Wohlstandsindikator BIP – Sinnvoll oder Überholt? (Teil 2)

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Seit den 1950er Jahren richten wir politische Handlungsstrategien sich nach dem BIP, aber kann es auch eine Alternative geben? Photo by energepic.com on Pexels.com

Das ist der zweite Teil des Artikels „Wohlstandsindikator BIP – Sinnvoll oder Überholt“. Der erste Teil erläutert die Hintergründe und Probleme des BIP. Ihr findet ihn hier. In diesem Teil schreiben wir über politische Alternativen.

Staaten brauchen Indikatoren, die den Fortschritt und die Entwicklung von ihren Zielen messen können. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und Umwelt-Ziele. Das Bruttoinlandsprodukt misst nur einen beschränkten Aspekt der wirtschaftlichen Entwicklung. Obwohl es seit seiner Einführung heftig kritisiert wird, und es nie dafür konzipiert wurde Wohlstand zu messen, bleibt das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ein politisches Leitziel. Hier stößt man auf zwei grundsätzliche Probleme: Gibt es überhaupt einen wirklichen Wohlstandsindikator, der das Wohlbefinden der Bevölkerung zureichend messen kann? Woran müsste sich so ein Indikator orientieren? Diese Frage stellen sich Sozialwissenschaftler:innen und Ökonom:innen schon seit der Einführung des BIP. Und es gibt auch zahlreiche Konzepte, die Alternativen zum Wohlstandsindikator BIP darstellen. Wir werden euch die Wichtigsten vorstellen.

Feministische Ökonomik

Die feministische Ökonomik beschreibt eine Strömung innerhalb der Wirtschaftswissenschaften, die einer „Doppelbestrebung“ nachgehen. So erklären Bettina Haidinger und Käthe Knittel in „Feministische Ökonomie: Eine Einführung“, dass es einerseits eine Kritik der hegemonialen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung braucht, andererseits auch das Konzept für eine geschlechtergerechte Ökonomie, also das Konzeptualisieren einer Utopie für eine egalitäre Gesellschaft. Die feministische Ökonomie stellt dabei die reproduktive Arbeit in das Zentrum ihrer Wirtschaftskonzepte. Also Arbeit, die der Regeneration, Instandhaltung und Reproduktion der Gesellschaft dient, sprich: Hausarbeit, aktive Freizeitgestaltung und Gemeinschaft (Zusammenkünfte organisieren, Feste, Nachbarschaftsarbeit), emotionale Arbeit (Kümmern, trösten, über Gefühle sprechen) und Kindererziehung. 

Notwendige Berücksichtigungen eines „feministischen Indikators“

Ein Indikator im Sinne der feministischen Ökonomie, müsste Geschlechterverhältnisse auf verschiedenen Ebenen berücksichtigen. Eine queerfeministische Kritik an dieser Anforderung könnte sein, dass dadurch binäre Geschlechtsvorstellungen reproduziert werden. In der Statistik stellt sich die Abbildung der Geschlechterverhältnisse mit Einbezug multipler Geschlechter generell schwierig da. Im Moment arbeiten die meisten staatlichen Behörden und unabhängige Wissenschaftler:innen mit der dritten Kategorie „divers“. 

Gender Care und Gender Wage Gap

Aber was müsste nun berücksichtigt werden? Ein wichtiger Aspekt ist die Verteilung von Erwerbseinkommen. Diese sollte nicht nur die generelle Verteilung berücksichtigen (Wie viel Prozent der Bevölkerung verdienen wie viel des nationalen Einkommens?), sondern auch geschlechtsspezifische Unterschiede. Das wiederum bedeutet, eine Steigerung der Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern negativ und zunehmende Gleichheit positiv zu werten. Diese Analyse dürfte sich nicht auf Lohneinkommen beschränken, sondern müsste auch die Verteilung von Vermögen und Reichtum einkalkulieren. Ein weiterer Punkt der Betrachtung des Erwerbseinkommens müsste auch der Stundenlohn sein. 

Branchenbezogene Ungleichheiten des Einkommens

Frauen verdienen nicht nur generell weniger, sondern typischerweise von Frauen ausgeübte Berufe werden durchschnittlich auch weniger bezahlt. Die Erklärungsansätze dafür sind vielzählig. Einen ersten Ansatz entwickelte Barbara Leigh Smith Bodichon (1827 – 1891), indem sie die Crowdingtheorie (Verdrängungstheorie) auf Geschlechterdifferenzen am Arbeitsmarkt bezog. Bodichon erarbeitete, dass Frauen primär in ein paar wenigen Branchen vertreten sind. Zu anderen haben sie entweder keinen oder nur wenig Zugang. Das hat den Effekt, dass es in diesen Branchen zu einem Überangebot an Arbeitskräften führt und damit zu niedrigen Löhnen.

In Anbetracht der sogenannten Pflegekrise, in der wir uns befinden, weil es nicht genügend Arbeitskräfte für Pflegeberufe gibt (die primär weiblich sind), muss ein weiterer Aspekt mitgedacht werden. Frauen sind seltener in Gewerkschaften vertreten. Zusätzlich sind Frauen häufiger prekär beschäftigt und sind wahrscheinlicher die Hauptverantwortlichen für Pflegebedürftige und Kinder. Dementsprechend liegt es nahe, dass sie generell weniger Verhandlungsmacht besitzen. In „Unsichtbare Frauen“ deckt Autorin Caroline Criado Perez auch einen weiteren Umstand auf: Je stärker der Frauenanteil einer Branche wächst, desto weniger wachsen die Löhne. Das bedeutet, dass Arbeit, in dem Moment, wo sie von Frauen ausgeübt wird, gesellschaftlich an Wert verliert. 

Deswegen ist es wichtig auch die Stundenlöhne von „typisch weiblichen“ Berufen mit denen von „typisch männlichen“ Berufen zu vergleichen. Ein weiterer Anstoß könnte natürlich die Geschlechterverteilung in den verschiedenen Sektoren sein. Je höher die Dichte von frau:man in einem Sektor, desto negativer wirkt sie sich auf den Indikator aus. 

Die Kategorie „Arbeitslosigkeit“

Die Kategorie der „Arbeitslosigkeit“ muss für einen solchen Indikator auch neu definiert werden. Gerade werden „Hausfrauen“ als „unproduktiv“ im BIP erfasst, weil sie für ihre Arbeit keinen Lohn beziehen. Die Abwertung der Arbeit der Hausfrau und Bedeutung für die Gesellschaft diskutiere ich im Artikel „Das BIP als Wohlstandsindikator – Sinnvoll oder Überholt? (Teil 1)“. Für eine vollständige Analyse muss die Anzahl der Stunden, die mit unbezahlter, reproduktiver Arbeit verbracht wurden, berücksichtigt werden und auch die Aufteilung zwischen den Geschlechtern. Diese Berechnung muss jede Form der unbezahlten Arbeit miteinschließen, zum Beispiel auch ehrenamtliche (bspw. in einem Verein) oder freiwillige (bspw. Nachbarschaftshilfe) Arbeit. 

Das „Oaxaca-Blinder-Modell“ und „reine Diskriminierung“

Die vorausgehende Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und enthält nur die grundlegendsten Forderungen von feministischen Ökonom:innen. Für sinnvolle Analysen lohnt es sich deswegen, „Ausstattungsfaktoren“ zu erarbeiten. Mit „Ausstattungsfaktoren“ werden in der ökonomischen Fachsprache personenbezogene Unterschiede bezeichnet (Hadinger und Knittler; Feministische Ökonomie: Eine Einführung). Dazu verwendet man das „Oaxaca-Blinder-Modell“ mit dem die „reine Diskriminierung“ zwischen Geschlechtern berechnet wird. Vereinfacht erklärt, bildet man zunächst „Zwillingspaare“ von Männern und Frauen, die die gleiche Ausbildung und Position haben und auch sonst identische Merkmale aufweisen. Im ersten Teil des Modells werden dann Einkommensunterschiede aufgrund der Ausstattungsfaktoren berechnet. Im zweiten Teil werden die übrig gebliebenen Unterschiede berechnet, die scheinbar grundlos sind. Man nennt das auch den „unerklärten Rest“. Dieser Rest ist dann die „reine Diskriminierung“, also der Unterschied, der aufgrund von Geschlecht entsteht. 

Bereits bestehende Konzepte für neue Indikatoren

In der Wirtschaftswissenschaft hat man bereits verschiedene Aspekte der oben genannten Forderungen in Konzepte eingefügt. Seit den 1990er Jahren hat die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit alternativen Wohlstandsindikatoren stark zugenommen. Die Wissenschaftlerin Romina Bandura listet in einer Überblicksstudie insgesamt 178 Indikatoren auf, die zur Wohlstandsverordnung eines Landes herangezogen werden. Johannes Pennekamp unterscheidet in seinem Working Paper „Wohlstand ohne Wachstum“ zwischen drei verschiedenen Arten:

  1. Indikatoren, die am ursprünglichen Konzept des BIPs festhalten, es aber um Wohlfahrtsgesichtspunkte ergänzen (z.B. Freizeit),
  2. Synthetische Indikatoren, die eine Vielzahl von Sub-Indikatoren (z.B. das BIP) berücksichtigen, und sich besonders auf sozialen Fortschritt und humanitäre Entwicklung fokussieren,
  3. Indikatoren, die das aggregierte, subjektive Wohlbefinden als bestimmend für die Gesamtwohlfahrt ansehen.

1. ISEW (Index of sustainable wellfare) – Die fehlende Ergänzung?

Der ISEW-Indikator wurde 1989 von den zwei Theoretikern Herman Daly und John B. Cobb entwickelt. Neben dem BIP ist er der am weitesten verbreitete Ansatz und stützt sich auch auf die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung. Er misst Wohlergehen (englisch: „wellfare“), das ökonomische Aktivität (Produktivität) generiert. Den großen Unterschied zum BIP erläutert Ida Kubisewski (et al.) in „Beyond GDP: Measuring and achieving global genuine Progress“. Der ISEW berücksichtigt neben Geldströmen 24 weitere Indikatoren. Insbesondere Umweltverschmutzung und der Verlust von Freizeit werden als ökonomische Kosten erfasst, während gerechte Einkommensverteilung, ehrenamtliche Arbeit und Hausarbeit als positiv gewertet werden.

2. Wellbeing Economy Alliance – Die Wohlfahrtsstaaten

2019 sorgten die Staaten Island, Schottland und Neuseeland für Aufruhr, als sie eine neue Staatengruppe bildeten: Regierungen der „Well-Being-Wohlfahrtswirtschaften“. Das Ziel dieser Staaten ist es, die eigenen Wirtschaft umzustrukturieren und statt Wirtschaftswachstum das Wohlergehen der Bevölkerung zum wichtigsten politischen Leitziel zu machen. Die neuseeländische Premierministerin Janina Ardern sagte dazu: „We need to address the Society’s well being, not just the economic well-being“. Bei der Berechnung berücksichtigt man besonders Faktoren wie Gesundheit, Zeitwohlstand und Gleichberechtigung. Aber auch Zerstörung der Umwelt nimmt einen wichtigen Platz ein. Etwas Besonderes ist, dass auch das die Qualität des öffentlichen Schulsystems, Förderung der Künste und nachhaltige Nahrungsmittelproduktion mit eingeschlossen sind.

3. „Bruttonationalglück“

Es gibt, laut einigen Studien, nur einen schwachen Zusammenhang zwischen dem Lebenszufriedenheit und Wirtschaftswachstum. Das Wachstum des einen sagt relativ wenig über das Wachstum des anderen aus. Deswegen befürworten einige Sozial- und Wirtschaftsforscher:innen, den Fokus auf das aggregierte, subjektive Wohlergehen der Bevölkerung zu legen. Dafür soll das nationale Wohlbefinden ermittelt werden, in all seinen Facetten: Stimmungen und Gefühle, wahrgenommene mentale und körperliche Gesundheit, Zufriedenheit mit verschiedenen Lebensbereichen. Ein Beispiel für diese Berechnung liefert der Inequality-Adjusted Happiness Index.

Was sagen die Parteien dazu?

Bei der anstehenden Bundestagswahl ist es natürlich auch interessant zu wissen, wie sich die einzelnen Parteien zu einem Wandel des Verständnisses von nationalem Wohlstand positionieren. Keines der Wahlprogramme von AfD, FDP, Union, SPD, die Linken und Bündnis 90/Die Grünen befassen sich explizit mit dem BIP. Jedoch lässt sich bei der Haltung zur Wirtschaft herauslesen, wo die Parteien ihren Schwerpunkt setzten.

Die Union – CDU/CSU

Die Union möchte die Steuern für Unternehmen bei 25 Prozent deckeln und mit einem „Entfesselungspaket“ von Steuern und Bürokratie entlasten. Auch eine Erhöhung der Lohnsteuer und des Spitzsteuersatzes lehnen sie ab. Auch sollen es eine Schuldenbremse bezüglich der Staatsverschuldung geben. Das Wirtschaftsprogramm der CDU ist damit sehr stark auf Wirtschaftswachstum im Sinne einer freien Marktwirtschaft ausgelegt.

SPD

Die SPD setzt auf Neuverschuldung des Staates, aber im Rahmen der in der Verfassung verankerten Schuldenbremse. Bei der Einkommenssteuer streben sie die Entlastung von Geringverdienern an und die höhere Besteuerung von Spitzenverdienern. Die SPD will auch einen Fokus darauf legen, dass Frauen und Männer für dieselbe Arbeit dasselbe verdienen. Auf strukturelle Gründe geht sie jedoch nicht ein. Auch wird im Programm der Partei die Lebenszufriedenheit bzw. „Erfüllung“ an Lohnarbeit geknüpft, was die Ausrichtung an einer sozialen, aber kapitalistischen Marktwirtschaft vermuten lässt.

FDP

Die FDP richtet sich klar an dem Konzept der freien Marktwirtschaft aus. Sie möchte Steuern senken und Staatsschulden abbauen. Der Fokus im Wirtschaftsteil der Partei liegt klar auf Wirtschaftswachstum und Einschränkung der staatlichen Gewalt.

AfD

Auch die AfD möchte eine „Rückbesinnung“ auf die freie Marktwirtschaft, die sie als Wohlstandsbringer der Gesellschaft sieht. Ähnlich wie FDP und CDU möchte sie Unternehmen entlasten und Sozialausgaben senken. Die Partei setzt auf eine freie Wirtschaft, von deren Wachstum die Bevölkerung profitieren soll.

Bündnis 90 /Die Grünen

Bündnis 90/Die Grünen orientiert sich stark an dem Konzept der sozialen Marktwirtschaft. Die Partei möchte Steuern für Spitzenverdiener erhöhen. Zudem wollen sie eine Vermögenssteuer, die Personen ab einem Vermögen von zwei Millionen Euro abführen sollen. Diese soll jährlich bei einem Prozent liegen. Von dem Konzept der SPD hebt sie sich mit ihrer Forderung ab, das Managergehälter ab einer halben Millionen Euro nicht mehr als Betriebsausgaben abgesetzt werden dürfen. Außerdem soll eine Digitalsteuer für Unternehmen wie Google und Facebook eingeführt werden. Ein deutliches Abrücken von einer Wachstumsorientierten Politik ist jedoch nicht zu erkennen.

Die Linken

Die Linken wollen eine Neuverschuldung des Staates, sowie starke Steuererhöhungen von Unternehmen und Spitzenverdienern. Der Fokus der Linken liegt auf einem Ausbau des Sozialsystems und auch dem radikalen Ausbau von nachhaltigen Energieressourcen und dem öffentlichen Nahverkehr. Die Linken sind die einzige Partei, bei der man von einer Abkehr vom BIP als Leitziel ausgehen kann.

Die Debatte im Bundestag

2013 gab es eine Debatte bezüglich des BIPs im Bundestags. Die Fraktionen stellten verschiedene Konzepte vor. Einigen konnten sich die Parteien jedoch nicht. Je nach dem Ergebnis der Wahlen, könnten die alten Konzepte wieder aufgegriffen werden oder nicht. Deswegen ein kurzer Überblick zu den Vorschlägen der Parteien.

CDU, SPD und FDP

Mit breiter Mehrheit setzten sich die Fraktionen der CDU, SPD und FDP für einen neuen Ansatz bezüglich des Wohlstandsindikators ein. Statt dem alleinigen Indikator BIP sollen mehrere Kennziffern hinzugezogen werden. „Im Rahmen eines sehr differenzierten statistischen Systems sollen die für die gesellschaftliche Wohlfahrt wesentlichen Kriterien „Materieller Wohlstand“, „Soziales und Teilhabe“ sowie „Ökologie“ mit Hilfe von zehn sogenannten „Leitindikatoren“ berechnet werden“. Das BIP soll bei der Ermittlung des materiellen Wohlstands weiterhin eine zentrale Rolle spielen, aber auch die Einkommensverteilung und das Maß der Staatsschulden müssten beachtet werden. Außerdem geben die Beschäftigungsquote, das Bildungsniveau anhand von Schulabschlüssen, die Gesundheit mit Hilfe der Lebenserwartung und das Maß an Freiheit etwa bei der Meinungsäußerung oder den politischen Mitwirkungsmöglichkeiten Auskunft über die soziale Lage in der Gesellschaft.

Die Linke – „Das Trio der Lebensqualität“

An dem Ansatz der CDU, SPD und FDP kritisierte Matthias W. Birkwald, Abgeordneter der Partei die Linke, dass das „überladene Indikatorenset“ nicht kommunizierbar sei und außerdem dadurch das „Verteilungsproblem“ verschleiert würde. Stattdessen präsentierte die Linkspartei das „Trio der Lebensqualität“. Das Konzept besteht aus  der „sozialen Qualität der Gesellschaft“, die aus der „Reich-Arm-Verteilung“ abgeleitet werden soll, die „ökologische Tragfähigkeit“, die auf dem CO2-Fußabdruck basiert und der wirtschaftliche Wohlstand, der aus dem Bruttogehalt der Arbeitnehmer:innen berechnet wird.

Bündnis 90/Die Grünen – „Der Wohlstandskompass“

Die Grünen haben einen „Wohlstandskompass“ erarbeitet: Das Maß an Lebensqualität soll sich demnach auf die Messung des Natur- und Ressourcenverbrauchs, der Einkommensverteilung, der Lebenszufriedenheit der Bürger sowie der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit stützen.

Fazit

Sowohl die politische als auch wissenschaftliche Landschaft zeigen deutlich, dass es Möglichkeiten für Alternativen zum BIP gibt. Eine Abkehr vom BIP als Wohlstandsindikator stellt jedoch auch das wirtschaftliche System als solches in Frage. Eine Abkehr vom BIP bedeutet auch eine Abkehr vom Wirtschaftswachstum, was schlussendlich die Abkehr vom Kapitalismus mit sich zieht. Dass spätestens bei der Ressourcenverknappung, steigenden Erderwärmung und zusätzlichen Naturkatastrophen eigentlich kaum eine andere Alternative bleibt, spiegeln am ehesten noch die Linken in ihrem Programm wieder. Ein häufiger Kritikpunkt ist hier allerdings, dass das im Rahmen der „Realpolitik“ nicht umsetzbar sei. Sprich, was sich tatsächlich politisch umsetzen ließe. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist das absurd. Die vorgeschlagene „Realpolitik“, mag zwar bequemer sein, ist aber wegen der momentanen Situation der Umwelt bald nur noch ein illustrer Traum.


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