Weihnachtlich verpackte Vorfreude – ohne Müll!

Geschenke zu Weihnachten nachhaltig verpacken kann genau so schick sein wie ‘normales’ Geschenkpapier. Foto von Element5 Digital von Pexels

“Wir haben es gefunden!”, erzählte mir eine Schulfreundin stolz, “Sie sind in ihrem Wäscheschrank!” Wir sind 11 Jahre alt und sie und ihr Bruder haben gerade das Geheimversteck ihrer Mutter gefunden: Die Mission ist geglückt, die Weihnachtsgeschenke wurden ausgespäht! Ich bin ganz neidisch, auch ich habe zwar das Versteck meiner Eltern ausfindig machen können, aber die waren schon verpackt, also musste ich mich mit vorsichtigem Schütteln und Abwiegen begnügen.

Was mir damals wie eine unfaire Verschwörung des Universums vorkam, wurde später zur kleinen Freude und auch zum heißersehnten Skill: Weihnachtsgeschenke verpacken!

Jedes Jahr zieren unter Weihnachtsbäumen bunte Päckchen den Raum, manchmal mit Mustern oder einfarbigen Papier. Obwohl man zum auspacken vielleicht ein paar Sekunden braucht, ist die sorgfältige Verhüllung der Überraschungen ein fester Bestandteil des Ritus. Der leider auch Konsequenzen hat: 8000 Tonnen Müll im Jahr entstehen durch die schicken Papiere.

Aber was steckt in so einer Rolle Geschenkpapier eigentlich alles drin? Laut greencity.de stecken in einer Rolle Geschenkpapier 180 Gramm Holz, was 840 Streichhölzern entspricht, außerdem 8,4 Liter Wasser und 0,336 kWh Strom beziehungsweise Energie. Das ist genug, um eine Energiesparlampe 33 Stunden brennen zu lassen. Insgesamt also ziemlich viele Ressourcen, die für die bedruckten Papiere draufgehen. Abwasser und Farben nicht mit einberechnet. Weil aber die Verpackungen immer noch der beste Schutz vor spähenden Kinderaugen sind und es auch einfach dazu gehört, wollen wir trotzdem schauen, wie wir weiterhin schöne Einbände finden, aber auf die 8000 Tonnen Müll verzichten können.

1. Ganz traditionell beim Geschenkpapier bleiben?

Auch wenn es naheliegt einfach auf das Papier zu verzichten, muss das nicht unbedingt sein. Was früher als knausrig galt, ist aber eigentlich nachhaltig: Altes Geschenkpapier aufbewahren! Klar, die Marie Kondo Fans werden jetzt fassungslos den Kopf schütteln. Natürlich soll es nicht aufbewahrt werden und dann jahrelang Staub ansammeln, sondern wiederverwertet werden. Besonders eigenen sich hierzu die altbekannten Geschenktüten. Sie sind leicht aufzubewahren und gehen beim ‘Ein-‘ oder ‘Auspacken’ nicht kaputt wie herkömmliches Papier. Was natürlich auch wiederverwendet werden kann: Normales Paketpapier! Das hat vor allem den Vorteil, dass es meistens stabiler ist, weil es natürlich für lange Reisen gedacht ist. Es ist simpel aber stilvoll. Meine Lieblingsalternative ist aber Zeitungspapier. Man kann die normale Tageszeitung nehmen oder in alten Zeitungsartikeln nach passenden Beiträgen oder besonderen Daten suchen, viele bewahren Zeitungen ewig lang auf, einfach bei Familie und Freunden fragen.

Wer trotzdem nicht auf neues Geschenkpapier verzichten möchte kann auch zur recycelten Alternative greifen. Beim Einkauf ist es wichtig auf das Blauer Engel Logo zu achten. Daran könnt ihr sehen, ob es sich um nachhaltiges Recycling Papier handelt. Diese Alternativen sind allen gut sortierten Papeterien zu finden, oder in vielen Unverpackt Läden.

2. Stoffvarianten

Auch wenn es für viele erstmal nicht intuitiv ist: Geschenke in Stoff verpackt sehen nicht nur süß aus, sondern sparen jede Menge Müll und die Stoffalternative kann weitaus länger und einfacher wiederverwendet werden, als die meisten Papiere.

Mit der sogenannten Furoshiki-Technik gestaltet das ganze sich sich auch sehr einfach und sieht unglaublich hübsch aus. Alles was man dazu braucht ist ein einfaches Tuch und einen hübschen Dekoanhänger (zur Weihnachtszeit selbstgemacht aus einem alten Ohrring und Tannenzweigen zum Beispiel).

Bei der Wahl des Tuches sollte man natürlich darauf achten um was für ein Stoff es sich handelt. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit ist Schritt eins immer: Was habe ich denn schon zu Hause? Als der Scrunchie-Trend wieder losging, habe ich die Second Hand Läden in Leipzig fast um all ihre hübschen Tücher gebracht, aus denen ich zu Hause dann die hübschen Haargummis selber genäht habe. Alle konnte ich natürlich nicht benutzen, die Übrigen wurden bereits um einige meiner Geschenke gewickelt. Wer aber unbedingt neu kaufen möchte kann auch hier wieder auf Siegel achten. Was die wichtigsten Textilsiegel im Überblick sind? Dazu könnt ihr den wundervollen Artikel hier bei Ekologiska auschecken!

Wer keine Tücher zu Hause hat, aber alten Stoff (nicht mehr reparierbare Kleidung, alte Bettwäsche etc.) und sich mit dem Nähen nicht allzu schwer tut, sollte sich auch an den selbst gemachten Geschenkbeuteln versuchen.

Das Nähen ist zwar ein wenig aufwendiger, aber dafür kann das Ergebnis sich sehen lassen. Außerdem sind die Beutelchen dann auch selbst ein Geschenk!

3. Glas als Verpackung

Wenn das Geschenk nicht so groß ist, eignen sich auch andere Dinge, die immer wieder im Haushalt auftauchen. Einmachgläser zum Beispiel. Wie bei den Stoff beuteln lassen Sie sich auch einfach wieder verwerten, sie haben aber noch einen Vorteil: So gut wie jeder hat sie zu Hause. Große Gläser von Gewürzgurken oder eingelegten Paprika bieten oft mehr als genug Platz für Schmuck, Kopfhörer oder auch Tee. Das Glas heiß auswaschen (am besten in der Spülmaschine), das Papier abmachen und dann weihnachtlich dekorieren.


Zur Weihnachtszeit produzieren wir rund 20 Prozent mehr Abfall im Vergleich zum restlichen Jahr. Geschenkverpackungen sind nur ein Teil davon, aber einer, auf den man verzichten kann! Und Geschenke sind gleich um ein ganzes Stück sinnlicher, wenn sie nicht Teil des immerzu wachsenden Müllbergs sind.


Dir gefällt, was wir machen? Dann zeig uns das gerne, indem du unser kleines, unabhängiges Redaktionsteam bei Steady unterstützt. Das kostet nicht die Welt – für uns bedeutet das aber ganz viel!

Kommentar verfassen