GermanZero: Eine Bürgerinitiative schreibt ein Klimagesetz, um das 1,5-Grad-Ziel zu einzuhalten

GermanZero setzt sich dafür ein, dass wir das 1,5-Grad-Ziel einhalten. Foto von jpleio bei pixabay.

Ein Gastbeitrag von Victoria, Teil des GermanZero-Teams. Wir haben sie eingeladen, ihr Herzensprojekt bei EKOLOGISKA vorzustellen, weil wir die Idee interessant finden. Victoria unterstützt das Projekt ehrenamtlich im Bereich Grafik und Campaigning.

Brauchen wir wirklich noch eine Klima-Gruppe?

Der Klimawandel kommt, das ist sicher, und die wenigsten zweifeln an dieser Tatsache. Politisch werden seit Jahren vor allem die Fragen diskutiert: Was tun? Wie? Und bis wann? 2015 haben die Bundesregierung und 194 weitere Länder das Pariser Klimaschutzabkommen unterschrieben, das das Ziel hat, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Seitdem hat sich effektiv noch nicht viel in Deutschland getan, und eine angestrebte Klimaneutralität bis 2050 bleibt hinter den Erwartungen zurück. Tatsächlich ist das, was die Bundesregierung bisher macht, nicht mit dem 1,5-Grad-Ziel vereinbar. 

Die Klimakrise ist lösbar

Dabei ist es machbar, wie die neue Studie, die von Fridays For Future kürzlich beim Wuppertal Institut in Auftrag gegeben wurde, beweist. Es gibt auch schon die nötigen Lösungen und Technologien für die meisten Teilbereiche dieses hochkomplexen Problems. Bloß rennt uns die Zeit davon und mit jedem verlorenen Jahr wird die Herausforderung größer. Daher ist es wichtig, jetzt zu handeln und nicht in riesigen Zeiträumen bis 2050 zu denken. Die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre werden entscheiden, was für eine Welt wir unseren Nachfahren hinterlassen werden. Und Deutschland trägt als eines der emissionsreichsten Länder der Welt auch global eine große Verantwortung.

GermanZero bringt die Klimaschutzbewegung von der Straße ins Grundgesetz

GermanZero arbeitet bereits an einem umfangreichen 1,5-Grad-Klimagesetz, das in der Lage ist, das Pariser Abkommen auch tatsächlich einzuhalten. Im Herbst 2019 wurde die Initiative von Heinrich Strößenreuther ins Leben gerufen, mit dem kühnen Plan, es besser als die Bundesregierung machen zu wollen. An diesem Plan arbeiten bis heute 18 feste Mitarbeiter, und hunderte ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger bringen ihre Expertise ein – von Organisations-Erfahrung über juristisches Fachwissen bis hin zu Spezialwissen in den Sektoren Energie, Industrie, Verkehr, Bau und Landwirtschaft. Buchstäblich jeder kann aktiv mitmachen und mitgestalten. Da GermanZero überparteilich und unabhängig ist, finanziert sich der Verein ausschließlich über Spenden. Diese fließen vor allem in die Ausarbeitung präziser Maßnahmenpakete mit führenden Wissenschaftler*innen und Umweltexpert*innen und in die breite Bekanntmachung der Bewegung.

Wer, wenn nicht wir?

Deutschland soll bis 2035 klimaneutral werden. Damit das zu schaffen ist, soll das 1,5-Grad-Ziel und die nötigen Maßnahmen verbindlich im Grundgesetz verankert werden ­– am besten noch innerhalb der nächsten Legislaturperiode, also nach den Bundestagswahlen 2021. Danach wird das CO2-Budget nämlich verdammt knapp und wir riskieren das Fallen weiterer Klima-Kipppunkte. Ein solches Gesetz braucht eine parteiübergreifende Mehrheit im Parlament und Bundesrat – das klingt unerreichbar, aber wir müssen es zumindest versuchen. Es ist unsere einzige Chance. So viele Bundestagsabgeordnete wie möglich müssen von der Idee überzeugt sein, und für den Gesetzentwurf stimmen. Für diese Mammutaufgabe ebnen die Bürger*innen selbst den Weg; indem ein jeder seinen oder ihren Bundestagsabgeordneten auf das Thema anspricht und Verantwortung einfordert. Denn auch Demokratie von unten kann die Dinge ganz oben verändern. 

Klingt gut! Kann ich mitmachen?

Ja! Politik ist nicht nur was für Leute mit Parteibuch oder Spezialwissen. Das Schöne an GermanZero ist, dass jeder seine oder ihre individuellen Stärken einbringen kann. Ich persönlich hatte bisher keine besondere politische Erfahrung, kann aber durch meinen Beruf als Grafikdesignerin die Kampagne auf allen Medienkanälen unterstützen. Wer sich nicht beruflich einbringen will, der kann auch einfach eine E-Mail an seinen oder ihren Bundestagsabgeordneten schreiben und so auf die Bewegung aufmerksam machen. Auf der GermanZero-Webseite gibt es viele unterschiedliche Anregungen, wie man selber aktiv werden kann. Und wie jede Non-Profit-Organisation freut sich GermanZero natürlich auch über eine Spende. 

Mehr Informationen zur Bewegung findet Ihr auf www.germanzero.de

Mein herzlicher Dank geht an Marisa und das Team EKOLOGISKA MAG, die mich eingeladen haben, GermanZero auf ihrem Blog vorzustellen.


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