Die Zukunft liegt in kleinen Händen: Nachhaltigkeit in den Kita-Alltag integrieren

Nachhaltigkeit in der KiTa vermitteln? Marion hat dazu ein paar Gedanken aufgeschrieben. Foto von cottonbro von Pexels

Ein Gastbeitrag von Marion, Gründerin von Vellvie

Gerade in der heutigen Zeit sollten Kinder ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Lebensweise vermittelt bekommen. Doch wie sieht eine nachhaltige Erziehung aus, vor allem wenn ein großer Teil davon nicht Zuhause stattfindet?

Wer von Nachhaltigkeit als Modewort spricht, hat noch nicht verstanden, dass dieser eine Begriff uns alle zur Verantwortung zieht. Die Ressourcen sind endlich. Hier und heute sollten Menschen nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz fasst es treffend zusammen:

Nachhaltigkeit betrifft alle Bereiche unseres Lebens und Wirtschaftens und ist folglich eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft.

– bundesministerium für Umwelt und naturschutz

Wir Erwachsene tragen dabei eine große Verantwortung dafür, dass unsere Kinder auf einem Planeten leben, der bewohnbar ist und bleibt.  Und hierzu gehört es auch, deinem Kind eine nachhaltige Erziehung zukommen zu lassen. Letztendlich damit es lange glücklich und zufrieden lebt.

Ich weiß nur allzu gut, was es bedeutet, sein Kind schon frühzeitig in den Kindergarten geben zu müssen. Doch gerade Kita’s bieten unseren Kleinen die Möglichkeit, einfach und unkompliziert mit Umweltschutz und Nachhaltigkeit in Berührung zu kommen. Kinder sind unbefangen und greifen Ideen schnell auf, um sie spielerisch weiter zu entwickeln. Meist selbstverständlich und ohne Mühen. 

Schritt für Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Schritt für Schritt geht es dabei in eine gemeinsame Richtung. Fang doch an Abläufe von Zuhause mit in die Tageseinrichtung zu integrieren. Schick die Brotdose zum Vespern mit oder sprich an, inwiefern Stoffwindeln eine Möglichkeit wären. Du könntest die Windeln Zuhause vorfalten, dann haben die Erzieher weniger Arbeit. Ein kleiner wiederverwendbarer Stoffbeutel trägt die dreckige Wäsche wieder zu dir nach Hause. Kleidungsstücke (meist wunderschöne kaum getragene Exemplare) vom Kinderflohmarkt gehören ebenso dazu wie eine gesunde Ernährung.

Vielleicht ist die Kita-Leitung offen für einen vegetarischen Tag in der Woche oder sogar noch mehr?! Gib Essen mit, wenn dich das Mittagsangebot nicht vom Hocker reißt. Das Thema Müllvermeidung liegt dir am Herzen? Dann sprich doch mit den Erziehern, ob ihr nicht eine Projektwoche daraus stricken könntet. Es wird eine Woche der anfallende Müll gesammelt. Was ist dabei alles zusammengekommen? Sprecht darüber, was kann vermieden werden? Was kann man wiederverwenden? Ihr könntet ein Tauschregal oder -pinnwand anlegen. 

Kinder sind von Natur aus neugierig und wissbegierig. Bestimmt sprühen sie vor Ideen. Eine Woche ist zu lang? Wie wäre ein „Waldtag“? Welche Bäume wachsen vor der Haustür und kann aus den herabgefallenen Ästen ein Tipi entstehen? Zum Mittagessen wird eine Suppe aus Esskastanien serviert. Da bleibt kein Löffel sauber.

Dazu können tolle Bücher gelesen werden, die kindgerecht Umweltschutz und Nachhaltigkeit thematisieren. Auf Nachfrage hat der Buchladen meines Vertrauens sogar Bücher für unsere Kita gespendet. Fragen kostet nichts und am Ende profitieren die Kleinen sehr davon.

Unsere Tochter bringt ganz oft selbstgebastelte Bilder aus Naturmaterialien mit. Jetzt im Herbst vor allem geschmückt mit bunten Laubblättern und bemalte Salzteig-Igel. Die Idee kam bei einem Waldspaziergang. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. 

Je früher, desto besser

Was sich dein Kind an grundlegenden Fertigkeiten, Werthaltungen und Überzeugungen aneignet, ist prägend dafür, wie es sein weiteres Leben gestaltet. Welche Haltung es gegenüber seiner Umwelt und seinen Mitmenschen zeigt. Das Kindergartenalter ist ein wichtiger Grundpfeiler für die soziale und emotionale Entwicklung und nachhaltige Einstellung deines Kindes. Umwelterziehung beginnt mit dem frühen Begreifen, dass jedes Leben kostbar und schützenswert ist. 

Ein Gemüsegarten in der Kindertagesstätte ist eine tolle Möglichkeit für dein Kind hautnah und jeden Tag die Natur zu erleben. Ist die Einrichtung sehr klein und es gibt nur einen Hinterhof mit wenig Platz? Wie wäre ein Hochbeet? Aus Paletten ist das schnell und platzsparend gebaut. Beim Gärtnern lernt dein Kind Pflanzen zu hegen, zu pflegen und zu genießen. Regenwasser kann zur Bewässerung gesammelt werden. Dein Kind lernt saisonales Gemüse kennen und regionaler geht es kaum. Jahreszeitliche Naturrhythmen werden miterlebt und erlernt.

Die ein oder andere Hummel oder der bunte Schmetterling wird bewundert. Beim Insektenzählen lernt es die kleineren Lebewesen kennen, auf sie zu achten und sie zu schützen. Durch einen direkten Zugang zur natürlichen Umgebung, wird eine grundlegende Verbindung zur Natur geschaffen. Letztendlich schafft der selbstverständliche Umgang mit natürlichen Materialien auch einen zukünftigen Verzicht nächster Generationen von Plastik.

Vorbild für einen bewussten Umgang mit der Natur

Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, der Umwelt und dem eigenen Leben zeigen. Wichtige Werte, die ich meiner Tochter beibringen möchte. Wann immer es sich anbietet, erkläre ich ihr was Umweltbewusstsein und eine gesunde Ernährung bedeuten. Nachhaltigkeit soll sich in unserem täglichen Leben widerspiegeln, damit sie die wichtigen Zusammenhänge erlebt und verstehen kann.

Wenn wir Müll beim Pilze suchen im Wald entdecken, wandert der Zuhause in die Tonne. Wenn wir Paprika oder Tomaten aus dem eigenen Garten ernten, wird das mit Freude zelebriert. Wir haben in diesem Jahr eigens für unsere Tochter Cocktailtomaten auf Pflückhöhe angebaut. Es verging nicht ein Tag, wo sie nicht vor dem Tomatendschungel stand und naschte. Sie liebt ihre „Naties“. Es kann so einfach sein, sein Kind in nachhaltige Prozesse zu integrieren. Meine sechs Favoriten lauten:

  • Gemeinsames Anlegen und Anpflanzen von Gemüsebeeten
  • Zusammen Kochen und Essen
  • Basteln mit Materialien vom Waldspaziergang
  • Spaziergänge in der Natur
  • Ein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren (auch Opa Langbein in der Ecke)
  • Zuhören ist wichtig

Die gemeinsame Zeit ist die schönste Zeit. Leg dein Handy weg und genieße die Momente mit deinem Kind. Die Fotos für die Whats-App-Familiengruppe können auch bis morgen warten. Dein Kind hat nichts Geringeres als deine ungeteilte Aufmerksamkeit verdient.


Dieser Beitrag stammt von unserem Partner Vellvie. Vellvie produziert nachhaltige Nahrungsergänzungsmittel, die man nachfüllen kann.

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