Die ersten zirkulären Matratzen der Welt

Mit seinen zirkulären Matratzen stellt Auping die Matratzen-Welt auf den Kopf. Foto von Alena Shekhovtcova von Pexels.

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In Europa fallen jedes Jahr 30 Millionen Matratzen als Müll an. Nach durchschnittlich zehn Jahren sind sie durchgelegen und nicht mehr für den Gebrauch geeignet. Da die meisten Matratzen aus einem Materialien-Mix bestehen, der schwer zu trennen ist, ist ihr Schicksal oft schon beim Kauf besiegelt: 40 Prozent der Altmatratzen landen in der Verbrennung, 60 Prozent werden deponiert. Der Anteil der Matratzen, die aufwendig recycelt werden, ist verschwindend gering. Und zwar so sehr, dass er nur selten überhaupt berücksichtigt wird. Ein weiterer Knackpunkt: Beim Recycling einer Matratze findet oft ein Downcycling statt. Gemeint ist, dass am Ende ein minderwertiges Produkt entsteht, wie beispielsweise Malervlies.

Das Recycling von Matratzen ist im Moment also weit davon entfernt, eine echte Alternative zu sein. So gehen jedes Jahr viele hunderttausend Tonnen Rohstoffe quasi verloren. Das ist vor allem deshalb schade, weil viele Matratzen aus Kunststoff bestehen. Dieser besteht wiederum aus Erdöl, also einer nicht-erneuerbaren Ressource. Der niederländische Matratzen-Hersteller Auping hat deshalb von vorne herein anders gedacht. Statt nur den Recycling-Prozess zu optimieren, hat Auping das Design von Matratzen in Frage gestellt. Das Ergebnis: Eine Matratze, die zirkulär ist.

Zirkularität ist das Schlagwort der Stunde

Mit der Evolve-Reihe greift Auping eine der Kern-Ideen der Future Economy-Diskussionen überhaupt auf: Die Kreislaufwirtschaft. Selbst die EU hat erkannt, dass wir in Zukunft auf eine Kreislaufwirtschaft hinarbeiten müssen und deshalb im März 2020 einen Aktionsplan vorgestellt, um dieses Ziel zu erreichen. Das Ziel dieser Bemühen ist es, dass insgesamt weniger Müll entsteht. Und zwar unter anderem, indem Produkte von vorne herein anders designt werden. Eine andere Idee aus diesem Aktionsplan ist zum Beispiel das Recht auf Reparatur.

Die Matratzen von Auping aus der Evolve-Reihe sind so konzipiert, dass sie problemlos in ihre Ausgangsstoffe – Polyester und Stahl – zerlegt werden können. Der Grund: Auping nutzt einerseits ein innovatives Haftmittel, das sie rückstandslos entfernen können. So steht dem Recycling nichts mehr im Weg. Der andere Grund ist die Wahl der Materialien. Mit Schaumstoffen wäre dies nämlich nicht möglich.

Der Zirkularitäts-Kreislauf der Auping Evolve-Reihe. Grafik: Auping.

Was die Auping Evolve-Matratzen so besonders macht

Auping hat es damit geschafft, eines der größten Probleme des Matratzen-Recyclings zu lösen: Nämlich, dass in der Regel gar kein Recycling stattfindet, sondern das oben bereits beschriebene Downcycling. Ein Grund dafür ist, dass der niederländische Hersteller für Bettwaren sich einen ebenso starken Kooperationspartner an seine Seite geholt hat: Niaga®. Dabei handelt es sich um ein Start Up, das in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Unternehmen DSM dafür kämpft, Produkte neu zu gestalten. Und zwar so, dass sie kreislauffähig werden. Von ihnen stammt das Haftmittel, mit dessen Hilfe die Komponenten der Evolve miteinander verbunden werden.

So produzieren wir keinen Abfall mehr, müssen keine Materialien verbrennen und schließen damit den Kreislauf. 

– Auping über die evolve-matratze

Wenn nach etwa zehn Jahren die Lebensdauer der Matratze abgelaufen ist, werden die Kund:innen von Auping darüber informiert. Ihnen wird angeboten, die alte Matratze durch eine neue Evolve-Matratze zu tauschen. Die Matratze wird dann beim Kunden oder der Kundin abgeholt und dem Recycling zugeführt. „Die einzelnen Polyester-Schichten werden dann separat geschreddert und wieder zu Polyestergranulat eingeschmolzen. Aus dem Granulat werden dann Garne erstellt, in verschiedenen Dicken und Texturen, um daraus wiederum die neuen Matratzenschichten zu produzieren oder um z.B. auch einen neuen Bezug zu stricken“, erklärt das Unternehmen auf Nachfrage, „auch die Federn werden entweder wiederverwendet oder der Stahl wird eingeschmolzen und für neue Federn genutzt, alles zirkulär eben.“

Die Wahl der Materialien

Polyester und Stahl – das klingt erst einmal nicht besonders nachhaltig. Schließlich wird Polyester aus Erdöl produziert. Für Auping gibt es trotzdem gute Argumente für den Einsatz dieser Materialien in ihren zirkulären Matratzen: “Wir haben uns für Polyester und Stahl entschieden, weil diese Materialien für eine unbegrenzte Wiederverwendung derzeit am meisten geeignet sind.” Durch das vollständige Recycling der Evolve lande das Material nicht mehr in der Müllverbrennung und Rohstoffe blieben erhalten. “Wir träumen von einer Welt ohne Verschwendung und haben mit der Auping Evolve eine Matratze entwickelt, deren Materialien vollständig und immer wieder zu einer neuen Auping Matratze recycelt werden können”, so das Unternehmen weiter.

Circularity Passport für maximale Transparenz

Die Auping Evolve-Matratzen tragen alle einen sogenannten “Circularity Passport”. Hier kann man als Verbraucher:in einsehen, woher die einzelnen Komponenten der Matratze stammen. Vom Garn, über den Reißverschluss bis hin zum Haftmittel, der das Material zusammenhält: Auping macht hier sehr transparent, woher die einzelnen Teile der Evolve kommen. Mehr zum Circularity Passport erfahrt ihr hier.

Für ihre Idee wurden Auping und Niaga®  bereits mit mehreren Awards ausgezeichnet: So erhielt die Evolve 2019 den Circular Award Business, den Red Dot Award 2020 und schließlich den Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2021. Auping produziert die Matratzen in der hauseigenen “grünen Fabrik” in den Niederlanden. Hier findet auch das Recycling statt. Auping ist außerdem B Corp zertifiziert.

Nicht nur nachhaltig, sondern auch perfekt für Schlafcomfort

Die Matratzen aus der Evolve-Reihe sind aber nicht nur einhundert Prozent recyclebar, sondern bieten auch maximalen Schlafcomfort für jeden Körpertyp. Um hier perfekte Lösungen anzubieten, hat Auping auf seine jahrelange Erfahrung im Schlaf-Business zurückgegriffen und je drei Matratzen für unterschiedliche Körpertypen entwickelt: I, X und Y. Die Matratzen sind jeweils darauf angepasst, ob die Schultern (Typ “Y”), Schultern und Hüfte (Typ “X”) oder Schulter, Taille und Hüfte (Typ “I”) den breitesten Körperpunkt bilden. Außerdem kann man einen Härtegrad zwischen soft, medium und fest wählen.

Auping macht transparent, woher die einzelnen Bestandteile der Evolve-Matratzen herkommen. Außerdem übernimmt der niederländische Hersteller Verantwortung für das Afterlife seiner Matratzen. Das ist der Pioniergeist den wir brauchen, wenn wir im Zuge des Klimaschutzes die lineare Wirtschaftsweise durch eine Kreislaufwirtschaft ablösen wollen.

Mehr Informationen zu den Matratzen der Auping-Evolve-Kollektion findet ihr hier.

Tipp zum Weiterlesen: Warum nur ein Bruchteil unseres Plastikmülls recycelt wird, erfährst du hier.


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