Projekt Zero Waste – Stand am Anfang

Wir – also mein Freund und ich – möchten den Müll, den wir produzieren, reduzieren. Nachhaltiger leben. Das ist unser Langzeit-Projekt, welches wir gerade am Angehen sind und bei dem wir/ich euch einladen, und zu begleiten. Da es schwierig ist, den Erfolg von dem Projekt so richtig zu „messen“, habe ich mich dazu entschieden, den Erfolg an unseren vollen Müllsäcken festzumachen. Ich denke, das ist die beste Alternative. Schließlich geht es ja auch darum, genau das zu reduzieren!

Mülleimer
Quillt leider immer noch viel zu oft über – unser Mülleimer

Kurz zur Situation: Wir wohnen momentan noch in einer dreier WG mit unserem Mitbewohner Max. Er zieht aber im Oktober aus, weil er zum Studium nach Berlin geht. Ab dann macht es eigentlich erst so richtig Sinn zu messen. Ich habs in der letzten Woche trotzdem getan und möchte darüber schreiben, weil das Ergebnis mich echt schockiert hat.  In der letzten Woche haben wir jeden Tag knapp einen Müllsack voll bekommen, insgesamt waren es 5,5. Dazu kam noch eine Sonderladung Einrichtungsmüll, die wir direkt zur Deponie gefahren haben. Und natürlich das, was wir auf der Arbeit in den Müll geworfen haben, was aber schwer zu messen ist. Ich halte fest: Wir haben ein Problem!

5,5 Säcke pro Woche. Also circa zwei pro Kopf. Das sind 104 Säcke pro Kopf pro Jahr. Das ist echt unglaublich und diese Masse an Müllsäcken mag ich mir gar nicht vorstellen. Um nun zur wichtigsten Frage zu kommen: Woran liegt das? Abgesehen davon, dass Max bei dem Projekt nicht mitzieht und deshalb natürlich weiter einkauft wie gewohnt, hängt das vor allem an unseren Gewohnheiten. Ich fühle mich sehr schlecht das zu schreiben, muss aber zugeben: Bei uns wird wirklich regelmäßig irgendwas im Kühlschrank schlecht, was dann natürlich im Müll landet. Das liegt zum einen an mangelnden Absprachen beim Einkauf, zum anderen daran, dass wir gerne auch mal unterwegs oder auf der Arbeit essen (wir arbeiten alle in demselben Restaurant, da gibt’s immer ein Mitarbeiteressen). Deshalb habe ich beschlossen: Unser Kühlschrank braucht mehr System. Aus diesem Grund habe ich ein kleines Kühlschrank-Konzept erarbeitet, welches ich euch auch in der nächsten Woche vorstellen werde.

Ein weiterer Punkt ist, dass wir gerade dabei sind, die bisherigen Verpackungen unserer Lebensmittel zu entsorgen und die Lebensmittel in Gläser umzufüllen. Deshalb landen viele der Plastikverpackungen – zum Beispiel von Nudeln oder Sesam – im Müll. Außerdem habe ich letzte Woche in einem Aufräumwahn alle abgelaufenen Kosmetikprodukte, die schon (teilweise drei Jahre) geöffnet waren, entsorgt. Allein dadurch kam eine Tüte Müll zusammen – die restlichen Produkte, die ich nicht mehr verwende, aber ungeöffnet und noch gut waren, habe ich aber an Freundinnen weitergegeben!

Der Fahrt zur Mülldeponie stehe ich selbst auch kritisch gegenüber. Unsere Wohnung war mehr als 10 Jahre lang eine WG – jeder hat einen Teil von seinem Müll einfach dagelassen. Unter anderem eine Kommode, die innen komplett zugemüllt war. Wir konnten mit ihr nichts mehr anfangen, weshalb wir uns dazu entschlossen haben, sie wegzugeben. Außerdem haben wir noch ein paar Teller und Gläser aussortiert, weil wir einfach zu viel hatten. Ich wollte, dass die Jungs (mein Freund und sein Kumpel) das im Sozialwarenhaus abgeben. Die Kommode und die Teller und Gläser waren schließlich noch intakt. Leider hatte der Kumpel meines Freundes nicht genug Zeit für zwei Fahrwege und hat alles auf die Deponie gehauen. Ich war selbst nicht da, war aber echt traurig, weil ich mir das einfach anders vorgestellt hatte. Ich bin ihm aber trotzdem sehr dankbar, dass er uns geholfen hat, zu entrümpeln.

Alles in allem also eine sehr niederschmetternde Woche aus Sicht der Nachhaltigkeit betrachtet. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir daran in der nächsten Zeit sehr hart arbeiten werden. Ich denke, dass es leichter wird, umso länger man sich mit dem Thema beschäftigt. Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Habt ihr schon mal geschaut, wie viel Müll ihr pro Woche produziert? Was tut ihr, um euren Müll zu minimieren?

Greetz, Marisa

4 thoughts

  1. Hallo Marisa, die ersten Schritte sind immer schwer und grade durch das Umfüllen oder Ausmisten fällt erstmal mehr Müll an, der einem dann auch noch mehr auffällt. Aber es wird besser und zusehends weniger! Und alles auf einmal umstellen geht auch gar nicht, schön Schritt für Schritt! Eine sehr einfache Umstellung, die viel Plastik spart, ist nach dem Aufbrauchen von normalen Duschgel und Shampoo auf feste Seife und festes Shampoo umzusteigen… Wünsche euch viel Erfolg und bin gespannt, wie es bei euch weiter geht! LG, Ica

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    1. Hallo Ica! Ja ich merke auch, dass es definitiv nicht von heute auf morgen geht. Aber ich bin zuversichtlich, dass das besser wird! Ich habe mir jetzt Aleppo-Seife gekauft! Hast du vielleicht einen Tipp für eine gute Seife fürs Gesicht? Ich habe über eine aus Teebaumöl nachgedacht wegen meinen Hautunreinheiten, habe bislang aber keine ohne Plastikverpackung bekommen!
      Liebe Grüße, Marisa

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      1. Hallo marisa, ich wasche mein Gesicht immer nur mit Wasser. Ab und zu verwende ich danach noch etwas Apfelessig als Gesichtswasser und creme mit Kokosöl selten. Nach einer Umstellung habe ich damit super Haut… aber dadurch auch keinen Seifentipp… viele Grüsse

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