Der große Vergleich: Menstruationsunterwäsche

Diskret, sicher und nachhaltig: Menstruationsunterwäsche. Aber was unterscheidet die einzelnen Brands? Wir haben es uns genauer angesehen. Foto: ooia.

Menstruationsunterwäsche liegt voll im Trend. Und es ist ja auch praktisch: Man muss nichts einführen, sie sind diskreter als Binden und eignen sich auch in Kombination mit anderen Hygieneartikeln als Backup. Das Problem: Die Auswahl ist schier endlos und die finanziellen Möglichkeiten, um sich durch alle Brands zu testen, die haben wohl die Wenigsten. Wir haben deshalb in der Community Stimmen zu den einzelnen Herstellern gesammelt und selbst die wichtigsten Fakten zu den einzelnen Menstruationsunterwäsche-Herstellern recherchiert.

Streitfrage Biozide: Wichtiges Mittel gegen Bakterien oder Gefahrenquelle?

Vorneweg wollen wir einmal eine der pikantesten Fragen rund um Menstruationsunterwäsche klären: Sind Biozide ein sinnvolles Mittel gegen Bakterien oder gefährden sie uns und unsere Umwelt und sollten deshalb nicht verwendet werden?

Biozide sind Substanzen, die Schädlinge wie Pilze oder Bakterien, aber auch andere Organismen töten. Aus diesem Grund stellen sie mitunter auch ein Risiko für uns oder die Umwelt dar, weil sie für die Bakterien auf unserer Haut, aber auch Kleinstlebewesen, die im Wasser leben, giftig sein können. Einige Biozide wirken sich auch auf unser Hormonsystem aus. Darüber, welche Biozide verboten werden, entscheidet das Umweltbundesamt. Nicht erlaubt sind laut Artikel 5 der Biozid-Verordnung solche Stoffe, die als karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft werden. “Auch Wirkstoffe mit endokrin schädigenden Eigenschaften, die also unerwünschte Auswirkungen auf das Hormonsystem von Menschen und/oder Nicht-Zielorganismen haben können, fallen unter die Ausschlusskriterien und dürfen nicht zugelassen werden”, schreibt das Umweltbundesamt auf seiner Website. Die Biozide, die in Menstruationsunterwäsche eingesetzt werden, sind offiziell nicht verboten. Sie werden eingesetzt, um das Bakterienwachstum in der Menstruationspanty zu hemmen. Aber muss das sein?

ooia nutzt Biozide, um das Wachstum von Bakterien zu hemmen

Hersteller ooia setzt Biozide ein, und zwar Silberchlorid. Für diesen Weg hat sich das Unternehmen ganz bewusst entschieden, erklärt Co-Gründerin Kristine: “Bakterien und Keime sterben in der Wäsche erst bei über 70 Grad. Da Periodenunterwäsche aus Konstruktionsgründen nicht bei diesen Temperaturen waschbar ist, ist es ist unabdingbar, dass bakterienhemmende Wirkstoffe eingesetzt werden. Sonst vermehren sich Gerüche und es können Krankheiten entstehen.” Auch das Umweltbundesamt empfiehlt im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, mit Blut verschmierte Wäsche bei mindestens 60 Grad zu waschen. Das ist bei Menstruationsunterwäsche aber unabhängig vom Hersteller oft nicht möglich, weil die saugfähigen Schichten sonst an Saugkraft verlieren würden. Aus diesem Grund haben sich Kristine und Kati, die Gründerinnen von ooia, dafür entschieden, Silberchlorid in ihren Saugkern zu integrieren. Auf Nano-Partikel verzichtet das Unternehmen dabei ganz bewusst. Dass die Bakterien tatsächlich in ihrem Wachstum gehemmt werden, das hat sich das Unternehmen auch vom renommierten Hohenstein-Institut zertifizieren lassen.

Wir verwenden einen sehr hochwertigen Silberchlorid Wirkstoff, der auch von den Prüffirmen Ökotex und Bluesign frei gegeben wurde. Unser Wirkstoff Silberchlorid wird unter strengsten Auflagen getestet und darf gemäß Artikel 89 der Biozidverordnung in Verbindung mit § 28 Absatz 8 des Chemikaliengesetzes in Deutschland verwendet werden. 

– Kristine, gründerin ooia

femtis lehnt Biozide mit Verweis auf Folgen für Mensch und Umwelt ab

Hersteller femtis sieht das ganz anders. Gründerin Judith hat sich bewusst gegen den Einsatz von Bioziden entschieden. “Die Probleme mit Bioziden sind klar und seit Langem bekannt. Wir fragen uns deshalb: Wie kommt man auf die Idee, Periodenunterwäsche mit Bioziden zu versetzen? Und wie kann man das dann als ‘nachhaltig’ bezeichnen?”, so Judith. Sie verweist unter anderem auf die Aussage einer Schweizer Frauenärztin, die in einem Interview vermutete, dass durch Menstruationsunterhosen mit Bioziden die natürliche Hautflora gestört werden könne. Mit wissenschaftlichen Daten gestützt ist das nicht – allerdings gibt es auch keine Studien, die das Gegenteil beweisen, also dass die Biozide in den Pantys keine beeinträchtigende Wirkung haben. Das Bundesministerium für Umwelt hat zwar auch keine Daten zu Menstruationsunterwäsche im Speziellen, schreibt aber auf seiner Seite zum Thema ‘Biozide in Kleidung’:

“Unliebsame Folgen können allergische Reaktionen, die Beeinträchtigung der hauteigenen und für die Hautgesundheit wichtigen Bakterienflora sowie die Resistenzentwicklung von Krankheitserregern sein. Darüber hinaus kann es beim Waschvorgang durch die Auswaschung der bioziden Wirkstoffe zu deren erhöhtem Eintrag in die Umwelt kommen.”

Auch die Umweltschutzorganisation PAN (Pestizide Action Network) teilt die Auffassung von femtis in Bezug auf Biozide und spricht sich dafür aus, Biozide im Alltag zu vermeiden. Leider gibt es keine Studien, die sich speziell mit Menstruationsunterwäsche beschäftigen, geschweige denn mit Produkten vom deutschen Markt. Kristine, die Gründerin von ooia, verweist darauf, dass sie keine Nanopartikel einsetzen – demnach seien die Silberpartikel zu groß, um die Zellen einzudringen.

Für ihre ooias kann Kristine außerdem einen negativen Einfluss auf die Umwelt ausschließen: “Es hat sich gezeigt, dass der Einsatz unseres Silberchlorids  keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat. Die Mengen an Silber, die durch unseren Wirkstoff wieder in die Natur zurückkehren, entsprechen dem durchschnittlichen natürlichen Silbergehalt des Bodens oder von Gesteinen in der Natur. Die aktiv antibakteriell wirkenden Silberionen des Silberchlorid-Produkts werden innerhalb von Sekunden im Abwasserstrom durch sulfidhaltige Bestandteile zu absolut unlöslichem Silbersulfid (Ag2S) gebunden und sind damit nicht mehr bioverfügbar.” Die Bakterien der biologischen Klärstufe bei der Abwasserreinigung würden dadurch in ihrer Aktivität nicht gehemmt. Das hat sich ooia auch von einem unabhängigen Testinstitut bestätigen lassen. Was für ooia gilt, das muss allerdings nicht für alle Hersteller gelten. Judith fordert von ihren Mitbewerbern, dass sie in Bezug auf den Einsatz von Bioziden zumindest transparent kommunizieren, wenn sie schon Biozide verwenden.

Wir würden uns wünschen, dass Periodenunterwäsche-Anbieter, Biozide klar und direkt in den Produktinformationen (also dort, wo der Kauf stattfindet) mit Verweis auf die EU-Biozidverordnung ausweisen. So wäre sichergestellt, dass die Verbraucher*innen eine bewusste Entscheidung treffen.

– Judith, gründerin femtis

Was ist schlimmer: Biozide oder sich ungehemmt vermehrende Bakterien?

So übt sie beispielsweise Kritik an ooia und Kora Mikino, die dahingehend nicht sauber arbeiten würden. “Die Information, dass Silberchlorid verwendet wird, sieht man erst, wenn man im Shop auf ‘Bakterienhemmung’ klickt. Früher war das übrigens direkt in den Produktinformationen ohne weitere Klicks ersichtlich”, erklärt Judith über die Angaben auf der Seite von ooia, “Kora Mikino weist Silberchlorid als ‘bioaktive Silbersalze’ in den Produktinformationen direkt aus. Die Formulierung “bioaktiv” erscheint missverständlich, denn “bioaktive” Substanzen gelten als gesundheitsfördernd.” Außerdem fehle bei Kora Mikino der bei Verwendung von Silberchlorid zwingend erforderliche Verweis auf die EU-Biozidverordnung.

Biozide bergen also das Risiko, bei Hautkontakt allergische Reaktion hervorzurufen, die hauteigene Bakterienflora zu beeinflussen und es gilt als gesichert, dass sie beim Waschen in die Umwelt gelangen. Konkrete Studien dazu, ob die Biozide in Menstruationsunterwäsche die beschriebenen Effekte haben, auch wenn kein direkter Hautkontakt stattfindet, weil sie im saugfähigen Kern verarbeitet wurden, liegen nicht vor. Klar ist: Biozide hemmen die Vermehrung von Bakterien und eine Wäsche bei 30 oder 40 Grad reicht bei Blut eigentlich nicht aus. Stellen Menstruationspantys ohne Biozide also vielleicht ein größeres Risiko für die Gesundheit als die Verwendung von Bioziden dar, weil sich hier ungehemmt Bakterien vermehren können?

Das sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich auf unsere Anfrage hin ausführlich mit dieser Frage beschäftigt. Leider ist das Ergebnis nicht so klar ausgefallen, wie man es sich gewünscht hätte. Der Grund: Silberchlorid gehört zu den Wirkstoffen, die schon vor Einführung der aktuellen Biozidgesetzgebung auf dem Markt waren. Deshalb müssen Produkte mit Silberchlorid sich erst eine Prüfung unterziehen, wenn der Stoff das Genehmigungsverfahren passiert hat. Das ist bisher nicht der Fall, deshalb dürfen solche Produkte ungeprüft auf dem Markt bleiben. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt dazu: “Es ist also weder behördlich festgestellt, dass der Wirkstoff wirksam ist, noch ob die ihn enthaltenen Produkte bzw. behandelten Erzeugnisse (wie die Menstruationsunterwäsche) gesundheitlich oder in der Umwelt unbedenklich sind.” Aus diesem Grund kann und will das BfR keine Empfehlung abgeben, bevor nicht eine Risikobewertung stattgefunden hat.

Das Bundesinstitut gibt aber zu Bedenken, dass der Einsatz von Bioziden wahrscheinlich unverhältnismäßig sei, wenn es nur darum ginge, die Geruchsbildung zu minimieren. Es müsse von jede*r einzelnen Nutzer*in sorgfältig abgewogen werden, ob ein Produkt mit Bioziden wirklich sein muss. Dabei sollte man beachten, dass “im Zusammenhang mit Bioziden in Textilien über mögliche allergische Reaktionen, eine Resistenzbildung sowie eine Beeinträchtigung des Hautmikrobioms diskutiert wird”, schreibt das BfR. Ein Einfluss auf die Vaginalflora könne nicht ausgeschlossen werden.

Im Hinblick auf die Frage danach, ob der Nutzen der Biozide das Risiko wert ist, verweist das BfR darauf, dass durch Bakterien ausgelöste Erkrankungen wie das Toxische Schocksyndrom bisher nicht im Zusammenhang mit dem Einsatz von Binden oder ähnlichen Menstruationsprodukten, die nicht eingeführt werden, aufgetreten sei.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass das Thema Biozide sehr umstritten ist und es zumindest keine Belege dafür gibt, dass sie ungefährlich sind. Der aktuelle Forschungsstand legt zumindest nahe, dass Biozide zu Problemen führen können. Dass Biozide das Bakterienwachstum hemmen, das hat sich ooia bestätigen lassen. Allerdings verweist das BfR darauf, dass es keine Daten gebe, die belegen, dass Biozide die Bakterienvermehrung so stark hemmen, dass die Wäsche bei 40 Grad ausreicht.

Eine tabellarische Übersicht zu den vorgestellten Anbietern im Hinblick auf den Einsatz von Bioziden, Preis & Saugkraft findet ihr am Ende des Artikels zum Download.

ooia: Female Empowerment in jeder Hinsicht

Das Grünirinnen-Team um Kristine und Kati. Foto: ooia.

Hinter ooia (ehemals ooshi) stecken Kristine und Kati. Zwei Frauen und Mütter, die die Schnauze voll von ihren bisherigen Jobs hatten und etwas Sinnvolles machen wollten. Also gründeten sie 2018 die ooshi GmbH mit dem Ziel, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Seitdem haben sie 200.000 Produkte verkauft, jede Menge Menschen begeistert und insgesamt ein ziemlich erfolgreiches Unternehmen aufgebaut. ooias sind nach unserem Empfinden die mit Abstand bekannteste Menstruationsunterwäsche, die es auf dem deutschen Markt gibt.

Material. Die körpernächste Schicht der ooias besteht aus Merino Wolle, in welche Silberchlorid eingearbeitet wurde. Das Silberchlorid soll die Vermehrung der Bakterien hemmen. Diese Wirkung wurde mit dem Hohenstein Institut von einem sehr renommierten Textillabor bestätigt. Auch in der mittleren Schicht der ooia befindet sich Silberchlorid. Daneben sind Baumwolle, Modal und Polyester enthalten. Die äußere Schicht ist so konzipiert, dass sie keine Flüssigkeit nach außen lässt. Deshalb besteht sie aus einem Mix aus Polyester und Polyurethan.

Fertigung. Die Pantys von ooia werden in Litauen und Portugal genäht. Nach Aussagen des Unternehmens arbeiten beide Nähereien nach strengsten und zertifizierten ökologischen und sozialen Standards, was von unabhängigen Stellen überprüft werde.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit ooia gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Für die starken Tage sind die Hotpants wirklich gut. Ich fühle mich wohl, nicht wie eine Windel.”

“Ich bin begeistert. Raschelt nicht, sitzt super, ist aber nichts für eine starke Periode alleine.”

“Ich liebe meine ooias, super Tragekomfort und klasse Unternehmen mit super Werten.”

“Ich habe drei Pantys und einen Tanga vor circa fünf Monaten gekauft und schon nach dem zweiten Waschen hatten diese Löcher. Ich habe ooia angeschrieben und die haben mir fünf Euro für eine Schneiderin angeboten. Allerdings sind die Unterhosen nicht zu retten. Haben zu viele Löcher.”

“Top Qualität, super bequem. Trage sie als Backup zum Cup und an leichten Tagen allein.”

thinx: Menstruationsunterwäsche aus den USA

thinx kommen aus den USA und waren – unseres Wissens – vor den deutschen Alternativen auf dem Markt, weshalb gerade viele early adopter der Menstruationswäsche in Deutschland an thinx nicht vorbei kamen.

Material. Die klassischen thinx bestehen aus Nylon und Elastan. Berichten von Tester:innen zufolge soll das regelmäßig zu Hitzestaus und einem eher unangenehmen Tragegefühl führen. Es gibt aber auch eine Range aus Bio-Baumwolle. Der saugfähige Kern der thinx besteht aus Polyester und PUL. Sie sind Öko-Text Standard 100 zertifiziert.

Fertigung. Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die Fertigung unter fairen Bedingungen in Sri Lanka. Dabei legt thinx nach eigener Aussage Wert auf drei Säulen: Female Leadership, das Wohlbefinden der Mitarbeiter:innen und Umweltfreundlichkeit. Dazu zählt zum Beispiel, dass es Fitness sessions für die Mitarbeiter:innen gibt, kostenlose Mahlzeiten und das Ziel, Zero Waste bis 2025 zu werden.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit thinx gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Super, keinerlei leaks, man fühlt sie echt gar nicht. Nur die Bestellung aus den USA nervt.”

“Sitzt gut, raschelt ganz leicht. Das Gummi am Bund löste sich bei mir recht schnell etwas auf.”

“Hervorragender Sitz, kein Knistern, nehmen circa zwei Tampons auf. Auch nach zwei Jahren noch! Nachteil: Müssen durch den Zoll.”

Von Ocker und Rot: Menstruationsunterwäsche handgefertigt aus Dresden

Von Ocker und Rot ist die Schwestermarke der Windelmanufaktur aus Dresden, die wir euch hier schon einmal ausführlich vorgestellt haben. Der Kopf hinter den beiden Firmen ist Stephanie Oppitz, eine ziemlich inspirierende Frau, die mit ihren Firmen Textilarbeitsplätze in Deutschland schafft. Von Ocker und Rot steht für nachhaltige Menstruationsprodukte wie Stoffbinden, Wetbags, Slipeinlagen und neuerdings auch Menstruationsunterwäsche.

Material. Der Slip selbst besteht aus Baumwolle und Elasthan. Beim Saugkern setzt die Manufaktur auf einhundert Prozent Baumwolle. Bei der Membran kommt aber auch Von Ocker und Rot nicht an Plastik vorbei, um die Party dicht zu halten. Hier wird ein Mix aus Polyester und Polyurethan eingesetzt.

Fertigung. Stephanie Oppitz’ Produkte werden allesamt handgefertigt in ihrer Dresdener Manufaktur. Hier kann man sich also sicher sein, dass fair gearbeitet wurde.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit Von Ocker und Rot gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Qualität top, funktioniert prima und das beste: Fair in Sachsen produziert.”

“Wir benutzen auch die Windeln der Manufaktur und sind von beiden Produkten sehr überzeugt: Ist dicht, angenehm zu tragen und raschelt nicht.”

femtis: preisgünstig, vegan und ohne Biozide

Perioden-Slip ALWA von femtis. Foto: femtis.

femtis wirbt damit, bewusst auf Biozide wie Silberchlorid und Zinkpyrithion zu verzichten. Das war Gründerin Judith, einer ehemaligen Medizinprodukte-Managerin, besonders wichtig. Die Slips sind außerdem peta approved vegan. Das Unternehmen engagiert sich außerdem sozial in verschiedenen Projekten.

Material. Die genaue Materialzusammensetzung variiert von Slip zu Slip. Der Saugkern besteht aus einer Lage aus Bio-Baumwolle und Elasthan, einer Lage Polyester und Elasthan und letztlich Polyester mit Polyurethan­beschichtung. Das ist bei jedem Modell gleich. Je nach Modell besteht der Oberstoff aus Nylon oder Baumwolle.

Fertigung. Das Unternehmen wirbt damit, fair zu produzieren, gibt allerdings auf seiner Website keine Details preis.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit femtis gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Drei verschiedene Modelle in meiner normalen Größe bestellt. Leider zu eng von der Passform her.”

“Sie sind super! Große Stütze im Alltag. Super bequem und vor allem tolles Tragegefühl.”

“Super, angenehm, trocken, aber riechen leider irgendwann. Habe sie wegen keinen Bioziden genommen.”

Kora Mikino: Ein nachhaltiger Flow für alle

Die veganen Pantys von Kora Mikino werden unter anderem in Deutschland produziert. Foto: Kora Mikino.

Kora Mikino wurde von Julia Rittereiser im Herbst 2018 gegründet. Das Team besteht inzwischen aus sieben Frauen*, die es sich gemeinsam zur Aufgabe gemacht haben, den “Flow”, wie sie die Menstruation liebevoll nennen, nachhaltiger zu gestalten. Zu ihrer Mission zählt das Team unter anderem auch, die Menstruation zu enttabuisieren. Alle Produkte sind peta approved vegan.

Material. Der Oberstoff besteht aus MicroModal und Elasthan. Die saugfähige Einlage besteht aus Polyester und Polyamid, die durch bioaktive Silbersalze veredelt wurden, darunter Silberchlorid, Titandioxid und Silber Sodium Zirconium Salz. Diese sollen die Vermehrung von Bakterien hemmen. Perspektivisch will Kira Mikino es schaffen, so viele Naturfasern wie möglich einzusetzen und die Kunstfasern, die nicht vermeidbar sind, recycelt zu beziehen.

Fertigung. Das verwendete Silber wird fair in Deutschland gewonnen. MicroModal besteht aus Buchenholz, welches nach Angaben des Unternehmens aus nachhaltiger Forstwirtschaft in Europa stammt. Konfektioniert werden die Pantys in einer Textilfabrik auf der schwäbischen Alb in Deutschland. Diese lagert die Produktion einiger Modelle aber auch an andere Standorte in Europa aus.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit Kora Mikino gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Funktioniert super, aber das Knistern stört ziemlich.”

“Anfang: Begeistert! Dann (trotz Pflege wie beschrieben) Geruch und seltsamer Stoff.”

“Passform ist toll. Ja, raschelt etwas, hört man beim Tragen nicht. Tut, was sie soll.”

“Positiv: Stoff angenehm, Negativ: Stoff raschelt, Einsatz geht bei meiner nicht ganz hoch, weshalb sie nichts für die Nacht ist. Außerdem finde ich, dass sie nicht genug Blut aufnehmen. Für mich funktionieren sie nur als Backup oder an schwachen Tagen.”

Mylily: Für eine rundum nachhaltige Periode

Aus dem Hause Mylily gibt es nicht nur Menstruationsunterwäsche, sondern auch Tampons, Slipeinlagen und eine Menstruationstasse. Das Unternehmen kommt aus Hamburg und wurde von Heide Peuckert und Dennis Weber gegründet. Das Duo hat sich mit seinem Team auf die Fahne geschrieben, die Periode zu entmystifizieren. Deshalb leisten sie auch Aufklärungsarbeit und engagieren sich sozial.

Material. Der Oberstoff der Panty besteht aus Bio-Baumwolle und der Saugkern aus einem Material-Mix auf Basis von Polyester. Dieser ist nach Angaben des Unternehmens hydrophil und antibakteriell.

Fertigung. Die Menstruationsunterwäsche wird von Cocoro, dem Partner von Mylily, in einem Frauenhaus in Barcelona produziert.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit Mylily gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Bei mir hat die Hose leider nicht gut gesessen.”

“Die ist bei mir durchgefallen im Vergleich zu Taynie und Selenacare – war nicht dicht.”

Pourprees: Schöne Spitze aus Frankreich

Pourprees wurde von den Schwestern Iris und Agathe gegründet. Die beiden Französinnen haben sich das Ziel gesetzt, eine schöne, gesundheitlich unbedenkliche und sichere Menstruationsunterwäsche zu kreieren. Bisher sind so drei Slips entstanden, die alle verspielt und mit viel Spitze daher kommen.

Material. Das Obermaterial besteht aus Bio-Baumwolle und Elasthan. Der Saugkern besteht aus Polyester, Polyurethan und Viskose aus Eukalyptusfasern. Die Schwestern legen Wert darauf, keine Silbernanopartikel in ihre Pantys zu packen.

Fertigung. Die Slips werden allesamt in Frankreich produziert. So sind faire Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung garantiert.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit Pourprees gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Die mit Abstand schönsten Designs auf dem Markt, tolle Passform.”

Selenacare: Alternative aus dem Drogeriemarkt

Selenacare kennen die meisten Menschen, weil ihnen die Marke im Drogeriemarkt schon begegnet ist. Das unterscheidet sie von den meisten anderen Unternehmen, die vor allem auf E-Commerce setzen. Vielleicht auch deshalb gibt die Website des Unternehmens nur spärlich Auskunft über die Marke selbst.

Material. Die Pantys bestehen vor allem aus Plastik: Es wird sehr viel Polyester eingesetzt, teils mit Polyurethan beschichtet. Die äußerste Schicht besteht aus Nylon. Das kann man den Produktinformationen entnehmen. Das Unternehmen gibt allerdings online sowie auf der Produktverpackung lediglich an, dass ein “antibakterieller Schutz” das Bakterienwachstum hemme. Auf Nachfrage räumt das Unternehmen ein, dass Biozide eingesetzt werden. “Unsere Menstruationsunterwäsche und die waschbaren Binden werden mit einer Reaktionsmasse von Titandioxid und Silberchlorid behandelt”, schreibt uns Selina von Selenacare. Das ist ziemlich problematisch, da es dazu eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht gibt, die hier nicht erfüllt wird. ooia, die auch Silberchlorid einsetzen, kennzeichnen richtig. Hier findet man auf der Website den Hinweis auf EU Verordnung Nr 528/2012.

Fertigung. Viel erfährt man nicht über die Fertigung. Die soll aber laut Hersteller in Europa erfolgen.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit Selenacare gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Fallen kleiner aus und ich schwitze leicht darin. Aber sonst super.”

“Ich habe gerade eine bestellt und fünf bekommen. L soll ’42-44′ sein, aber eigentlich ‘EU 40-42’, also recht eng. Als Backup zu Tasse und für schwächere Tage aber bis jetzt gut.”

“Gut. Aber Herstellung/Produktion ist schlimm.”

“Raschelt ein bisschen, ließ sich aber bisher gut waschen und hatte auch ein angenehmes Tragegefühl.”

Taynie: Eine Panty für saubere Tage

Die Taynies in Action. Foto: Taynie.

Die Ur-Taynie wurde bereits 2015 gefertigt. Seitdem hat das Taynie-Team die Slips stetig weiterentwickelt, bis 2019 schließlich der eigene Online-Shop kam. Besonders an den Slips ist, dass man sie im Gegensatz zu denen vieler Konkurrenz-Unternehmen bedenkenlos bei 60 Grad waschen kann. Bedenkenlos deshalb, weil man keinen Verlust der Saugkraft befürchten muss. Das Sortiment der Firma zeichnet sich außerdem durch die größte Bandbreite an Größen aus, denn Taynie-Slips kann man bis Größe 62 bestellen.

Material. Taynies bestehen außen aus einem Baumwolle-Viskose Mix unter Zugabe von Elasthan. Der Saugkern ist hauptsächlich aus Baumwolle gefertigt und nach außen hin wird die Panty durch einen Mix aus TPU (Schutzschicht) und Nylon (äußerste Stofflage) abgedichtet.

Fertigung. Taynie lässt in Deutschland, Italien und China fertigen. In China arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben mit einer Produktionsstätte zusammen, die sich an den BSCI Verhaltenskodex (Business Social Compliance Initiative) hält.

Stimmen. Wir haben Euch nach Euren Erfahrungen mit Taynies gefragt. Hier kommen ausgewählte Zitate. Es handelt sich um sehr persönlichen Erfahrungen, die durchaus auch widersprüchlich sein können. Wir haben aber versucht, repräsentative Zitate auszuwählen.

“Bin sehr zufrieden, nutze die Stings aber auch nur als Support für meine Tasse.”

“Super gut.”

“Habe mir davon jetzt glaube ich acht Stück gekauft.”

Eine tabellarische Übersicht zu allen vorbestellen Anbietern in Hinblick auf den Einsatz von Bioziden, Saugkraft, Preis & Co. könnt ihr hier downloaden.


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