Die wachsen mit: Multifunktionale Kinder-Möbel

multifunktionale Kinder-Möbel
Was dieser Waschtisch sonst noch kann? So einiges! Was, das verraten wir euch im Artikel. Foto: architect mum.

Beistellbett, Kinderbett, Tische in unterschiedlichen Höhen: Im Laufe eines Kinderlebens besorgen Eltern viele Möbel, die für die jeweilige Altersstufe passend sind. Darüber hinaus sind die meisten von ihnen nutzlos, und werden weitergegeben oder verkauft. Einen Abnehmer zu finden kann ganz schön anstrengend sein, schließlich wollen alle Eltern das, was sie nicht mehr gebrauchen können, loswerden. So werden junge Eltern häufig mit aufgetragener Kleidung und Einrichtung überhäuft. Anders ist das mit Multifunktionalen Kinder-Möbeln. Sie wachsen mit und lassen sich in ihrer Höhe, ihrem Schwierigkeitsgrad, ihrer Größe oder in ihrem Zweck verändern. In diesem Artikel stellen wir einige von ihnen vor. Und zwar solche, die darüber hinaus nachhaltig produziert werden.

IKIGAI: Ein Waschtisch, der mitwächst – und nicht nur für Kinder geeignet ist

Bis zum sechsten Lebensjahr kann man IKIGAI als Waschtisch nutzen. Dank des smarten Designs hat der Tisch danach aber noch nicht ausgedient. Foto: architect mum.

Wer Caro Hacker aka architect mum bei Instagram verfolgt, der weiß, wie lange sie an ihrem IKIGAI getüftelt hat. Die Sorgfalt und Geduld hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn das Ergebnis ist ein ziemlich durchdachtes Möbel. Obwohl eigentlich für Kinder gemacht, fügt sich der Tisch wunderbar in eine Erwachsenen-Umgebung ein. Und genau das ist auch gewollt. Denn IKIGAI ist nicht nicht nur ein Tisch, der mitmachst. Sondern bestenfalls ein Begleiter fürs Leben.

Was mich an Kindermöbeln schon immer gestört hat war, dass sie entweder kunterbunt waren mit angespitzten Buntstift-Beinchen oder aufgrund der Ergonomie ziemlich schnell wieder aussortiert werden. Wieso kann es nicht ein Möbel geben, dass zuerst die Kinder nutzen und es sich dann ganz still und leise in unser Interieur einfügt als ob es schon immer da stand?

– Carolin hacker, gründerin architect mum und designerin IKigai
Auch in eine Erwachsenen-Umgebung fügt sich IKIGAI wunderbar ein. Foto: architect mum.

Die Rundstäbe von IKIGAI bestehen aus Buchenholz, die Platten aus FSC-zertifiziertem Birkensperrholz. Produziert wird der Tisch in Deutschland. Als Waschtisch kann man ihn bis zu einem Alter von sechs Jahren verwenden. Danach kann er zum Mal- und Basteltisch umfunktioniert werden. Eine passende Zeichenrolle bietet Caro in ihrem Online-Shop an. Die kann dank der Rundstäbe sogar direkt am Tisch fixiert werden. Im Anschluss dient IKIGAI als Beistelltisch, Sideboard oder das, wozu du ihn machst! Das Ziel: Am Ende seiner Lebenszeit soll die Tischplatte viele Geschichten zu erzählen haben. IKIGAI ist übrigens japanisch, bedeutet so viel wie “lebenswert” und steht für eine ganze Lebensphilosophie. Obwohl es den Tisch erst seit einigen Wochen gibt, hat er schon mehrere Preise gewonnen. Wenn das mal nicht ein gutes Beispiel für “Gut Ding will Weile haben” ist. Kostenpunkt: 649 Euro.

Caro und ihre Arbeit haben wir hier schon einmal ausführlich vorgestellt. Denn schon vor IKIGAI hat sie schicke Einrichtung für das Kinderzimmer designt.

Minimalmaxi: Ein Bett mit vielen Gesichtern

Wenn das Bett zu klein wird, dann kann man Minimalmaxi auch zu einem Schreibtisch umbauen. Foto: WILJA.

Minimalmaxi wurde von Grit und Lars Jugel entwickelt. Als das Architekten-Paar 2013 sein erstes Kind erwartet, sind sie auf der Suche nach einem Kinderbett, werden aber nicht so richtig fündig. “Als Architekten haben wir uns selbst an die Arbeit gemacht und ein Kinderbett entworfen das all unseren Erwartungen gerecht wird”, schreiben sie auf ihrer Website. Das Ergebnis: Minimalmaxi, ein Kinderbett, das ab Geburt an als Beistellbett verwendet werden kann und mitmachst, bis das Kind zehn Jahre alt ist. Möglich machen das die Module, aus denen das Bett besteht. Die lassen sich kinderleicht montieren, und zwar mit nur einem Werkzeug. Nach seinem Leben als Bett kann Minimalmaxi sogar zum Schreibtisch oder einem Sofa umgebaut werden. Entsprechendes Zubehör verkauft das Paar in seinem Online-Shop.

Die Module des Bettes bestehen aus Birkenschichtholz, das mit Melaminharz beschichtet wurde. Die Produktion findet in Thüringen statt. So kann WILJA faire Arbeitsbedingungen und kurze Lieferwege gewährleisten. Wir finden: Eine tolle Idee! Denn die meisten Eltern sind wohl früher oder später damit konfrontiert, dass ihr Keller voller zu klein gewordener Kinderbetten ist. Insofern ist Minimalmaxi auf jeden Fall eine Investition wert. Kostenpunkt: Ab 980 Euro.

Zaunkönig: Lernturm, Bank & Hochstuhl – ein Paradebeispiel für multifunktionale Kinder-Möbel

Der Zaunkönig als Sitzbank für drinnen und draußen. Foto: ZAUNKÖNIG.

Der Zaunkönig ist ein 3-in-1-Möbel, das man nicht einmal wirklich umbauen muss. Denn seine unterschiedlichen Nutzungsweisen kann man alleine durch Umdrehen erreichen. Lediglich die Polster muss man je nach Nutzungsweise umlagern. So ist der Zaunkönig im einen Moment Hochstuhl und im nächsten schon wieder Lernturm. Damit ist er so agil, wie der Alltag mit Kindern es erfordert.

Entstanden ist die Idee zum Zaunkönig aus dem Eltern-Alltag heraus. “Ich wünschte mir einen Mitmachstuhl, der uns vielfältig und kreativ in unserem Familienleben unterstützt. Einen Lernturm, der flexibel genug ist, um ihn auch zum Spielen zu nutzen”, schreibt Gründerin Dr. Ursula Schreck auf der Website. Also legt sie selbst Hand an und kreiert den Zaunkönig. Produziert wird der Turm im Erzgebirge in liebevoller Handarbeit. Das Holz stammt aus der Region und ist PEFC zertifiziert. Auch hier gilt: Das Möbel fügt sich nach seinem Job als Kinder-Möbel wunderbar in eine Erwachsenen-Umgebung ein, zum Beispiel als Bank im Eingangsbereich oder Stuhl.

Ein Wendemöbel mit vielen Möglichkeiten: Der Zaunkönig. Foto: ZAUNKÖNIG.

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