WEtell: So geht nachhaltiger Mobilfunk

Nachhaltig surfen, SMS verschicken und telefonieren? WEtell machst möglich! Foto von Retha Ferguson von Pexels.

Anzeige

Bei EKOLOGISKA haben wir schon oft über Themen geschrieben, die man vielleicht nicht auf den ersten Blick auf dem Schirm hat, wenn man darüber nachdenkt, wie man sein Leben nachhaltiger gestalten kann. Dazu gehören die eigene Krankenversicherung, aber auch die Altersvorsorge. Was bisher fehlte, das war der genaue Blick auf etwas, das uns quasi dauerhaft umgibt: unser Mobilfunk. Das wollen wir jetzt nachholen, denn auch hier gibt es definitiv Verbesserungsbedarf.

Die Basics: Netzabdeckung in Deutschland

Grundsätzlich gilt: Deutschland hat drei Mobilfunknetze von drei unterschiedlichen Anbietern. Telekom betreibt das D1-Netz, Vodafone das D2-Netz und Telefónica Deutschland das O2-Netz (E-Netz). Egal, welchen Mobilfunkanbieter man bezahlt, man nutzt immer eines dieser drei Netze. Denn die Mobilfunkanbieter kaufen sich die Nutzungsrechte für das Netz bei einem der drei großen Anbieter ein. Dafür benötigen sie Provider, die Zugang zum Netz haben oder sie erwerben selbst einen eigenen Zugang. Viele kleine Mobilfunkanbieter können sich das allerdings nicht leisten und kaufen sich bei einem Provider ein.

Während der Smartphone-Nutzung werden eine ganze Reihe von Daten über uns erhoben: Unser Name, unsere Anschrift, Bankverbindungen, aber auch Telefonate, SMS und GPS-Daten werden gespeichert. Was mit diesen Daten passiert, das wissen die Wenigsten. Schließlich ließt kaum jemand die ellenlangen AGB durch und selbst wenn, dann würde man unter Umständen nur einen Bruchteil verstehen. Für Werbung per SMS, E-Mail oder Telefon darf ein Mobilfunkanbieter die Daten seiner Kunden nur verwenden, wenn diese explizit zugestimmt haben. Explizit bedeutet in Zeiten, in denen die meisten Verträge online abgeschlossen werden, dass vom Kunden selbst ein Haken gesetzt werden muss, wenn er dieser Form der Datenverwendung zustimmt. Für Werbung per Post oder zu Zwecken der Marktforschung hingegen darf der entsprechende Haken per Voreinstellung bereits gesetzt sein. Aus Sicht der Verbraucherzentrale Niedersachsen sind die Regeln rund um den Datenschutz für Verbraucher*innen ziemlich undurchsichtig.

Da es eine Vielzahl von Ausnahmen in den datenschutzrechtlichen Vorschriften gibt, können Sie es nicht vollständig verhindern, von telefonischer oder schriftlicher Werbung belästigt zu werden.

– Verbraucherzentrale niedersachsen

Mobilfunknetz frisst Massen an Energie

Ein weiterer Knackpunkt: Die Datenmenge, die über das Mobilfunknetz übertragen wird, wächst rasant. Während 2014 noch 395 Millionen Gigabyte an Daten übertragen wurden, waren es 2018 schon 1993 Millionen Gigabyte. Das frisst Strom, der bisher primär aus nicht-erneuerbaren Quellen kommt. Und zwar viel mehr Strom, als Surfen über LAN oder WLAN verbraucht. Für das Jahr 2020 wird ein Strombedarf von 99TWh weltweit erwartet. Zwar haben Telekom und Vodafone angekündigt, in den nächsten Jahren auf Strom aus erneuerbaren Energien umzustellen. Aber bisher stammt der Strom für das Mobilfunknetz aus fossilen Energiequellen. Hinzu kommt der Energie- und Ressourcenverbrauch der Firmenzentralen der großen Mobilfunk-Konzerne, wo Nachhaltigkeit keine übergeordnete Rolle spielt.

Bisher hatte man als Verbraucher*in allerdings keine wirkliche Alternative, weil es nur konventionelle Mobilfunkanbieter gab. Das ändert sich jetzt, denn das Freiburger Start Up WEtell ist ab sofort am Markt!

Die Zeit ist reif für eine nachhaltige Alternative

Eigentlich ist es verrückt, dass es gerade im Bereich des Mobilfunks, den wir alle in Form unseres Smartphones quasi immer dabei haben, bisher keine nachhaltige Alternative verfügbar war. Genau das dachten sich auch Alma, Nico und Andi, die Gründer*innen von WEtell. Die Idee, einen nachhaltigen Mobilfunkanbieter zu schaffen, war geboren. Nach einigem Hin und Her wegen der Netzanbindung ist es nun seit dem 15. Juli 2020 offiziell: Deutschland hat dauerhaft eine nachhaltige und faire Mobilfunk-Alternative. Aber was unterscheidet WEtell denn nun eigentlich genau von anderen Anbietern?

Vorneweg muss einmal klar gestellt werden: Auch die Freiburger kommen natürlich nicht umhin, sich ins Mobilfunknetz der drei großen Anbieter einzukaufen. Ohne Zugang zu einem der drei Netze funktioniert es nicht. Dafür arbeitet WEtell mit dem Provider Tele2 zusammen. Trotzdem versucht der Anbieter, seine Dienstleistungen so nachhaltig und fair wie möglich zu gestalten. Dafür wollen die Gründer*innen in drei Bereichen neue Standards setzen: Klimaschutz, Datenschutz und Fairness/Transparenz.

So werden bei WEtell neue Standards gesetzt

Wenn es nach WEtell ginge wäre Schluss mit Telefonieren und Surfen auf Kosten der
Umwelt – jede*r Kund*in unterstützt uns dabei, dass auch Mobilfunk endlich nachhaltig wird.

– leonie beinhardt, WEtell

100 Prozent grün telefonieren – das verspricht das Start Up aus Freiburg seinen Kund*innen. Um dieses Versprechen halten zu können, bezieht WEtell ausschließlich Ökostrom und setzt auch sonst im Geschäftsalltag darauf, den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten: So gilt bei Geschäftsreisen Zug vor Flugzeug, Recyclingpapier ist Pflicht und das Fahrrad das ansonsten bevorzugte Mittel zur Fortbewegung. Um nicht nur selbst tätig zu werden, sondern auch zu inspirieren, will das Team um Alma, Nico und Andi auch seine Geschäftspartner dazu motivieren, zumindest auf Ökostrom umzustellen. Und auch für die Klimaeinflüsse, die sie nicht selbst verringern können, wie die Emissionen, die beim Netzbetrieb entstehen, will WEtell Verantwortung übernehmen. Sie lassen sich die entstandenen Emissionen durch einen unabhängigen Partner quantifizieren und bauen, um diese auszugleichen, Photovoltaik-Anlagen.

Auch beim Thema Datenschutz hebt WEtell sich von anderen Anbietern ab. Während die meisten Verbraucher*innen nicht wissen, was mit ihren Daten passiert, weil die AGB viel zu lang und die Sprache unverständlich ist, können Kunden von WEtell sich sicher sein, dass die Daten nur in ihrem Sinne verwendet werden. Eine Speicherung erfolgt nur so lange, wie vom Gesetzgeber vorgegeben – außer man verfügt als Kunde etwas Anderes. Alle Daten werden ausschließlich in Deutschland gespeichert und personenbezogene Daten nicht mit Verkehrsdaten verknüpft. Ein Weiterverkauf an Dritte findet in keinem Fall statt, denn das lehnt das Unternehmen konsequent ab. Mehr Details zur Daten-Politik des Unternehmens findet ihr hier.

Wir leben den Wandel und
wir fordern ihn auch von jedem unserer Partner*innen und jede*r Kund*in – so erreicht die Idee vom nachhaltigen Wirtschaften auch Bereiche, auf die WEtell keinen direkten Einfluss hat. Mit der Orientierung an den Werten der Gemeinwohlökonomie werden bei WEtell ethische Grundsätze über Profitmaximierung gestellt und das Wohl von Mensch und Umwelt zum obersten Ziel des Wirtschaftens.

– Leonie beinhardt, wetell

Zuletzt möchte WEtell Gesicht zeigen und einen möglichst respektvollen Umgang mit ihren Kunden wahren – das schließt für die Gründerinnen und ihr Team ein, dass es keine versteckten Kostenfallen, eine undurchsichtige Preisgestaltung oder exorbitant lange Vertragslaufzeiten gibt. Deshalb ist das Angebot von WEtell im Vergleich zu anderen Anbietern reduziert und damit leicht zu durchblicken, denn es gibt nur vier Tarife. Und die wirken nicht nur durch den Preis im ersten Jahr attraktiv, denn hier gibt es keine Erhöhung nach den ersten zwölf Monaten, wie es sonst oft der Fall ist. Preislich merkt man das „Mehr“ an Nachhaltigkeit und Fairness übrigens nicht: Die Tarife liegen preislich zwischen 15 Euro („ULTRAKURZ“) und 30 Euro („MEGAFON“) pro Monat.

Wir finden: Es ist super, dass man als Verbraucher*in jetzt auch im Bereich des Mobilfunks die Möglichkeit hat, ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Fairness zu setzen. Der Ansatz von WEtell und der Dreiklang aus Nachhaltigkeit, Datenschutz und Transparenz/Fairness gefallen uns sehr. Schön ist auch, dass hier bis ins letzte Detail gedacht wurde: So lagert das Unternehmen sein Geld beispielsweise bei der nachhaltigen GLS Bank. Hier merkt man, dass die Gründer*innen es ernst meinen und nicht nur auf den Zug der Nachhaltigkeit aufspringen. Alma, Nico und Andi geben wir in Zukunft auf alle Fälle lieber unser Geld, als einem anonymen Großkonzern.


Ihr seid neugierig geworden? Mehr zu WEtell erfahrt ihr hier.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s