Nachhaltige Tierhaltung: So gelingt’s bei der Ernährung

Hund und Katze sind die liebsten Haustiere der Deutschen. Aber wie ernährt man sie gesund? Wir verraten euch! Foto von Snapwire bei Pexels.

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Wir Deutschen lieben Tiere: 2019 lebten in deutschen Haushalten rund 34 Millionen Tiere. Mit Abstand am beliebtesten sind dabei Katzen und Hunde. Sie machen mehr als die Hälfte der bei uns gehaltenen Tiere aus. Dass man bei der Tierhaltung viele Stellschrauben hat, an welchen man drehen kann, um das Zusammenleben nachhaltiger zu gestalten, das haben wir vor einiger Zeit bereits in einem Überblicksartikel zu diesem Thema erklärt. In diesem Artikel wollen wir daher den Fokus auf eine der wichtigsten dieser Stellschrauben legen, nämlich die Ernährung von Katzen und Hunden.

Bringt die Ernährung von Fleischfressern die nachhaltige Tierhaltung an Grenzen?

Kleintiere kann man problemlos konsequent nachhaltig ernähren. Als Tierhalter hat man die Möglichkeit, auf regionales und unverarbeitetes Gemüse und Heu zurückzugreifen. Bei Fleischfressern wie Katzen oder Hunden gestaltet sich das etwas komplizierter. Vor allem, wenn man selbst womöglich der Umwelt oder den Tieren zuliebe vegan oder vegetarisch lebt. Dann steht man als Tierhalter nämlich zuallererst vor der Frage, ob man sein Tier nicht vielleicht auch vegan oder vegetarisch ernähren kann. “Während Studien darauf schließen lassen, dass Hunde mit ausschließlich veganer Ernährung länger leben, wäre bei Katzen das genaue Gegenteil der Fall”, sagt Bas van Tongeren. Er ist der Geschäftsführer von Yarrah, einem Experten auf diesem Gebiet. Der Tierfutterproduzent setzt schon seit 1992 auf biologisch produziertes Futter.

“Die Mägen der Hunde haben sich mit der Zeit angepasst. Oft bekamen Sie Haushaltsabfälle und Reste, die nicht selten fleischlos waren. Deswegen kann der Hund, im Gegensatz zu seinem Vorfahren dem Wolf, auf Fleisch verzichten”, erklärt van Tongeren. Man müsse allerdings darauf achten, dass es sich um ein veganes Komplettfutter handele, in welchem alle Nährstoffe enthalten sind, die der Hund braucht. Bei Katzen funktioniert das übrigens deshalb nicht, weil sie trotz der Nähe zum Menschen immer weiter selbst gejagt und damit Fleisch verzehrt haben – die Umstellung fand nicht statt. “Das im Fleisch enthaltene Taurin ist für Katzen lebensnotwendig”, betont Bas van Tongeren. Deshalb sei eine vegane Ernährung bei Katzen nicht möglich.

Checkliste: Was zeichnet nachhaltiges Tierfutter aus?

  • Das, was drin ist, wurde biologisch erzeugt
  • Es ist nur das drin, was wirklich rein muss und gesund für das Tier ist
  • Kurze Transportwege durch lokale Produktion
  • Vegetarische Alternativen da, wo sie mit der Gesundheit vereinbar sind
  • Verzicht auf Tierversuche
  • Auch interessant: Umstieg auf nachhaltigere Verpackungen

All das zeichnet das Futter von Yarrah aus. Yarrah ist Pionier auf dem Gebiet nachhaltiges Tierfutter. Mehr über die Philosophie der Firma erfahrt ihr hier.

Wenn Fleisch, dann biologisch

Zumindest die rund 14 Millionen Katzen, die es in Deutschland gibt, müssen also mit Fleisch gefüttert werden. In der Regel passiert das in Form von Dosenfutter. Klingt nicht sexy, ist für die Tierhalter aber maximal unkompliziert, weil man im Gegensatz zum Barfen, also der Fütterung mit Rohfleisch, keine Supplemente dosieren muss. Dafür ist es oft total schwer nachzuvollziehen, woher das enthaltene Fleisch stammt und ob es sich nicht nur um Schlachtabfälle der konventionellen Tierhaltung handelt, das mit Konservierungsmitteln und Zucker schmackhaft gemacht wird. Das ist nicht nur nicht nachhaltig, sondern auch nicht gesund für die Vierbeiner. Für eine nachhaltige Tierhaltung sollte man deshalb auf Bio-Fleisch setzen und sicherstellen, dass keine schädlichen Zusatzstoffe im Futter enthalten sind.

Dass konventionelle Hersteller oft Zusatzstoffe einsetzen, das kritisiert Bas van Tongeren scharf. Schon seit den 90er Jahren setzt sich Yarrah dafür ein, dass Tierfutter gut für die Umwelt, die Tiere und das eigene Haustier ist. Im Interview mit EKOLOGISKA erklärt er, was ihn sonst noch an der Tierfutter-Branche stört und wie er und sein Unternehmen es besser machen (wollen).

Foto: Bas mit seinem Hund im Schnee. Nicht nur beruflich, sondern auch privat ist er Tierfreund. Quelle: Privat.

Pionierarbeit für alle, die eine nachhaltige Tierhaltung praktizieren wollen

EKOLOGISKA: Wie genau ist denn die Idee zu Yarrah entstanden? In den 1990er Jahren waren Bio-Lebensmittel ja nicht einmal für Menschen Standard.

BAS VAN TONGEREN: Yarrah entstand aus einem gesunden Unmut über die damaligen Umstände heraus. Unser Gründer stellte sich die Frage, warum sein Berner Sennenhund, mit Namen Dano, nicht ebenso gute Nahrung wie er verdient hätte (Anm. d. Red.: Van Tongeren ist nicht der Gründer, sondern der aktuelle Geschäftsführer). Bio-Lebensmittel waren 1992 bereits vereinzelt in Fachgeschäften erhältlich, doch sah es da bei Tiernahrung noch ganz anders aus. Das war die Geburtsstunde von Yarrah – wir wollten Pionierarbeit leisten.

EKOLOGISKA: Was kritisieren Sie an der konventionellen Tierfutter-Branche heute?

VAN TONGEREN: Häufig verwendete Zusatzstoffe in herkömmlichen Futter führen unter Umständen zu Allergien, Unverträglichkeiten bei den Haustieren bzw. sind einfach unnötig und haben in Nahrung nichts verloren. Bei der konventionellen Tiernahrung wird häufig nicht darauf geachtet zu welchen Bedingungen die Tiere, die zur Tiernahrung verarbeitet werden gehalten werden.  

Es gibt viele Stellschrauben, an denen man als Hersteller drehen kann

EKOLOGISKA: Was machen Sie bei Yarrah denn anders, als konventionelle Hersteller?

VAN TONGEREN: Wir achten auf darauf, dass wir unsere Hauptzutaten so regional wie möglich einkaufen. Das erspart einen Großteil der Transportwege. Mehrmals jährlich schauen wir uns die Zustände der Lieferanten Vorort an. Dafür sind wir mit dem „Beter Leven“-Logo ausgezeichnet worden, was besagt, dass die Tiere tatsächlich ein besseres Leben hatten.

Yarrah bietet außerdem seit seiner Gründung 1992 vegetarisches Hundefutter an. Dieses hinterlässt einen wesentlich geringeren CO²-Fußabdruck, als die fleischhaltigen Varianten. Die wichtigste Neuerung und ein großer Schritt nach vorn ist die Umstellungen unserer Verpackungen für Trockenfutter auf ein 100%-recyclebares Monomaterial um. 

EKOLOGISKA: Was macht denn eine gesunde Tierernährung aus?

VAN TONGEREN: Wichtig ist, dass neben der Qualität des Futters darauf geachtet wird, dem Tier die richtige Menge zuzuführen. Viele Tiere neigen zu Gewichtszunahme und sind es aus der Natur gewohnt so viel zu fressen, wie sie bekommen – sie bevorraten sich evolutionsbedingt mit Nahrung, da es in der Natur oft vorkam, dass die nächste Mahlzeit weit entfernt war.

Wichtig ist auch auf Komplettnahrung zu achten, die alle für das Tier notwendigen Nährstoffe enthält, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Und letztendlich sollte auf ausreichend Wasserzufuhr wert gelegt werden. Umso geringer der Nassfutteranteil bei der Fütterung, umso mehr Wasser sollte man zur Verfügung stellen. 

Zusammensetzung, Produktion, Bio-Qualität: Das zeichnet nachhaltiges Tierfutter aus

EKOLOGISKA: Sie werben damit, tierversuchsfreies Futter anzubieten. Sind Tierversuche in dem Bereich denn problematisch?

VAN TONGEREN: Wir glauben daran, dass das Probieren des Tierfutters in der natürlichen Umgebung – also zu Hause – erfolgen muss. Die Tiere sind nicht eingesperrt, wesentlich entspannter und es bellen keine anderen Tiere in der Umgebung. Wir machen so die Erfahrung wie unser Futter im echten Leben angenommen wird. Dafür stellen wir Kunden kostenfrei Futter zur Verfügung, das wir auf den Markt bringen möchten. Wir arbeiten mit einer Firma zusammen, die unser Futter mit entsprechender Testausrüstung an 1.000 Haushalte versendet und bereits fast 50 Jahre Erfahrung mit Tests in neutraler Umgebung hat.

EKOLOGISKA: Sie sind B Corp certified – was genau bedeutet das?

VAN TONGEREN: B-Corporation, kurz B-Corp, ist eine Zertifizierung für Unternehmen, die einen Mehrwert für die Gesellschaft darstellen möchten, Sozialstandards einhalten & sich zu ökologischer Nachhaltigkeit bekennen und dies in ihrem gesamten Handeln verankern. Da wir Kollegen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland haben, ist dieses globale Initiative für uns der richtige Weg ein Statement abzugeben.

In Zusammenarbeit mit B-Corp ist Yarrah eines von mehr als 800 Unternehmen die sich zu Klimaneutralität vor 2030 bekannt haben. Dieses Ziel liegt damit 20 Jahre vor dem Pariser Klimaabkommen, dass für 2050 gesetzt ist.

EKOLOGISKA: Was wünschen Sie sich für die Zukunft unseres Planeten?

VAN TONGEREN: Dass wir uns gemeinsam al seine Einheit um unseren Planeten kümmern und verantwortungsbewusst mit unserer Umwelt umgehen. Das Leben, das wir jeden Tag mit unseren Hunden und Katzen genießen, sollte auch an kommende Generationen weitergegeben werden. Wenn unsere gesunde und verantwortungsbewusste Tiernahrung dazu beitragen kann, haben wir unser Bestes gegeben. 

Für uns selbst nehmen wir uns vor uns stetig zu verbessern, mehr Menschen zu erreichen und damit ein paar positive Gedanken in die Welt zu tragen.


Wenn du Lust hast, das Futter von Yarrah für deinen Vierbeiner zu probieren, dann schau doch hier im Online Shop vorbei.

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