Sieben Dinge, auf die wir uns in 2021 freuen können

Nicht mehr lange, dann startet das neue Jahr. Aber worauf können wir uns freuen? EKOLOGISKA hat sich das genauer angesehen. Foto von Karolina Grabowska von Pexels.

Wir wissen, dass 2020 für wahrscheinlich niemanden (außer Jeff Bezos vielleicht) DAS Jahr war. Ob man nun selbst Angehörige oder andere liebe Menschen verloren hat oder ‘nur’ mit den Folgen der Lockdowns zur Eindämmung der Pandemie zu kämpfen hatte: Das Corona-Virus hat unser aller Leben im letzten Jahr ziemlich im Griff gehabt. Deshalb wollen wir keine Zeit mit geschönten Jahresrückblicken verschwenden, sondern uns lieber auf das besinnen, was vor uns liegt: Nämlich ein neues Jahr, das zwar zunächst auch von Corona geprägt sein wird, aber noch deutlich mehr Positives zu bieten hat, als die bloße Aussicht auf einen Impfstoff. Lasst uns also gemeinsam einen hoffnungsvollen Blick auf das werfen, was 2021 definitiv besser wird. Denn es gibt ein paar Sachen, über die man sich durchaus freuen kann!

Das Einwegplastik-Verbot für bestimmte Produkte tritt in Kraft

Am 3. Juli ist es endlich so weit: Das Einwegplastik-Verbot tritt in Kraft. Es gilt für die Produkte, die besonders oft an Stränden angespült werden und für die es schon gute Alternativen gibt, die nicht aus Plastik bestehen. Welche das sind, das hat die EU in einem Gutachten beurteilen lassen. Demnach sei vor allem Besteck aus Plastik, sowie Geschirr, Trinkhalme, Verpackungen für warme Speisen und Getränke sowie Wattestäbchen ein Problem. Eine Erhebung der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung ergab, dass 2017 mehr als 346.000 Tonnen Müll durch Einweggeschirr und To-go-Verpackungen entstanden – eine ganz schön große Menge. Aus diesem Grund sind diese Produkte ab dem Sommer verboten. Ihr Verkauf beziehungsweise ihre Ausgabe gilt dann als Ordnungswidrigkeit. Bestimmte Plastikprodukte sollen außerdem mit einem Hinweis auf ihre Umweltwirkung versehen werden. Zu diesem Thema gibt es übrigens einen ganzen Artikel bei EKOLOGISKA.

Mehr Geld an vielen Ecken und Enden

Im nächsten Jahr treten einige Gesetze in Kraft, die unterm Strich mehr Geld für uns Bürgerinnen und Bürger bedeuten, darunter die Anhebung des Mindestlohns zunächst auf 9,50 Euro und im weiteren Verlauf des Jahres auf 9,60 Euro. Für alle, die dieses Jahr viel Zeit im Homeoffice verbracht haben, gilt außerdem die neue Homeoffice-Pauschale, die man ab dem Jahr 2020 steuerlich geltend machen kann. Fünf Euro kann man pro Homeoffice-Tag absetzen, allerdings für maximal 120 Tage im Jahr oder 600 Euro. Außerdem gibt es 15 Euro mehr Kindergeld und der Kinderfreibetrag erhöht sich.

Spenden kann man leichter von der Steuer absetzen

Good news für alle, deren ehrenamtliche Projekte von Spenden abhängig sind: Eure Unterstützerinnen und Unterstützer haben es jetzt noch leichter, euch finanziell zu unterstützen, denn man kann Spenden bis 300 Euro ab dem nächsten Jahr leichter von der Steuer absetzen. Ab sofort ist nur noch ein einfacher Zuwendungsbeleg erforderlich. Dazu zählen Kontoauszüge, Online-Banking-Ausdrucke sowie Bareinzahlungsbelege. Bisher lag die Grenze bei 200 Euro.

Der CO2-Preis kommt

Auch, wenn man sich über die festgelegte Höhe des CO2-Preises stundenlang streiten kann, ist es erst einmal positiv, dass überhaupt ein CO2-Preis kommt. Er gilt zunächst für die Sektoren Verkehr und Heizen und liegt bei 25 Euro pro Tonne. Im Klartext heißt das, dass Benzin beispielsweise rund 7 Cent pro Liter teurer wird, der Diesel-Preis wird sich um rund 8 Cent pro Liter erhöhen. Bis 2025 soll der Preis etappenweise auf 55 Euro pro Tonne gesteigert werden. Expertinnen und Experten des Umweltbundesamtes haben berechnet, dass eine Tonne CO2 180 Euro kosten müsste, um für die Schäden, die sie verursacht, aufzukommen. Ob die festgelegte Höhe die gewünschte Lenkungswirkung im Verhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher hat, ist fraglich. Schließlich wird als Ausgleich auch die Pendlerpauschale erhöht – Autofahrerinnen und Autofahrer dürfe der CO2-Preis also nicht wirklich weh tun. Wer weiß, vielleicht wird die Diskussion um die Höhe nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr neu aufgerollt. Wünschenswert wäre das aus umweltpolitischer Sicht auf jeden Fall.

Höhere Abgaben für Autos mit hohem Spritverbrauch

Als Teil des Klimapakets der Bundesregierung wird auch die KfZ-Steuer reformiert, und zwar im Hinblick auf die Kopplung der Steuer an den CO2-Verbrauch der Autos. Wer ein sprintintensives Auto fährt, der muss an Januar deutlich mehr zahlen. Für Autos mit einem Ausstoß von 195 Gramm CO2 pro Kilometer und mehr steigen die Abgaben. Bei Benziner ist mit rund 130 Euro mehr pro Jahr zu rechnen, bei Dieselfahrzeugen sind es rund 100 Euro zusätzlich. Sinken sollen die Abgaben für Autos, die weniger als 95 Gramm pro Kilometer ausstoßen, und zwar um rund 30 Euro pro Jahr.

Kastration von Ferkeln nur noch mit Betäubung

Sieben Jahre betrug die Übergangsfrist, in der Ferkel trotz beschlossenem Verbot noch ohne Betäubung kastriert werden durften. Ab 2021 hat das endlich ein Ende. Eigentlich sollte das Ende schon 2019 kommen, aber die Ferkel-Industrie hat es geschafft, genug Druck auszuüben, sodass die Regierung das Verbot 2018 nach hinten verschob. Das Inkrafttreten des Gesetzes ist insofern zwar längst überfällig, dadurch aber nicht weniger begrüßenswert.

Wir können auf Normalität im Alltag hoffen

Mit der Aussicht darauf, dass bereits kurz nach Weihnachten die Impfungen gegen das Corona-Virus in Deutschland starten, dürfen wir vor allem eins: Hoffnungsvoll in die Zukunft schauen und zum Jahresende hin mit ein bisschen mehr Normalität rechnen. Bis dahin könnten aber weitere Impfstoffe zugelassen werden, was den Prozess etwas beschleunigen würde. Vorerst gilt: Bleibt gesund, seid vernünftig und schützt die, die unseren Schutz brauchen. Rutscht gut in das neue Jahr, das hoffentlich nur positive Überraschungen zu bieten hat.

Wir wollen uns an dieser Stelle bei allen Leserinnen und Lesern für dieses wunderbare 2020 bedanken. Wir freuen uns, für Euch schreiben zu dürfen!

Jona, Anna & Marisa


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