„Beim Müllsammeln fiel uns auf, dass ein Großteil des Abfalls aus Plastik-Trinkhalmen bestand“

Foto: HALM Straws

Anzeige

Allein in der EU werden jedes Jahr 36,4 Milliarden Einwegstrohhalme aus Plastik genutzt. Dabei frisst die Produktion jedes Strohhalms Ressourcen, und zwar in Form von Energie, Rohstoffen und CO2, das emittiert wird. Und das, obwohl die Halme meist nur einige wenige Minuten in Benutzung sind, bevor sie im Abfall landen. In anderen Ländern kommt die Problematik hinzu, dass die Strohhalme als Plastikmüll im Meer landen. Dass das nicht mehr passieren darf, dafür setzen sich Hannah Cheney und Sebastian Müller seit einigen Jahren ein. Und zwar, indem sie eine Lösung für all diejenigen bieten, die einen Strohhalm nutzen, aber etwas für die Umwelt tun wollen: Halm Straws, Strohhalme aus Glas. Mit ihrer Idee wurden sie zu Pionieren und führen das Feld der Strohhalm-Alternativen an. In diesem Jahr wurden sie deshalb für den Amazon Verkaufspartner Award in der Kategorie „Innovation Champion des Jahres“ nominiert. Bei EKOLOGISKA stellen sie sich und ihre Idee vor.

Kann einfach in die Spülmaschine: Der Strohhalm aus Glas von Hannah und Sebastian.

EKOLOGISKA: Als ihr angefangen habt, Glasstrohhalme zu produzieren, war das Konzept noch ganz neu. Wie seid ihr denn dazu gekommen, Glasstrohhalme zu vertreiben?

HALM: Wir verbrachten unseren Urlaub auf einer kleinen Insel in Thailand. Alles war wunderschön, die Natur, fernab der Menschenmassen, nur der Strand war vollkommen zugemüllt. Daraufhin haben wir spontan einen Beach Cleanup mit Freunden organisiert. In zwei Stunden füllten wir rund fünfundzwanzig 150-Liter-Säcke mit Plastikmüll. Beim Müllsammeln fiel uns auf, dass ein Großteil des Abfalls aus Plastik-Trinkhalmen bestand. Abends recherchierten wir die Zahlen und mussten feststellen, dass weltweit täglich drei bis sechs Milliarden Plastiktrinkhalme im Müll landen. Das hat uns geschockt und sehr bewegt. Uns beiden war klar, dass wir hierfür eine Lösung finden müssen. Zurück in Deutschland haben wir uns auf die Suche nach der besten, plastikfreien Alternative für Trinkhalme gemacht. Nach diversen Geschmacks- und Produktionstests mit unterschiedlichen Materialien fiel unsere Entscheidung auf hochwertiges Glas. So entstand HALM.

EKOLOGISKA: Inzwischen sind die Halm-Strohhalme eigentlich jedem ein Begriff, der sich in die Zero Waste Idee reindenkt. Das war aber nicht immer so. Mit welchen Vorurteilen oder Problemen hattet ihr denn am Anfang zu kämpfen? 

HALM: Da wir Glastrinkhalme noch vor dem angekündigten Verbot von Einwegplastik durch die EU und der wachsenden Zero-Waste-Bewegung als umweltfreundliche Alternative auf den Markt gebracht haben, waren sowohl Privatpersonen als auch Gastronomen noch nicht ganz so sensibilisiert für das Thema wie sie es heute sind. Uns haben anfangs viele Fragen dazu erreicht, wie sicher HALM im Vergleich zu Plastik ist und wie die Glastrinkhalme gereinigt werden. Hier konnten und können wir durch unsere extrem stabilen Produkte aus Spezialglas überzeugen, die spülmaschinenfest sind und so besonders hygienisch sind. Der Vorteil von Glas im Vergleich zu bspw. Bambus ist zudem, dass man mögliche hartnäckige Verunreinigungen auch leicht erkennt und dann mit unserer Bürste entfernen kann. 

EKOLOGISKA: Warum habt ihr euch explizit für Glas als Material entschieden? 

HALM: Glas ist geschmacksneutral, besonders gut zu reinigen – und damit hygienischer als andere Alternativen wie Bambus – sowie wiederverwendbar, was es besonders nachhaltig macht. Wir haben uns für besonders bruchsicheres Spezialglas entschieden, das nachweislich frei von Schadstoffen ist. Bei der Produktion und Verarbeitung von Glas ist Deutschland besonders wettbewerbsfähig. Das war ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium, da wir nicht nur Plastik einsparen möchten, sondern bereits bei der Herstellung fair und möglichst umweltschonend sein wollen. Da wir zertifiziert plastikfrei sind, kann sowohl unser Produkt – Halm und Bürste – als auch die Verpackung vollständig recycelt werden. Und dank der weichen, abgerundeten Öffnung ist auch das Trinkgefühl besonders angenehm – insbesondere im Vergleich zu Edelstahl.  

EKOLOGISKA: Was euch noch besonders macht ist definitiv die Tatsache, dass ihr auch mit der Gastronomie zusammenarbeitet. Warum habt ihr euch entschieden, auf diese Weise eine zweite Zielgruppe anzusprechen und welche Erfolge konntet ihr bisher verzeichnen?

HALM: In der Gastronomie können wir am meisten Plastik einsparen, denn der Verbrauch an Trinkhalmen ist hier besonders hoch. Mittlerweile haben über 5000 Gastronomen durch die Benutzung von HALM schon insgesamt über 1 Milliarde Plastiktrinkhalme eingespart. Zudem bietet die Gastronomie einen guten Erstkontakt mit Konsumenten, die HALM dort bereits kennen und lieben lernen.

EKOLOGISKA: Was sind die nächsten Schritte, die für euch auf dem Plan stehen?

HALM: Wir stellen uns gerade stark international auf. Denn auch wenn in Deutschland ein Umdenken stattfindet, gibt es noch viele Länder, in denen der Gebrauch von Einwegplastik alltäglich ist und in denen wirkliche Alternativen fehlen. Unser Ziel ist es, das Verbot von Plastik-Trinkhalmen weltweit weiter voranzutreiben, indem wir eine echte Lösung bieten.

EKOLOGISKA: Warum habt ihr es verdient, den Amazon Verkaufspartner Award in der Kategorie Innovation zu gewinnen? 

HALM: Wir machen durch unser Zero Waste Produkt, das 100% plastikfrei zertifiziert ist, nicht nur die Welt etwas nachhaltiger, sondern unterstützen durch unsere Zusammenarbeit mit Trash Hero auch noch pro verkauftem Set Clean Ups. Denn es liegt in der Hand der Privatwirtschaft, die Welt zu verändern.


HALM Straws sind nominiert in der Kategorie ‚Innovation Champion des Jahres‘. Mit dem Vote für Hannah & Sebastian könnt Ihr die beiden bei der Erreichung ihrer Ziele noch weiter unterstützen. Zur Abstimmung geht es hier.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s