Alternative Weihnachtsbäume: Es muss nicht immer die Nordmann-Tanne sein

Muss es immer die Nordmann-Tanne sein? Wir finden: Nein! Unternehmen wie Room in a Box bieten schicke Alternativen. Foto: Room in a Box.

In der grünen Community geht der Trend ganz klar weg vom traditionellen Tannenbaum. Immer mehr Menschen begeistern sich für alternative Weihnachtsbäume. Der Grund: Nordmann-Tannen und Blaufichten kommen in Deutschland gar nicht natürlicherweise vor, sondern werden überwiegend unter Einsatz von Pestiziden, Mineraldüngern und Insektiziden auf Plantagen gezüchtet. Das belastet die Umwelt. Besonders bei Bäumen aus dem Ausland sei es für Verbraucher:innen kaum nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen ein Weihnachtsbaum gezüchtet wurde, schreibt das Umweltbundesamt dazu. Als Alternative empfiehlt das Amt Bäume, die natürlich gewachsen sind oder auf Bio-Plantagen gezüchtet wurden. Letztere erkennt man zum Beispiel am Naturland-, Bioland, demeter- oder Biokreis-Siegel.

Alternative Weihnachtsbäume gibt es viele

Für viele Menschen muss es aber gar kein traditioneller Weihnachtsbaum mehr sein. Auch DIY-Konstruktionen oder gekaufte Alternativen lassen sich schmücken und bringen Weihnachts-Stimmung in die Stube. Wir haben uns einige alternative Weihnachtsbäume genauer angesehen und für Euch zusammen gestellt.

Franky Tree: Schlicht & schön

Der Franky Tree von Ulrike und ihrem Cousin Thilo (plus Namensgeber Cocker Spaniel Franky) entstand zum Weihnachtsfest 2020, als Thilo sich selbst einen Weihnachtsbaum aus unbehandeltem Holz baut. Ulrike ist begeistert und motiviert ihren Cousin dazu, gemeinsam mit ihr Franky Tree zu gründen. “Wir wollen verhindern, dass ein Baum, der über zehn Jahre wächst, einfach abgeholzt wird, um für ein paar Wochen in unseren Wohnzimmern zu vertrocknen”, erklären die beiden. Wo sie Recht haben, haben sie Recht. Und ihr Baum ist auch wirklich ein vielseitiger Hingucker. Man kriegt ihn in unterschiedlichen Größen, von 80 Zentimetern bis über zwei Meter kann man zwischen verschiedenen Größen wählen. Das Holz ist FSC-zertifiziert, außerdem wird für jeden verkauften Franky Tree ein Baum in einem Laubmischwald in Brandenburg gepflanzt.

Der Franky Tree von Ulrike und Thilo. Foto: Franky Tree.

Der Keinachtsbaum kommt richtig gut an

Relativ nahe am Original dran, aber trotzdem originell ist der Keinachtsbaum. Beim Keinachtsbaum handelt es sich um ein Holz-Grundgerüst, eine Art Pfahl, das mit Löchern versehen ist. In diese kann man im Wald gesammelte Tannenzweige stecken. Das Verblüffende: Der Baum, der dadurch entsteht, sieht tatsächlich aus wie ein richtiger Weihnachtsbaum. Man muss also kein bisschen auf das entsprechende Festtags-Feeling verzichten. Keinachtsbaum-Gründer Nico kam auf die Idee zu seiner Alternative, weil sein Sohn ihn bat, keinen Baum mehr für ihr Weihnachtsfest sterben zu lassen. Als Freunde und Bekannte von dem Ergebnis seiner DIY-Aktion derart begeistert sind, erkundigt Nico sich bei Grünerzeugern, was sie von seiner Idee halten. Das Ergebnis: Wenn man nur ein paar Zweige entnimmt, statt einen ganzen Baum zu fällen, dann ist die Nutzungsdauer deutlich höher.

Die kritische Phase der ersten 4 Jahre einer Tanne entfällt quasi komplett und die 30 – 70% Ausschuss einer Weihnachtsbaumplantage können endlich sinnvoll genutzt werden.

– Nico, Gründer Keinachtsbaum auf seiner website

Pro verkauftem Keinachtsbaum wird übrigens ein echter Baum gepflanzt. Nicos Idee kommt so gut an, dass seine Alternative für dieses Jahr bereits ausverkauft ist. Deshalb bietet er stattdessen an, dass man seinen Baum für 2021 vorbestellen kann. Preis: Ab 139 Euro.

Apropos: Ihr habt noch keine Idee, was ihr in diesem Jahr verschenken sollt? Unseren nachhaltigen Geschenke-Guide findet ihr ab sofort hier.

Der Alle-Jahre-wieder-Baum von design.wien

Der kreative Kopf hinter design.wien heißt Bernhard Fink, hat Schmuckdesign studiert und ist ausgebildeter Metallgestalter und Goldschmied. Das Signature-Produkt des Labels trägt den Namen Rudolph und ist ein Alle-Jahre-wieder-Baum aus Holz. Das besondere an den Bäumen: Man kann sie extrem kompakt verstauen. So eignen sie sich selbst für die kleinste Wohnung, da sie – je nach Ausführung, kaum mehr Platz als ein Buch einnehmen. Jeder Baum ist 27 cm hoch, der Durchmesser variiert je nach Modell. Außerdem kann man sich entscheiden, ob man einen Baum aus Naturholz möchte oder einen eingefärbten. Unabhängig davon macht der Baum auf alle Fälle auf jeder Festtafel etwas her. Preis: Ab 24,90 Euro.

Zero Waste Weihnachtsbaum von Room in a Box

Der wahrscheinlich ressourcenmäßig effizienteste Baum – bei langer Nutzung – kommt von Room in a Box. Eigentlich fertigt das Unternehmen Möbel aus Pappe an, aber seit Kurzem gibt es auch einen Weihnachtsbaum aus Pappe. Das Material ist zu 70 Prozent recycelt, der Baum ist schnell auf- und wieder abgebaut und kann bei richtiger Lagerung etliche Jahre wiederverwendet werden. Außerdem bietet er Platz für Kugeln. Der Baum ist 100 cm hoch und kostet 29,95 Euro.

Der Baum von Room in a Box geschmückt. Foto: Room in a Box.

Wir finden, dass die alternativen Weihnachtsbäume sich auf jeden Fall sehen lassen können – hier kommt garantiert eine gemütliche Stimmung auf. Für welchem Baum entscheidet ihr Euch in diesem Jahr? Gibt es eine Alternative, die wir unbedingt vorstellen sollten? Dann schreibt uns das gerne in die Kommentare. Wir freuen uns auf Euren Input!


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