Kaufmannsläden: Schluss mit Schleichwerbung im Kinderzimmer! Diese ökologischen Alternativen gibt es

Findet man viel zu oft auf Produkten, die für Kinder gedacht sind: Werbung. Foto: M W auf Pixabay.

Lebensmittel wiegen, sortieren, dem Kunden die Ware sicher verpacken und zum Schluss abkassieren: Einen Kaufmannsladen hat fast jedes Kind in seinem Zimmer. Spielerisch lernen Kinder so, wie sie Mengen richtig einschätzen und mit Geld und Zahlen umgehen. Außerdem spielen sie so die womöglich ersten Rollenspiele und üben sich im Benennen verschiedener Lebensmittel. Ein guter Zeitpunkt, um über eine gesunde Ernährung zu sprechen. Ein Kaufmannsladen ist ein pädagogisch wertvolles Spielzeug, das viele Fähigkeiten der Kleinen schulen kann. Allerdings versuchen immer noch viele Hersteller vor allem ungesunder Lebensmittel das beliebte Spielzeug für ihre Zwecke zu nutzen: Knorr, Maggi & Co. bieten nämlich Spiel-Lebensmittel für Kinder an. Warum sie das tun und welche Alternativen es gibt, verraten wir im Artikel.

Die junge Kundschaft direkt binden

Häufig gibt es bei Kaufmannsläden “gratis” oder zu sehr günstigen Preisen ein Set mit Zubehör dazu. Enthalten sind oftmals Markenprodukte, die man genau so auch im Supermarkt findet: Kleenex, Vitalis Müsli, Capri Sonne, TK Pizza und und und. Das vermeintlich gute Angebot (gut im Sinne von preisgünstig) entpuppt sich aber bei genauerem Hinsehen als Marketing-Masche der großen Hersteller, die man auch noch dafür bezahlt, dass man sich deren Werbung ins eigene Kinderzimmer holt. Und statt mit seinem Kind über gesunde Ernährung ins Gespräch zu kommen, kennt es bald alle ungesunden Produkte, die der Supermarkt so hergibt. Für die Hersteller ist das ein gutes Geschäft, denn gerade Erinnerungen aus der Kindheit und positive Markenerfahrungen aus dieser Zeit prägen uns. Für die Kinder ist das aber im Sinne der Entwicklung von gesunden Ernährungsgewohnheiten nicht besonders gut. Außerdem sind die Markenprodukte oftmals aus billigen, bedenklichen Materialien wie Plastik gefertigt. Auf diesen Zug sind übrigens nicht nur die ganz großen, konventionellen Player aufgesprungen. Auch Bio-Produzent Rapunzel hat bisweilen eine Einkaufsladen-Kollektion herausgebracht. Deshalb lohnt es sich doppelt, die Augen nach besseren Alternativen offen zu halten.

Vor allem anderen lohnt es sich, die einschlägigen Second Hand Plattformen nach gebrauchten Alternativen aus Holz zu durchsuchen. Die sind in der Regel unkaputtbar und deshalb in einem sehr guten Zustand, wenn man sie gebraucht ersteht. Eine tolle Anlaufstelle dafür ist Vinted (ehemals Mamikreisel). Hier findet man unter dem Schlagwort “Kaufmannsladen” auf Anhieb zahlreiche Angebote. Es gibt aber auch einige Hersteller von Neuware, die einen nachhaltigen Weg gehen.

Studio Leeflang: Ein veganer Kaufmannsladen

Das gibt es so noch nicht auf dem Markt: Einen veganen Kaufmannsladen. Diese Premiere haben wir Studio Leeflang zu verdanken, die ihr veganes Sortiment seit Ende 2020 auf dem Markt haben. Das Set enthält zwölf Nahrungsmittel, darunter Räuchertofu, Mandelmus und Linsen. Die Lebensmittel sind sowohl auf deutsch, als auch auf englisch beschriftet. So lernt Junior gleichzeitig noch ein paar neue Vokabeln. Außerdem sind sie als ‘bio’ gekennzeichnet, was einen guten Gesprächseinstieg in dieses Thema bietet. Alle Teile werden per Hand gefertigt und bestehen aus heimischem Buchenholz oder Glas. Studio Leeflang arbeitet dafür mit den Werkstätten der Bruderhaus Diakonie in Bad Urach zusammen. Wir finden: Ziemlich coole Idee, die sehr fortschrittlich ist und daher einen Platz in unseren Kinderzimmern verdient hat!

Plantoys & Goki: Langlebige Einrichtung für Kaufmannsläden

Natürlich gab es auch schon vor Studio Leeflang nachhaltige und langlebige Einrichtungen für Kaufmannsläden und Kinderküchen auf dem Markt. Eine kam zum Beispiel von Plantoys. Das Unternehmen produziert seit 1981 nachhaltiges Kinder-Spielzeug und hat auch eine Lebensmittel-Range aus Holz im Programm, darunter Sandwich-Sets, ein Eisverkäufer-Spiel oder ganz klassische Zusammenstellungen mit O-Saft, Ketchup & Co. – und zwar ganz ohne Marken-Kennzeichnung! Für ihre Produkte nutzt die Firma übrigens nur Holz, das von für die Gummi-Produktion ausgedienten Gummi-Bäumen stammt.

Von Goki bekommt man die für Kaufmannsläden typischen Kisten voller Gemüse und Obst aus Holz. Die Teile sind aus Hartholz gefertigt und mit ungiftigen, schweißechten und speichelfesten Farben aus Deutschland bemalt. Goki fertigt seine Spielzeuge zwar auch in China, allerdings in einer eigenen Fabrik, die nach europäischen Standards arbeitet. Die Praxis bei anderen Firmen ist, dass die Arbeit an Drittfirmen abgegeben wird – und zwar zu den dortigen Arbeitsbedingungen. Das Ergebnis im Fall von Goki sind wunderschöne, fair produzierte Holzspielzeuge, die jedes Kinderzimmer bereichern.


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