Tipps für ein nachhaltiges Wochenbett

Ein nachhaltiges Wochenbett: So kann es aussehen. Foto von Dominika Roseclay von Pexels.

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Nach der Geburt erwartet die Mutter eine spannende Zeit: das Wochenbett. In den 6 bis 8 Wochen nach der Entbindung heilen mögliche Geburtsverletzungen ab, die Gebärmutter bildet sich zurück und – viel wichtiger – Mutter und Kind lernen sich kennen und üben das Stillen. Diese besondere Phase erfordert mitunter ein wenig Equipment, um den speziellen Bedürfnissen der Frau in dieser Zeit gerecht zu werden. Wie ihr dieses möglichst nachhaltig auswählt, das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Das Stillen: Mutter und Kind lernen sich auf eine ganz besondere Weise kennen

Schon in der ersten Stunde nach der Geburt wird das Kind in der Regel versuchen, etwas Milch an der Brust seiner Mutter zu trinken. In einigen Fällen wird schon hier der Grundstein für eine schöne Mutter-Kind-Bindung gelegt, die sich im weiteren Stillprozess festigt. Sofern das Stillen für beide Seiten angenehm ist, versteht sich. Solltest du über die ersten Tage des Stillens hinaus Probleme beim Stillen haben, wende dich beispielsweise an die Stillberaterinnen der La Leiche Liga. Denn Stillen sollte für beide Seiten schön sein!

Eigentlich sollte etwas so Natürliches wie das Stillen ganz ohne Hilfsmittel funktionieren. Gerade am Anfang, wenn sich die Milchproduktion noch nicht eingependelt hat, können die folgenden Helfer aber dafür sorgen, dass man als Mama am Ball bleibt und das Stillen nicht hinschmeißt. Denn ja, Stillen kann am Anfang – vor allem, wenn man Schmerzen hat – eine ganz schöne Tortur sein. Dran bleiben lohnt sich aber, denn Stillen bietet Mutter und Kind viele Vorteile.

Stilleinlagen sind ein Tool, das wohl jede Mama am Anfang der Stillbeziehung benötigt. Denn sobald der Milchspendereflex der Brust, die gerade getrunken wird, einsetzt, läuft es auf der anderen Seite mit. Eine Alternative zu Wegwerfeinlagen sind Stoffeinlagen. Die bekommt man in zahlreichen Shops in Bio-Qualität. Im Gegensatz zu Einmal-Einlagen mit saugfähigem Polymer-Kern sind diese nicht nur plastikfrei, sondern sparen auch eine Menge Geld, da sie unheimlich oft wiederverwendet werden können.

Hilft bei wunden Brustwarzen und einem wunden Windelpo: Rosenhydrolat.

Rosenhydrolat ist ein guter und zuverlässiger Helfer bei empfindlichen Brustwarzen und Mundsoor. Das Hydrolat wird nach dem Stillen auf die Brustwarze aufgesprüht und darf antrocknen. Erst danach packt ihr eure Brust wie gewohnt ein. Praktisch: Das Mittel kann man auch zur Babypflege verwenden, sobald die Beschwerden er Brust abgeklungen sind. Es eignet sich zur Behandlung von Schmieraugen, zur Nabelpflege und zur Pflege des Windelpos. Der Klassiker kommt von der Bahnhofsapotheke Kempten.

Einen interessanten Artikel zur Aromatherapie-Hausapotheke hat übrigens Charlott von thehappyyears.de geschrieben.

Ebenfalls bei empfindlichen Brustwarzen helfen Silberhütchen. Sie wirken antiseptisch und beruhigen. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Kleidung nicht so sehr an den Brustwarzen reibt. Die Handhabe ist sehr simpel, denn man trägt die Hütchen zwischen den Stillmahlzeiten ganz einfach über den Brustwarzen, um diese zu schützen. Im Gegensatz zu den anderen Mitteln werden diese niemals aufgebraucht sein, was sie definitiv zu einer nachhaltigen Alternative macht.

Ihr könnt Brustwarzensalbe auch einfach selbst herstellen. Das Rezept eignet sich vor allem für Veganer*innen, die eine Alternative zu Lanolin (Wollfett) suchen, das Stillenden oft empfohlen wird. Schmelzt einfach 25g Sheabutter, 15g Mandelöl und 5g Wachs eurer Wahl in einem Wasserbad und füllt die Mischung in einen Tiegel ab. Bei ausreichender Haltbarkeit der Zutaten hält sich der Balm sechs Monate.

Wenn die ersten Tage mit Kind vorbei sind, wird man als junge Familie langsam mobiler. Hier ist Stillkleidung für viele Frauen ein Thema. Wer viele Teile zum Knöpfen im Kleiderschrank hat oder viele weite Teile, der braucht sich eigentlich kein Extra-Equipment besorgen, abgesehen von einem oder zwei Still-BHs. Denn der reicht in Kombination mit einem Top und einem weiten Shirt/Bluse eigentlich aus, um diskret in der Öffentlichkeit zu stillen. Wer faire Still-BHs sucht, der kann entweder Second Hand schauen oder wird beispielsweise bei boobdesign, hejmom oder hessnatur fündig.

Einige Frauen supplementieren in der Stillzeit weiterhin Folsäure, Jod, DHA, Vitamin D oder Vitamin B12 (DHA und Vitamin B12 werden Veganer*innen ans Herz gelegt, da diese vor allem in fleisch- und fischhaltiger Ernährung vorkommen). Eine Alternative zu in Plastik eingeschweißten Pillen bietet mütterlich. Gründerin Julia Labella legt bei ihren Nahrungsergänzungsmitteln wert auf natürliche, vegane Inhaltsstoffe, Produktion in Deutschland und eine plastik- und aluminiumfreie Verpackung ihrer Produkte. Die Supplemente sind speziell gefertigt für die Bedürfnisse von Frauen mit Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit.

Herausforderung Wochenfluss: Sechs Wochen Ausfluss

Nach der Geburt ist vor dem Wochenfluss: In den vier bis sechs Wochen nach der Entbindung bildet sich die Gebärmutter zurück. Das bedeutet, dass auch die Schleimhaut, die sie über mehrere Monate aufrecht erhalten hat, um euer Kind zu beherbergen, langsam aber sicher abgestoßen wird. Außerdem entsteht an der Stelle, an der sich die Plazenta befunden hat, eine Wunde, die einige Wochen lang Wundsekret absondert. Ob für die Menge an Blut, das in den ersten drei Tagen nach der Entbindung aus der Gebärmutter läuft, die von uns vorgestellten Alternativen reichen, ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich (Anm. der Autorin: Ich habe so viel Sekret und Blut verloren, dass selbst Erwachsenenwindeln nicht lange gehalten haben. Ab dem dritten Tag wurde es besser!). Probiert einfach aus, womit ihr euch wohl fühlt, denn das ist nach einer Geburt definitiv das Wichtigste.

Eine Alternative zu klassischen Wochenbettvorlagen sind Mullwindeln. Einmal in der Mitte halbiert kann man sie wunderbar zu Binden falten. Und wenn man auf gebrauchte Mullwindeln zurückgreift, spart man über die gesamte Zeit des Wochenflusses gesehen definitiv auch einiges an Geld. Es gibt auch spezielle Wochenbett-Binden aus Stoff. Allerdings sind Mullwindeln definitiv die günstigere Variante.

Wer sich an riesigen Binden in der eigenen Unterhose stört, für den könnten Menstruationspanties eine echte Alternative sein. Die gibt es in verschiedenen Designs und mit verschiedenen Saugkapazitäten. Exemplarisch wollen wir euch zwei Firmen, die Menstruationspanties produzieren, vorstellen.

Pourprées kommen, wie der Name es schon vermuten lässt, aus Frankreich. Das Label wurde von den Schwestern Iris und Agathe gegründet. Die gesamte Produktion, vom Weben der Bio-Baumwolle bis zur Konfektion geschieht in Frankreich unter fairen Bedingungen. Aktuell haben die Schwestern drei Slips im Sortiment: Rose, Cattleya und Paeonia. Alle Designs sind sehr feminin und mit Spitze. Dass es sich um Menstruationspanties handelt, sieht man ihnen nicht wirklich an. Preislich liegen die Teile zwischen 34-44 Euro. Pourprées verzichten ganz absichtlich auf Silber-Nanopartikel, die in anderen Parties aufgrund ihrer antibakteriellen Eigenschaften zum Einsatz kommen, da diese toxisch wirken können. Der Tragekomfort ist hoch und man fühlt sich auch im Wochenbett unheimlich sexy – we like.

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Auf schlichte, zeitlose Designs, die weit weniger verspielt sind, setzt das Label Kora Mikino. Die Slips werden in Deutschland gefertigt, genauer gesagt auf der Schwäbischen Alb, im gleichen Werk wie die Kleidung von erlich Textil. Sie bestehen hauptsächlich aus MicroModal, das aus Buchenholz gewonnen wird. Ein Stoff, der äußerst gut auf der Haut liegt. In diesen Parties wird Silber verarbeitet. Das ist aber fair und stammt aus Deutschland, außerdem wird auch hier bewusst kein Nanosilber benutzt. Die vier Modelle von Kora Mikino liegen preislich zwischen 30 und 39 Euro und sind für das Wochenbett sehr zu empfehlen, weil sie sehr bequem sind und zuverlässig schützen.

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Geburtsverletzungen nachhaltig pflegen und schonen

Besonders, wenn Frau bei der Geburt einen Dammriss oder Scheidenschürfungen davon trägt, ist sie im Anschluss sehr vorsichtig mit ihrem Intimbereich. Zunächst einmal gilt: Ein Dammriss braucht bis zu fünf Wochen, bis er abgeheilt ist. In dieser Zeit sollte Frau sich schonen und den Damm nicht zu sehr belasten.

Trotzdem muss man natürlich an den Damm ran. Spätestens, wenn der erste große Toilettengang ansteht. Hier kann ein Bidet hilfreich sein, um den Bereich schonend zu spülen. So spart man sich das Toilettenpapier. Wer kein Bidet hat, für den könnte die Happy Po Podusche eine Alternative sein. Dabei handelt es sich um eine Art To Go-Bidet. Vor dem Toilettengang mit lauwarmem Wasser aufgefüllt ist die Podusche ein zuverlässiger Begleiter im Wochenbett. Auch dann, wenn die Hemmung vor dem Damm abgefallen ist, um sich vom Wochenfluss zu reinigen.

Empfehlenswert ist außerdem das Sitzbad der Bahnhofsapotheke. Einmal am Tag angewendet, sorgen Kamille, Lavendel und Schafgarbe für Entspannung im Dammbereich. 10 bis 15 Minuten bei 35 Grad Wassertemperatur reichen schon aus, um den Damm zu pflegen und die Heilung zu fördern.


Mehr Artikel rund um das Thema Schwangerschaft, Geburt und Kinder findet ihr hier.

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