüllt. Viel sinnvoller und auch günstiger ist es, mit Wickelaufsätzen zu arbeiten. Die gibt es für viele gängige Kommoden eines gewissen schwedischen Herstellers, übrigens auch gebraucht. So funktioniert man ein altes Möbelstück einfach um und kann es danach als normales Möbelstück im Kinderzimmer einsetzen.

Ein Bett braucht das Kleine selbstverständlich auch. Auch das bekommt man in der Regel super gebraucht. Eine gute Anlaufstelle sind hier Second Hand Möbelgeschäfte, Sozialwarenhäuser, Flohmärkte, Kinderbasare und Ebay Kleinanzeigen. Was man allerdings aus hygienischen Gründen neu kaufen kann/sollte, ist die Matratze. Außer natürlich, man kennt den Verkäufer*in und hat dabei ein gutes Gefühl. Wenn man sich für eine neue Matratze entscheidet, dann bitte gefüllt mit Naturmaterialen statt Synthetik, denn wir nehmen schließlich schon so genug Plastik in unseren Körper auf.

Weitere Dinge, die unter Umständen nötig/sinnvoll sind und die man gut Second Hand bekommt:

  • Hochstuhl mit Wippe (um das Kind beispielsweise beim Duschen abzulegen, wenn man alleine daheim ist)
  • Wiege (um das Kind im Wohnzimmer ablegen zu können)
  • Laufstall/Gitter (zum Beispiel, um Kamin/Treppen abzuriegeln. Wird zwar erst später relevant, aber bei Kinderbasaren findet man sowas auch immer mal)

Kleidung für Babies: Strampler, Strumpfhose & Co.

Kleidung für Babies ist wie oben schon beschrieben in der Regel ein kurzes Vergnügen, weil die Kleinen so schnell wachsen. Deshalb lohnt es sich kaum, ausschließlich in teure Öko-Kleidung zu investieren, sondern stattdessen Second Hand zu suchen. Das geht super bei Kinderbasaren, Second Hand Läden, Mamikreisel, Ebay Kleinanzeigen oder im Freundeskreis. Es natürlich in Ordnung, seinem Kind auch das ein oder andere neue Teil zu kaufen. Dann sollte man allerdings darauf achten, dass die Kleidung frei von Schadstoffen ist, bestenfalls aus Naturmaterialien statt Kunststoff besteht und fair und ökologisch produziert wurde. Eine Übersicht zu den wichtigsten Textilsiegeln findet Ihr hier. Eine weitere Option ist es, Kinderkleidung zu leihen. Das geht bei verschiedenen Anbietern und man hat in der Regel danach auch die Möglichkeit, ein besonders lieb gewonnenes Teil im Anschluss an die Mietdauer zu kaufen. Mieten ist zwar insgesamt teurer als Second Hand, man muss sich allerdings im Nachhinein nicht damit rumärgern, wie man die Kleidung wieder los wird. Einige Informationen zum Mieten von Kleidung findet ihr in diesem Artikel.

Apropos: Man muss nicht alles in jeder Größe da haben. Einige Teile wie zum Beispiel den Schafsack oder auch Jäckchen kann man ruhig auch schon in etwas größeren Größen besorgen. So werden die Textilien noch länger genutzt, als es sonst der Fall wäre, was sich wiederum positiv auf die Ökobilanz auswirkt.

Sonstige Textilien

Neben Kleidung braucht man auch eine Reihe von Spucktüchern, Moltonunterlagen und Bettwäsche. Auch die bekommt man sehr gut gebraucht, empfehlenswert ist hier Mamikreisel. Wer neu kaufen will, sollte auf Bio-Baumwolle achten. Eine große Auswahl an nachhaltigen Textilien für Kinder gibt es beispielsweise bei:

  • Hessnatur
  • Maas Natur
  • Hans Natur
  • Greenstories

Zu „Sonstigen Textilien“ zählen wir auch Tagebücher bzw. Tragen. Bevor man sich für eine Trage entscheidet ist es ratsam, sich bei einer Trageberatung Hilfe zu suchen. Es gibt sehr viele unterschiedliche Typen und Marken, sodass man als unbewanderte Person schnell den Überblick verliert und ggf. etwas kauft, was am Ende gar nicht zu einem selbst bzw. der Paarkonstellation passt.

Fläschchen für Milch, Tee & Co.

In Babyflaschen sind in Deutschland Chemikalien wie Bisphenol A verboten. Deshalb kann man auch Flaschen aus Plastik zumindest diesbezüglich gefahrlos verwenden. Wer auf Nummer sicher gehen will, der greift auf Glas- oder Edelstahlalternativen zurück. Einige bewährte Marken dafür sind:

  • Klean Kanteen (Edelstahl)
  • Emils (Glas)
  • Purakiki (Edelstahl, auch Thermosflaschen)
  • Lifefactory (Glas)

Die Flaschen bekommt man ebenfalls gut Second Hand, die Sauger kann man bei den Herstellern neu nachkaufen. Empfehlenswert ist es auch, eine Flaschenbürste zu kaufen. So kann man die Flaschen anständig und ohne aggressive Reiniger effektiv säubern.

Zu den Themen Stoffwindeln und Babypflege wird es jeweils separate Artikel geben, die wir dann hier verlinken. Der Grund dafür ist, dass es jeweils sehr umfangreiche Themen sind, denen man sich aufmerksam widmen sollte.


Wenn ihr mehr Artikel Zum Thema Familie lesen wollt, dann schaut gerne einmal hier vorbei.

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